Sebastien Ogier führt in Portugal nach Pech von Fourmaux und Solberg
Weltmeister Ogier (Toyota) führt die Rallye Portugal an, dicht gefolgt von Hyundai-Pilot Thierry Neuville. Der zwischenzeitliche Spitzenreiter Adrien Fourmaux fiel nach Abflug auf Platz 6 zurück.
Toyota-Fahrer Oliver Solberg führte die 59. Ausgabe der Rallye Portugal nach der ersten Etappe am Donnerstag mit insgesamt drei Wertungsprüfungen vor dem heutigen Tag an. Seinen knappen Vorsprung verlor jedoch sofort an Fourmaux (Hyundai) in WP4.
Während hinter dem Franzosen sich einige Fahrer um die Podiumspositionen balgten, baute Fourmaux seinen Vorsprung bis zum Mittags-Remote-Service in Arganil auf 7,7 Sekunden aus. Toyota-Mann Ogier - der bei diesem Service einige Änderungen an der Federung vornahm - legte am Nachmittag dann richtig Tempo zu.
Der Franzose verkürzte den Vorsprung von Fourmaux auf nur noch vier Sekunden und übernahm dann nach der WP8 Gois die Führung, als sein Landsmann von der Straße abkam und obendrein zwei Reifenpannen erlitt.
Infolgedessen fiel Fourmaux auf den sechsten Platz zurück und beendete den Tag mit einem Rückstand von 34,3 Sekunden auf die Spitze, nachdem er die letzten beiden Wertungsprüfungen des Tages ohne Ersatzrad absolvieren musste.
Ogier musste sich unterdessen mit Neuville auseinandersetzen, hatte aber den Belgier jedoch im Griff. Obwohl die Abstände weiterhin knapp blieben, gewann Ogier drei der vier Wertungsprüfungen am Nachmittag und geht nun mit einem Vorsprung von 3,7 Sekunden in den Samstag.
Der Vorsprung ist allerdings relativ, denn für den Samstag wird der große Regen erwartet.«Morgen beginnt eine komplett neue Rallye», prognostiziert Ogier. «Im Moment können wir mit dem zufrieden sein, was wir heute Nachmittag geleistet haben. Der Start der Rallye war etwas kniffliger, aber wir können froh sein, dass wir ein gutes Tempo gefunden haben».
Ein Dreher in einer Haarnadelkurve und eine zerbrochene Windschutzscheibe bremsten Sami Pajari (Toyota) am Nachmittag nachhaltig ein. Der Finne hatte sich am Vormittag nach zwei Etappensiegen in Folge bis auf den zweiten Platz vorgearbeitet. Dennoch liegt er über Nacht auf einem Podiumsplatz - 1,1 Sekunden vor Solberg. Rallye-Monte Carlo-Sieger Solberg (Toyota) machte auf WP8 in derselben Kurve wie Fourmaux einen Fahrfehler und ärgerte sich über einem «dummen Tag».
Pajari und Solberg liegen 15,2 bzw. 16,4 Sekunden auf den Positionen drei und vier hinter Ogier. Elfyn Evans (Toyota) hatte einen fahrerisch fehlerfreien Tag. Der WM-Führende wurde jedoch beim zweiten Durchgang von Argnail von einem Bergungswagen aufgehalten. Später wurde dem Waliser eine fiktive Zeit zugewiesen, wodurch er mit 4,4 Sekunden Rückstand auf Platz fünf zurückfiel.
Takamoto Katsuta (Toyota) liegt einsam auf dem siebten Gesamtrang - 50,1 Sekunden hinter der Spitze. Der Japaner hatten den ganzen Tag mit Schwierigkeiten zu kämpfen das richtige Fahrgefühl zu finden, so dass der zweifache Saisonsieger nur zwei Top-5-WP-Zeiten realisierte.
«Sicherlich lief es besser als am Vormittag, aber ich hatte wirklich zu kämpfen», äußerte sich Katsuta und meinte: «Für morgen wissen wir, wie wir uns verbessern können. Die Bedingungen werden morgen ziemlich knifflig sein, aber eigentlich hoffe ich sogar genau darauf».
Dani Sordo (Hyundai) überstand nach einem gewaltigen Sprung eine brenzlige Landung und beendete den Tag als Achter mit 33,2 Sekunden Abstand auf Katsuta.
Der Ire Josh McErlean führt das M-Sport-Puma-Trio an, obwohl er eine 50-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekam. Beim Remote-Service war er fünf Minuten zu spät abgefahren, als sein Ford nicht anspringen wollte. Ohne diese Strafe läge er 7,4 Sekunden hinter Sordo (Hyundai, Platz 8) statt 57,4 Sekunden.
Teilzeitprogrammfahrer Martiņs Sesks hatte zuvor vor McErlean gelegen und am Nachmittag die viert- und drittschnellste Zeit gefahren, bevor er auf der letzten Wertungsprüfung des Tages zwei Reifenpannen an den Vorderrädern hatte.
Sesks wurde auf dieser Wertungsprüfung von McErlean (Platz 9) überholt und verlor dadurch über drei Minuten. «Es war genau dieselbe Stelle wie im letzten Jahr, an der wir die Reifenpanne hatten», ärgerte sich Sesks, der noch eine zweite Reifenpanne sich eingefangen hatte.
M-Sport-Pilot Jon Armstrong (16. gesamt) absolvierte den gesamten Nachmittag ohne Servolenkung, konnte sich aber am Ende des Tages mit 18,1 Sekunden Vorsprung vor Sesks (18.Gesamt) absetzen.
In der WRC2-Kategorie führt Nikolay Gryazin (auf Gesamtplatz 10) im Lancia vor Jan Solans (Skoda), Roope Kahonen (Toyota) und dem Sieger der beiden letzten Rallyes Yohan Rossel (Lancia).
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