V4-Yamaha: Auch Jack Miller erkennt keine klare Entwicklungs-Roadmap
Jack Miller wirkt nach dem Jerez-Test ernüchtert: Rang 17, über eine Sekunde Rückstand – und kaum Fortschritte bei Yamaha. Der Australier sieht bei der V4-Yamaha Baustellen in allen Bereichen.
Für Jack Miller verlief der MotoGP-Test in Jerez ernüchternd. Der Pramac-Yamaha-Pilot belegte lediglich Rang 17 und lag rund eine Sekunde hinter der Spitze – ein weiteres Indiz dafür, wie groß der Rückstand des neuen V4-Projekts von Yamaha derzeit noch ist.
Der Australier spulte am Montag zwar ein umfangreiches Testprogramm ab, echte Durchbrüche blieben jedoch aus. «Es war ein arbeitsreicher Montag. Am Vormittag haben wir vieles überprüft, vor allem das neue Chassis vom Rennwochenende, um sicherzugehen, dass unsere Entscheidung richtig war. Wir wollten alles doppelt und dreifach absichern, die Richtung verstehen – was ist anders, was ist positiv, was ist negativ», erklärte Miller.
Neue Schwinge harmoniert mit dem neuen Chassis
Zusätzlich testete er eine neue Schwinge sowie zahlreiche Elektronik-Änderungen: «Wir haben eine andere Schwinge probiert, die mir etwas besser gefallen hat. In Kombination mit dem neuen Chassis bin ich damit relativ zufrieden. Aber wir müssen uns natürlich weiter verbessern. Dazu kamen viele elektronische Themen – Motorbremsstrategie, Traktionskontrolle, eigentlich alles.»
Trotz kleiner Fortschritte ist für Miller klar, dass es an allen Ecken fehlt: «Wir müssen besser einlenken, wir müssen härter bremsen – oder besser gesagt, mehr verzögern. In der zweiten Hälfte der Bremsphase sind wir gut, aber in der ersten Hälfte verzögern wir nicht genug. Da haben wir einen kleinen Schritt gemacht.»
Millers größter Wunsch: Mehr Motorleistung
Vor allem beim Motor sieht er dringenden Handlungsbedarf: «Leistung – wir alle wissen, dass wir mehr Leistung brauchen. Das ist im Moment mein Hauptziel, denn es würde das Überholen deutlich einfacher machen.»
Eine klare Entwicklungs-Roadmap seitens Yamaha erkennt Miller nicht: «Wir versuchen einfach, so viele Punkte wie möglich abzuarbeiten. Natürlich haben sie intern Prioritäten, basierend auf vier Fahrern. Meine Bedürfnisse können sich von denen der anderen unterscheiden, aber es ist ihre Aufgabe, die Reihenfolge festzulegen.»
Bitter: Die aktuelle V4-Yamaha hat keine einzige Stärke
Besonders ernüchternd: Eine erkennbare Stärke erkennt der Routinier in keinem Bereich des Motorrads. «Jeder Bereich braucht Arbeit. Wenn das Motorrad etwas gut macht, macht es andere Dinge nicht so gut. Das Bike ist erst sechs oder acht Monate alt, also noch sehr neu. Wir sammeln noch Daten und versuchen zu verstehen, wo die Stärken und Schwächen liegen. Ich kann im Moment nicht sagen, dass es irgendwo wirklich herausragend ist.»
Entsprechend wächst auch der Frust – auch wenn Miller weiter an das Projekt glaubt: «Es ist frustrierend, ganz klar. Du arbeitest die ganze Woche, die gesamte Off-Season hart und setzt dir Ziele, von denen du weisst, dass sie schwer zu erreichen sind. Aber was willst du machen? Nach Hause gehen? Das ist keine Option. Wir arbeiten weiter daran. Wenn du hart arbeitest, werden sich die Dinge irgendwann drehen. Ich bin jemand, der Blut aus einem Stein presst.»
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Ai Ogura (J)
Aprilia
1:35,944 min
2.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
+0,005 sec
3.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
+0,328
4.
Marc Marquez (E)
Ducati
+0,333
5.
Pedro Acosta (E)
KTM
+0,355
6.
Alex Marquez (E)
Ducati
+0,450
7.
Fabio Quartararo (F)
Yamaha
+0,495
8.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
+0,533
9.
Johann Zarco (F)
Honda
+0,714
10.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
+0,727
11.
Jorge Martin (E)
Aprilia
+0,739
12.
Enea Bastianini (I)
KTM
+0,743
13.
Diogo Moreira (BR)
Honda
+0,934
14.
Luca Marini (I)
Honda
+0,952
15.
Joan Mir (E)
Honda
+1,033
16.
Brad Binder (ZA)
KTM
+1,036
17.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
+1,064
18.
Fermin Aldeguer (E)
Ducati
+1,095
19.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
+1,127
20.
Dani Pedrosa (E)
KTM
+1,539
21.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
+1,546
22.
Alex Rins (E)
Yamaha
+1,597
23.
Lorenzo Savadori (I)
Aprilia
+1,793
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