Juan Pablo Montoya über Kimi Antonelli: «Er macht immer noch kleine Fehler»
Ex-GP-Pilot Juan Pablo Montoya hat das Rennen in Kanada vor Ort aufmerksam mitverfolgt. Der Kolumbianer sprach danach über die Ereignisse im Rennen und den Auftritt von WM-Leader Kimi Antonelli.
Mit dem Triumph im Kanada-GP hat Kimi Antonelli seine Siegesserie auf vier GP-Siege in Folge ausgebaut und auch seinen Vorsprung in der Gesamtwertung vergrössert: 43 Punkte trennen das Mercedes-Wunderkind von seinem Teamkollegen George Russell, und das liegt nicht zuletzt am Pech des Hauptgegners aus den eigenen Reihen.
Denn Russell kämpfte wie ein Löwe, fast 30 Runden lang zankte er sich mit dem Teenager aus Bologna um die Führungsposition, bevor die Technik ihn ausbremste. Ein Problem mit der Antriebseinheit sorgte dafür, dass der Brite die Zielflagge nicht sah. Enthusiastische Beobachter sprachen nach dem Rennen bereits von einer Vorentscheidung im Titelkampf.
Aber angesichts der vielen WM-Runden, die noch anstehen, wirken solche Aussagen übertrieben. Auch Juan Pablo Montoya ist sich sicher, dass die WM noch offen ist. Im Gespräch mit dem Sportwetten-Anbieter «Talksport Bet» sagt der frühere GP-Star: «Im vergangenen Jahr hat Lando Norris einen Rückstand von mehr als 30 Punkten aufgeholt. Und Max Verstappen fehlten zwischenzeitlich etwa 60 Punkte – und er konnte sich davon erholen. Wir haben auch erst drei Rennwochenenden hinter uns, es liegen noch viele Rennen vor uns. So gesehen ist der WM-Ausgang noch vollkommen offen.»
Kanada-GP-Sieger Kimi Antonelli blieb nicht fehlerfrei
Antonelli habe nun das Glück der Champions, ist sich der Kolumbianer sicher: «Es spielt keine Rolle, wie sehr er daneben liegt, er kommt mit seinen Fehlern davon. In der ersten Kurve fuhr er über das Gras, drehte sich nicht, verlor nur eine Position, fuhr in Kurve 8, wo er sich selbst ausgebremst hat. Es flogen keine Teile vom Auto, nichts wurde beschädigt. In Montreal überholte George ihn, und Kimi fuhr hinter George her und wäre ihm fast ins Heck gefahren. Das hätte beide aus dem Rennen werfen können. Und nichts ist passiert.»
«Er macht immer noch kleine Fehler, und kommt damit durch», betont der siebenfache GP-Sieger. «Aber früher oder später werden sich diese Fehler rächen, wenn man sie weiter macht. Seine Führung in der WM-Tabelle hat den Druck, der auf seinen Schultern lastet, etwas reduziert, dafür ist jener von George grösser geworden. Allerdings darf Kimi nicht zu selbstsicher und übermütig werden», warnt der 50-Jährige. Denn das Blatt kann sich schnell wenden, wie Montoya weiss. «Du gehst nach Monaco, packst das Auto in die Leitplanken und hast gleich 25 Punkte vom Vorsprung wieder verloren.»
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