Debise: Verhinderte der Abbruch seinen Debütsieg?
Valentin Debise mischte bei der Supersport-WM in Misano an beiden Tagen vorn mit – und zeigte besonders am Sonntag eine starke Vorstellung. Doch ein Rennabbruch verhinderte womöglich seinen ersten Triumph in der WM.
Mit einem vierten Platz am Samstag und dem dritten Rang am Sonntag feierte Valentin Debise bei der Supersport-WM in Misano ein starkes Wochenende. Doch der Franzose war beim Treffen mit SPEEDWEEK.com nach dem zweiten Lauf überzeugt: Da wäre noch mehr drin gewesen.
Schon früh zeichnete sich ab, dass Debise bei hohen Temperaturen einen Vorteil haben könnte. Der erfahrene Pilot kennt seine Schwächen – und seine Stärken: "Mit frischen Reifen habe ich wirklich zu kämpfen. Das ist meine Schwäche. Im vergangenen Jahr war es auch schon so. Ich muss meinen Fahrstil umstellen."
Doch mit zunehmender Renndistanz wendete sich das Blatt. Debise schloss zur Spitze auf – Runde für Runde. "Ich wusste, dass ich nach ein paar Runden näher an die Spitze herankommen kann. Ich habe Vorteile, wenn die Reifen abbauen. Die hohen Temperaturen führten dazu, dass es sehr schnell rutschig wurde. Ich spürte, wie ich näher an die Führungsgruppe herankam, zwei bis drei Zehntelsekunden pro Runde."
"Ich spürte, wie die anderen Fahrer zu kämpfen haben. Der Rückstand wurde immer geringer. Jede Runde überholte ich einen anderen Fahrer. Zuerst ging ich an Öttl vorbei, dann plante ich ein Manöver gegen Masia und danach gegen Öncü. Ich wusste, dass ich schneller war als die anderen", erklärte der Ducati-Pilot.
Ein Abbruch auf Grund eines Sturzes von Honda-Pilot Kaito Toba beendete das Rennen schließlich vorzeitig – und damit auch Debises Aufholjagd. Verhinderten die roten Flaggen einen Debütsieg? "Ja, absolut! Ich erkannte am Samstag, dass die anderen in Curvone vom Gas gingen, während ich das Gas voll stehen ließ. Mein Reifen war in einem sehr guten Zustand. Er sah perfekt aus. Mein Motorrad funktioniert besser, wenn der Hinterreifen etwas Schlupf hat. Dann gelingen mir gute Rundenzeiten."
Die Enttäuschung hielt sich dennoch in Grenzen. Debise nahm das Positive mit – und war sich der besonderen Umstände bewusst: "Ich kann mich über dieses Ergebnis nicht beschweren, denn viele andere Spitzenfahrer stürzten."
Auch technisch machte das Team von Renzi Corse einen Schritt nach vorn: "An diesem Wochenende brachten wir alles zusammen, was wir bei den ersten Rennwochenenden gelernt haben. Wir konnten unser Paket verbessern, vor allem beim Motor. Zu Öttl fehlen zwischen 5 und 6 PS. Aber ich kann mich im Windschatten halten. Und wenn das der Fall ist, dann kann ich auch überholen, weil ich auf der Bremse stark bin. Zuvor war ich immer zwei Motorradlängen weg. Da war es schwierig, zu überholen, weil die anderen Fahrer auch wissen, wie man fahren muss."
In der WM liegt Debise aktuell auf der siebten Position. Was nimmt sich der Renzi-Corse-Pilot für die zweite Saisonhälfte vor? "Ich war WM-Fünfter und WM-Vierter. Und wenn man Fünfter oder Vierter wird, dann bekommt man kein Geld, es ist also verdammt nutzlos. Doch es ist schwierig, noch WM-Dritter zu werden. Dafür müsste ich Rennen gewinnen und viele zweite Plätze holen", grübelte Debise.
"Mein Traum war, Podestplätze in der Supersport-WM zu holen. Ich habe es bereits elf Mal aufs Podium geschafft. Mein neues Ziel ist es, einen Sieg zu holen. Zu Saisonbeginn war ich zu eifrig und stürzte zu oft. Jetzt konnten wir mit dem Team eine solide Basis aufbauen. Ein Sieg wäre eine tolle Sache für Renzi Corse", schaute Debise auf die ausstehenden sechs Rennwochenenden.
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