Max Verstappen (Red Bull) für V12-Motor und Tankstopp

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Der Niederländer Max Verstappen sitzt erstmals im Red Bull Racing RB13. Der 2016er Spanien-GP-Sieger sagt: «Die neuen Formel-1-Autos sehen saucool aus, mir gefallen sogar die Haiflossen.»

Bedeckter Himmel heute über dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Die zehn Formel-1-Rennställe haben bis auf Haas jene Fahrer im Einsatz, die gestern zuschauen mussten. Für Red Bull Racing bedeutet dies: Erster Testtag für Max Verstappen in seinem neuen Büro, das Red Bull Racing RB13 heisst.

Der Niederländer sagt auf seiner eigenen Webpage: «Nie habe ich mich aufwändiger auf eine Saison vorbereitet. Das Training an sich hat sich nicht so stark verändert, ich habe lediglich länger und härter gearbeitet. Es waren in der Regel zwei Trainingseinheiten pro Tag, das bedeutete – Frühstück, dann 90 Minuten intensives Training, gefolgt von mehr Essen, Duschen und Ausruhen. Am Nachmittag dann Essen, Training, Duschen. Dann war meist schon 18.00 Uhr, und du wolltest eigenlich nur noch eines – die Füsse aufs Sofa legen. Ich habe aber auch Zeit mit Skilauf verbracht und war mit meinen Freunden unterwegs. Das hat gut getan.»

Zur neuen Modellgeneration meint Max: «Die Autos sehen durchs Band aggressiver aus, saucool, wie ich finde. Die Frontflügel sind enorm und wirken in dieser V-Form sehr dynamisch. Die breiteren Pirelli finde ich klasse. Mir gefällt auch, dass die Techniker im Bereich der seitlichen Luftleit-Elemente mehr Freiheiten erhielten. Es wird viel über die Haiflossen geredet, mir gefallen sie.»

Bei allen Teams wird davon gesprochen, dass kein Stein auf dem anderen geblieben sei. Der 19jährige Verstappen bestätigt: «Unverändert sind eigentlich nur die Sitzposition oder die Anordnung der Pedale und die Lenkradposition. Sonst ist alles neu.»

Seinem idealen Formel-1-Renner entspricht der 2017er Red Bull Racing-Renner aber nicht, wie der WM-Fünfte von 2016 schmunzelnd zugibt: «Ehrlich gesagt wäre mir am liebsten, wir würden mit V10- oder V12-Saugmotoren fahren. Und mit kleineren Tanks, damit wir wieder Tankstopps hätten. Und gegen eine Traktionskontrolle hätte ich auch nichts einzuwenden.»

Potenter Saugmotor also, ist da zu erwarten, dass Max bald einen der atemraubenden Aston Martin-Red Bull-Supersportwagen in seiner Garage stehen hat? Max lacht: «Nein, dazu kostet der Wagen zu viel. Dafür würde ich mir zehn andere Autos kaufen. Zudem wäre die Versuchung gross, auf der Strasse ein wenig zu schnell zu fahren. Das kann ich mir nicht leisten, ich brauche meinen Führerschein.»

Max Verstappen steht vor seiner dritten GP-Saison, aber es fühlt sich an, als wäre der Niederländer schon Jahre dabei. Er selber meint: «Klar ist der Aufstieg sehr schnell gegangen, aber das war in meiner Karriere schon immer so. Ich fand es keinen Schock, in die Formel 1 zu kommen. Die grösste Veränderung war das gewaltige Interesse der Medien.»

Verstappen über seine Stärken und Schwächen: «Ich bin grundsätzlich ein eher entspannter Typ. Ich passe mich neuen Situationen sehr schnell an. Mein Rennhandwerk ist solide. Aber ich kann überall besser werden. Im vergangenen Jahr waren einige meiner Starts nicht so gut, aber da ging es vor allem um Feinabstimmung der Systeme. In anderen Renngeräten liess ich einfach die Kupplung kommen, und los ging’s! Das ist in der Formel 1 ein wenig komplexer. Ich brauchte auch eine gewisse Zeit, um aus dem Qualifying das Beste zu machen, vor allem in Bezug auf die Reifen. Aber ich habe mich mit der Zeit Daniel Ricciardo immer weiter genähert. Erfahrung ist in der Formel 1 viel wert.»

2016 war auch die Saison, während welcher wir Max’ Vater Jos Verstappen weniger häufiger an der Rennstrecke gesehen haben. Der frühere GP-Fahrer meinte: «Meine Aufgabe bestand darin, Max in die Formel 1 zu bringen. Das habe ich geschafft. Jetzt kann ich einen Schritt zurücktreten.»

Verstappen junior meint dazu: «Ich finde es normal, dass du früher oder später deinen eigenen Weg gehst. Ich lebe inzwischen ja auch alleine in Monte Carlo. Aber wir sprechen weiterhin jeden Tag.»

Zur Saison 2017 meint Max Verstappen: «Mit einem guten Wagen kommen gute Ergebnisse. Aber wie gut unser Auto ist, das muss sich erst zeigen. Wenn du weisst, mit deinem Wagen ist maximal Rang 3 möglich, und du wirst Dritter, dann ist das ein gutes Ergebnis. Wenn ich aber weiss, dass wir ein Siegerauto haben, dann wird immer der GP-Triumph mein Ziel sein. Prognosen wage ich keine.»

«Klar ist für mich der WM-Titel das Ziel. Dafür mache ich alles. Aber es ist unmöglich zu sagen, wann das passieren wird. Manchmal laufen die Dinge für dich, manchmal eben nicht. Aber ich möchte innerhalb der kommenden fünf Jahre Champion werden.»

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