Schweizer Grand-Prix-Sieger Jacques Cornu verstorben
Am Montag verlor der Ex-Grand-Prix-Pilot Jacques Cornu seinen schwersten Kampf und verstarb infolge seiner Krebserkrankung. Mit ihm verliert die Schweiz einen seiner besten Straßenrennfahrer.
Geboren wurde Jacques Cornu am 15. Mai 1953 in Aigle im Schweizer Kanton Waadt. Am Montag, dem 27. April, verlor der beliebte, vielseitige und auch im Grand-Prix-Sport sehr erfolgreiche Westschweizer, wenige Tage vor seinem 73. Geburtstag, den Kampf gegen den Krebs.
Über die Schweizer Meisterschaft, in der er 1977 in der Halbliterklasse seinen ersten nationalen Titel errang und ein Jahr später gleich in drei Klassen (250, 350 und 500 ccm) triumphierte, kam er 1980 erstmals in den Grand-Prix-Sport. Ebenso verdiente er sich in der Motorrad-Langstrecken-Weltmeisterschaft seine ersten Sporen. In dieser feierte er 1982 zusammen mit dem Franzosen Jean-Claude Chemarin auf einer 1000er-Kawasaki als Weltmeister auch seinen ersten ganz großen internationalen Erfolg. 1983 gewann er zusammen mit dem Franzosen Gerard Coudray und seinem Landsmann Sergio Pellandini die 24 Stunden von Le Mans.
Im GP-Sport war die Viertelliterklasse sein bevorzugtes Metier, wobei er in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre seine größten Erfolge feierte. In seinem ersten Grand-Prix-Jahr 1980 fuhr er beim zweiten Saisonrennen der 250er im spanischen Jarama als Sechster erstmals in die Punkteränge (damals noch bis Platz 10). In Brünn verfehlte er im Rennen der 350-ccm-Klasse als Vierter das Podest um die Winzigkeit von 0,31 Sekunden. Am Jahresende landete er mit seinen privat eingesetzten Yamaha in der Viertelliterklasse auf Rang 8 und bei den 350ern auf Rang 7.
Vierter wurde er auch 1981 im Rennen der 350-ccm-Klasse im damals jugoslawischen Rijeka. Am Saisonende stand erneut Platz 8 für ihn zu Buche.
1982 klappte es dann mit seinem ersten GP-Podest. Beim letzten WM-Lauf auf dem alten über 10 Kilometer langen Straßenkurs in Brünn und zugleich dem vorletzten 350er-Rennen der Geschichte begleitete er als Dritter den Belgier Didier de Radigues und Toni Mang zur Siegerehrung. In der Jahresendwertung wurde er in dieser Klasse diesmal Siebenter.
Nach den 250er-WM-Endrängen 9, 6, 10 und 7 sollte 1988 sein erfolgreichstes Jahr werden. Auf dem Salzburgring raste der Honda-Werksfahrer vom Team Parisienne-Elf als Erster einer Vierergruppe über den Zielstrich und errang somit seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Diesem fügte er später im Jahr beim Grand Prix von Frankreich in Le Castellet, wiederum in einem bis zum Schluss extrem engen Rennen, einen weiteren hinzu. Zusammen mit drei weiteren Podestplätzen wurde Cornu in jener Saison am Ende sensationeller WM-Dritter.
So auch 1988, als er den Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps gewann und zudem sechs weitere Male auf dem Podest stand. 1990 wurde die «Töff-Legende» mit der seit vielen Jahren schon sehr hohen Stirn nach einer weiteren schweren Verletzung nur Neunter. Da er zudem seinen Honda-Werksfahrer-Status verlor, sagte er dem Rennsport als 37-Jähriger Lebewohl. Zusammen mit seinen drei GP-Siegen stand er insgesamt 21 Mal auf dem Podium.
1992 gründete der Neuenburger die «Cornu Master School» und lehrte Interessenten das schnelle Motorradfahren.
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