Pierre Waché/Red Bull Racing: «Verstappen happy machen? Nicht mein Job»
Pierre Waché ist als Technischer Direktor verantwortlich für den neuen Red Bull Racing RB22-Ford von Max Verstappen und Isack Hadjar. Der 51-jährige Franzose zieht eine Bahrain-Zwischenbilanz.
Erkenntnisse aus den Formel-1-Wintertests sind zu einem gehörigen Teil Kaffeesatz-Lesen, ganz besonders gegenwärtig, wenn die elf Rennställe auf dem Bahrain International Circuit das Verständnis vertiefen für ihre 2026er Rennwagen.
Der vierfache Formel-1-Champion Max Verstappen hat über die Wintertests gesagt: «Es bringt nicht viel, nach links oder rechts zu schielen auf die Konkurrenz; es ist viel gescheiter, sich auf die eigene Arbeit zu konzentrieren.»
Wo steht Red Bull Racing mit dem neuen Rennwagen des Typs RB22 und der neuen Antriebseinheit von Red Bull Powertrains-Ford? Pierre Waché hat dazu im Fahrerlager des Bahrain International Circuit Stellung bezogen.
«Wir liegen hinter Ferrari, Mercedes, McLaren»
Der 51-jährige Technikchef bei Red Bull Racing sagt auf diese Frage von SPEEDWEEK.com: «Schwer zu sagen, wir sind sicher nicht der Massstab. Wir sehen klar, dass Ferrari, Mercedes und McLaren vor uns liegen. Was uns angeht – ich bin nie zufrieden mit meiner eigenen Arbeit. Offensichtlich haben wir Verbesserungspotenzial.»
Moment mal, hat Mercedes-Teamchef Toto Wolff nicht gesagt, der Motor von Red Bull Powertrains-Ford sei überlegen? Waché erlaubt sich ein feines Lächeln: «Ich würde nicht sagen, dass wir der Massstab sind, aber wir dürfen anerkennen, dass unsere Motoren-Leute fantastische Arbeit geleistet haben. Als Neulinge einen Motor zu bauen und auf der Strecke dann nicht schlecht dazustehen, das ist eine enorme Leistung.»
Max Verstappen hat die Arbeit von Red Bull Racing und von Red Bull Powertrains-Ford gelobt, aber er ist mit den gegenwärtigen Regeln nicht glücklich. Was kann der Rennstall da tun? Pierre dazu: «Verstappen happy machen, das ist nicht mein Job. Meine Aufgabe und die der ganzen Mannschaft besteht darin, ihm ein Auto hinzustellen, mit dem er gewinnen kann. Wie die Regeln formuliert sind, das liegt ausserhalb unserer Zuständigkeit.»
Wo Red Bull Racing nachlegen muss
Wo muss RBR zulegen? Waché: «Bei der Traktion aus langsamen Kurven sind die Anderen besser. Auch beim Topspeed, vor allem mit wenig Sprit im Tank. Langsame und mittelschnelle Kurven, die waren schon in den letzten Jahren keine unserer Stärken.»
Wo liegt das Team in Sachen Einhalten des Mindestgewichts? Pierre witzelt: «Nun, nach dem Winter haben alle immer ein wenig mit dem Gewicht zu kämpfen! Das ist mit diesen Autos eine echte Herausforderung. Letztlich ist unser erstes Ziel nicht, möglichst ans Gewichtslimit zu kommen, sondern möglichst schnelle Runden zu drehen. Aber wir arbeiten daran – so wie wohl jeder Rennstall.»
«Wir alle kennen Max und wissen, wie offen er ist. Das begrüssen wir. Aus Sicht des Teams willst du einen Fahrer, der sagt, was er fühlt, was ihm gefällt oder was eben nicht und wo Verbesserungspotenzial besteht.»
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