Advocates Ducati: Wie aus dem Nichts ein Superbike-Team aufgebaut wurde
Das Ducati-Team Advocates stieg auf den letzten Drücker in die Superbike-WM 2026 ein. Der technische Direktor Mick Shanley berichtet im Exklusivgespräch mit SPEEDWEEK.com von einem turbulenten Winter.
Um Advocates Racing rankten sich im Winter viele Spekulationen. Zum einen war das Team des Unternehmers Lecha Khouri mit zwei Motorrädern in der australischen Superbike-Serie gemeldet, aber es wollte auch in die BSB 2026 einsteigen. Mit Beginn der Wintertests wurde die Superbike-WM ein Thema, möglicherweise mit Andrea Iannone.
Heute wissen wir: Advocates Racing legte den BSB-Einstieg zu den Akten und ist seit Portimão mit Tommy Bridewell in der Weltmeisterschaft am Start.
Viel Superbike-Know-How im Team Advocates Racing vorhanden
Eine Schlüsselperson im Team ist Mick Shanley, der zuletzt als Teammanager im MIE Honda-Team der Japanerin Midori Moriwaki tätig war. Shanley gibt im Gespräch mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach einen Einblick in die turbulente Startphase des Teams.
«Ich bin erst seit Januar an Bord», begann der Brite. «Eigentlich wurde ich als Crew-Chief angeheuert, aber mittlerweile organisiere ich vieles drumherum, weil sonst niemand Erfahrung mit der Organisation in der Weltmeisterschaft hat. Die Atmosphäre im Team ist mega, wirklich fantastisch. Wir erhielten das Bike beim Portimao-Test und das Testteam von Ducati half uns bei den ersten Schritten. Ducati unterstützt uns sehr, um Fahrt aufzunehmen; dazu arbeiten ehemalige Teammitglieder von MIE bei uns. Es sind also viele Personen im Team, die etwas von ihrem Job verstehen.»
Shanley weiter: «Der ursprüngliche Plan war, die britische Superbike-Serie zu fahren und vier oder fünf Wildcards in der Weltmeisterschaft zu beantragen. Aber das Bike beim Test war in kompletter WM-Spezifikation. Also haben wir mit dem Teambesitzer gesprochen, der ohnehin die Vision für die Weltmeisterschaft hat. Denn das Motorrad auf BSB-Konfiguration zurückzubauen, wäre ein großes Unterfangen gewesen, auch wenn man das nicht glauben mag. Es wäre eine hektische Saison gewesen, wenn wir neben den BSB-Runden vier und fünf Gaststarts in der WM in unterschiedlichen Spezifikationen hätten absolvieren müssen. Also wurde entschieden, in die Superbike-WM zu wechseln, zumal sich das erforderliche Budget nicht wesentlich unterscheidet.»
Advocates Racing: Phillip Island auszulassen, war bitter
Der diesjährige BSB-Kalender besteht aus elf Events und zwei offiziellen Tests. Die Saison der Superbike-WM 2026 hat zwölf Meetings, doch Advocates verzichtete auf den Saisonauftakt in Australien und stieg beim Europaauftakt in Portimão ein.
«Wir wären gerne schon auf Phillip Island dabei gewesen, da es ja ein australisches Team ist, aber das war zeitlich nicht möglich. Das Material kam einfach zu spät, Ersatzteile fehlten und so weiter. Es machte also keinen Sinn, dieses Risiko einzugehen», bedauerte Shanley. «Unser Paket ist konkurrenzfähig. Unser Problem ist nur, dass wir erst vor ein paar Monaten gestartet sind. Wir müssen uns langsam herantasten und dürfen keine verrückten Dinge ausprobieren. Wenn Tommy alle drei Rennen zu Ende fährt, ist das für uns schon ein Bonus. Wir gehen Schritt für Schritt vor.»
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