Robert Kubica: Junge Renault-Fahrer sehen alt aus

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Renault-Nachwuchspilot Oliver Rowland (24), gegenwärtig Zweiter in der Formel 2, gibt zu: «Alle jungen Piloten haben einen schweren Stand gegen Robert Kubica.» Der Pole ist der König der Herzen.

Die meisten Formel-1-Insider sind überzeugt: Jolyon Palmer wird 2018 nicht mehr für Renault fahren. Auch wenn Renault-Sport-Geschäftsleiter Cyril Abiteboul beteuert: «Die Zukunft von Jolyon liegt ganz alleine in den Händen von Jolyon.» Palmers Bilanz zur Formel-1-Sommerpause: null Punkte. Alle 26 Renault-Punkte hat Nico Hülkenberg eingefahren.

Renault muss in den kommenden Wochen und Monaten die Frage klären, wer 2018 an der Seite von Nico Hülkenberg fahren wird.

Renault-Konzernchef Carlos Ghosn hätte am liebsten Fernando Alonso zurück. Aber will das auch Fernando? Die Alternative Carlos Sainz hat sich für Renault erledigt – Red Bull lässt den begabten Madrilenen nicht gehen. Sergio Pérez spaltet Fans und Fachleute: Die einen halten ihn für überschätzt, die anderen sagen, er hatte seine Chance in einem guten Team (McLaren 2013), er hat sie nicht genutzt.

Was ist mit dem eigenen Nachwuchskader? Hier stehen Renault der Russe Sergej Sirotkin zur Verfügung (offizieller dritter Fahrer 2017), der Kanader Nichols Latifi, dazu der Engländer Oliver Rowland.

Das Problem für Renault heisst Robert Kubica. Denn der 32jährige Formel-1-Rückkehrer ist beim Test mit einem 2012er Lotus-Renault angeblich auf Anhieb schneller unterwegs gewesen als Sirotkin. Er hat Latifi beim Hungaroring-Test in den Schatten gestellt. Und auch Oliver Rowland – gegenwärtig hinter Charles Leclerc Zweiter in der Formel 2 – bezweifelt, dass für die jungen Renault-Fahrer ein Weg vorbei an Kubica führt.

Denn Rowland sagt im englischen TV-Sender Channel 4: «Robert galt vor sieben Jahren als kommender Superstar. Dann kam 2011 der schwere Unfall, nun ist er wieder da. Er ist von der Bewegungsfähigkeit seines rechten Armes eingeschränkt, und doch haben wir in Ungarn gesehen, wozu er fähig ist. Robert geniesst innerhalb von Renault sehr viel Unterstützung, und jeder würde sich über eine Rückkehr auf die GP-Pisten freuen. Daher fällt es mir schwer, an meine Chance zu glauben.»

«Was mich angeht, so ist Nicholas Latifi die Messlatte. Nicht nur als Renault-Junior, sondern auch als mein Stallgefährte in der Formel 2. Wenn es hier darum geht, wer den Platz bei Renault bekommen sollte, dann hätte ich gute Chancen. Sirotkin ist letztes Jahr in der GP2 gefahren, heute ja die Formel 2. Er ist Gesamtdritter geworden, also behaupte ich – ich mache den besseren Job. Wir waren auch Stallkollegen 2014 in der World Series by Renault, und dort habe ich ihn geschlagen.»

«Ich weiss, ich habe nicht die grossen Sponsoren hinter mir. Aber ich weiss, was ich kann. Dennoch sehe ich mich in der Hackordnung hinter Robert Kubica. Ich habe den grössten Respekt vor seiner Leistung. Und auch ihn würde ihn gerne wieder in der Formel 1 sehen. Ich wünschte nur, wir wären nicht Konkurrenten um den gleichen Platz.»

 

 

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