Yamaha in Assen: Hoffnungen haben sich nicht erfüllt, aber 1000 Ideen
Der TT Circuit in Assen sollte Yamaha ein erfolgreiches Superbike-Meeting bescheren, doch gegen die Dominanz von Ducati war kein Kraut gewachsen. Zumindest im zweiten Lauf war man zweite Kraft.
Die Dominanz von Ducati in Assen war erdrückend. Im ersten Lauf und im Superpole-Race wurden die ersten vier Positionen von Ducati-Piloten in Beschlag genommen, im zweiten Hauptrennen sogar die Top-6 – dabei wurde die V4R vor dem dritten Saisonmeeting mit einer weiteren Reduzierung der Benzindurchflussmenge belegt.
Die übrigen Hersteller wurden zu Statisten degradiert, auch Yamaha. Bedenklich: Nachdem Andrea Locatelli im vergangenen Jahr seinen ersten Superbike-Sieg einfahren konnte, hielt man den TT Circuit für eine der besseren Rennstrecken für R1. Bei den sechsten Plätzen von Andrea Locatelli und Xavi Vierge am Samstag im ersten langen Rennen und im Superpole-Race am Sonntag musste sich das japanische Werk jedoch auch hinter Bimota-Ass Alex Lowes einreihen.
Besonders enttäuscht zeigte sich Xavi Vierge, der als Fünfter der Superpole eine gute Ausgangsposition für diese beiden Rennen hatte. «Leider war mein Start nicht optimal, ich habe einige Positionen verloren und musste dann in den ersten Runden kämpfen, um wieder nach vorn zu kommen», erzählte der Spanier am Samstag. «Das war jedoch unmöglich und führte dazu, dass ich meinen Vorderreifen auf der rechten Seite ruiniert habe und schon früh Probleme bekam. In den letzten neun Runden waren die Rechtskurven extrem schwer zu fahren. Dazu begann es zu regnen und die Fahrer hinter mir holten auf. Ohne die Performance des Vorderreifens war es schwierig, meine Position zu verteidigen.»
Vierge weiter: «Es war eine harte Nacht für mich, ich habe viel nachgedacht – über Nacht sind mir etwa 2000 bessere Starts und 2000 bessere Rennen eingefallen. Im Sprintrennen hatte ich einen guten Start und konnte mich in der Spitzengruppe behaupten. Das hat mir geholfen, das Beste aus meinem Fahrstil herauszuholen. Wir haben versucht, bis zum Schluss um eine gute Position zu kämpfen. In der letzten Kurve konnte ich Petrucci überholen und wurde Sechster.»
Immerhin: Im zweiten Lauf gelang dem Spanier als Siebter das beste Ergebnis eines Nicht-Ducati-Piloten. Aber wieder verhinderte ein frühzeitig verschlissener Vorderreifen ein besseres Finish.
«Ich versuchte, mit den ersten Sechs mitzuhalten, bis mein Vorderreifen in den letzten vier Runden völlig kaputt war», erklärte der 28-jährige Katalane. «Trotzdem war es ein solides Wochenende, und es war erst mein drittes Wochenende mit Yamaha. Natürlich hatten wir uns mehr erhofft, aber wir müssen das Positive mitnehmen. Ich denke, das Team und ich leisten gute Arbeit, wir finden unseren Weg und verbessern uns. Wir müssen in allen Bereichen herausfinden, wo die Grenzen liegen.»
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