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Sieg verschenkt: Maria Herrera (29) bekam in Assen eine Taktik-Lehrstunde
Ohne Punkte und weit zurück: Honda-Pilot Jonathan Rea erlebte bei der Superbike-WM in Assen ein frustrierendes Wochenende – und stellt sich offen den strukturellen Problemen des HRC-Projekts.
Das dritte Rennwochenende der Superbike-WM 2026 in Assen hat für Honda ein ernüchterndes Bild hinterlassen – sportlich wie strukturell. Im Mittelpunkt stand dabei Testpilot Jonathan Rea, der als einziger verbliebener Fahrer die Farben des japanischen Herstellers vertrat. Teamkollege Somkiat Chantra fiel nach einem Sturz im dritten freien Training verletzt aus und konnte nicht mehr antreten.
Für Honda bedeutete das: ein Wochenende ohne Punkte – und ein weiterer Rückschlag in einer ohnehin schwierigen Saison. Nach drei von zwölf Events liegt der Hersteller abgeschlagen auf dem letzten Platz der Hersteller-WM, noch hinter Kawasaki und mit deutlichem Abstand zur Konkurrenz.
Bereits in den Trainings und später im Qualifying deutete sich das Ausmaß der Probleme an. Rea kam in der Superpole nicht über Rang 18 hinaus, mit einem Rückstand von 1,7 Sekunden auf Polesetter Nicolo Bulega (Ducati). In den Rennen setzte sich das Bild fort: Platz 17 in Lauf 1 (+41,5 Sekunden), Rang 17 im Superpole-Rennen (+18,8 Sekunden) und lediglich Position 19 in Lauf 2 (+36,2 Sekunden).
Dass Rea überhaupt als alleiniger Honda-Pilot antrat, unterstreicht die schwierige Lage zusätzlich. Der sechsfache Weltmeister agiert aktuell als Ersatz- und Testfahrer – und sammelt Daten für ein Projekt, das in seinem siebten Jahr seit der werksseitigen Rückkehr in einem großen Tief steckt. Von Fortschritt kann aktuell keine Rede sein. Es wirkt, als habe Honda nach einigen positiven Signalen in den beiden zurückliegenden Jahren komplett den Faden verloren.
Rea hatte sich das Honda-Comeback voraussichtlich leichter vorgestellt. Der Rekord-Champion bemühte sich, die positiven Aspekte zu sehen. «Ich habe das zweite Rennen eigentlich genossen – zumindest die erste Hälfte», erklärte Rea. «Trotz eines schlechten Starts konnte ich einige Überholmanöver setzen und einen guten Rhythmus finden. Es war mein schnellster Abschnitt des gesamten Wochenendes, mit konstanten Zeiten im Bereich von 1:34 Minuten.»
Doch die positive Phase hielt nicht lange. «Um Runde 11 oder 12 bekam ich Probleme mit dem Vorderreifen. Ich hatte ein paar kritische Momente und tat mich dann schwer beim Einlenken, weil ich den Reifen nicht mehr gleich belasten konnte», schilderte der Nordire offen. «Am Ende war ich ehrlich gesagt im Überlebensmodus – das war frustrierend, weil ich mich körperlich eigentlich gut fühlte.»
Der Frust ist nachvollziehbar. Zwar lobte Rea die Arbeit im Team – «die Jungs haben bereits ab dem ersten Training gute Setup-Änderungen vorgenommen» – doch das Gesamtbild bleibt düster. «Wir haben an diesem Wochenende einige Fortschritte gemacht, auch wenn das Ergebnis das nicht widerspiegelt», so Rea weiter.
Diese Diskrepanz zwischen interner Entwicklung und äußerem Resultat zieht sich wie ein roter Faden durch Hondas Superbike-Projekt. Nach der Saison 2025 wurden beide Fahrer ersetzt, doch die erhoffte Trendwende blieb bislang aus. Es fehlt an Konstanz, an klarer Richtung – und letztlich an Performance.
Assen hat diese Probleme schonungslos offengelegt. Während andere Hersteller Fortschritte erzielen, scheint Honda weiter den Anschluss zu verlieren. Rea formuliert es diplomatisch, doch zwischen den Zeilen wird deutlich, wie groß die Herausforderung ist: «Wenn wir morgen wieder fahren würden, hätten wir bereits neue Ideen, um am Ende des Rennens schneller zu sein.» Ein schwacher Trost nach einem Wochenende ohne Punkte – und ein weiteres Kapitel in einer bislang enttäuschenden Saison für Honda.
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