Brasilien-GP: 5. Saisonsieg von Sebastian Vettel!

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Den Grundstein für seinen Brasilien-Erfolg legte Sebastian Vettel beim Start, indem er an Pole-Setter Valtteri Bottas vorbeizog

Den Grundstein für seinen Brasilien-Erfolg legte Sebastian Vettel beim Start, indem er an Pole-Setter Valtteri Bottas vorbeizog

Ferrari-Star Sebastian Vettel machte im zweitletzten Grand Prix des Jahres in Brasilien alles richtig und sicherte sich seinen fünften Saisonsieg vor Valtteri Bottas und seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen.

Die GP-Stars durften sich am Rennsonntag in Brasilien bei deutlich freundlicheren Bedingungen auf den Weg zur Startaufstellung machen. Bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad Aussentemperatur machte Lokalmatador Felipe Massa den Anfang. Der Williams-Pilot, der heute sein letztes Formel-1-Heimspiel bestreitet, wurde von den Fans auf den Tribünen frenetisch bejubelt, als er sich auf dem 60 Grad heissen Asphalt des Interlagos-Rundkurses auf der neunten Startposition einreihte.

An der Spitze durfte Valtteri Bottas die Pole ansteuern. Der Mercedes-Pilot nutzte nach dem Ausfall seines Teamkollegen Lewis Hamilton die Chance und sicherte sich zum dritten Mal in seiner Formel-1-Karriere den ersten Startplatz. Neben ihm durfte Sebastian Vettel als Zweiter auch aus der ersten Reihe starten. Hinter dem Silberpfeil und dem Ferrari-Piloten lauerten Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen und Red Bull Racing-Talent Max Verstappen auf ihre Chance.

Die Formel-1-Ingenieure hatten alle Hände voll zu tun, um die letzten Anpassungen vorzunehmen. «Die Strecke ist knapp 30 Grad heisser als gestern, deshalb erwarten wir einen sehr viel höheren Reifenabbau bei den Hinterreifen. Darauf müssen wir reagieren», erklärte Sergio Pérez noch auf der Startaufstellung, bevor er in seinen rosa Renner kletterte, mit dem er vom fünften Startplatz losfahren durfte.

Drei Ausfälle in der ersten Runde

Kaum waren die Startlichter aus, ging die Action los. Während sich Vettel die Führung vor Bottas, Räikkönen, Verstappen und Fernando Alonso schnappte, drehte sich weiter hinten im Feld Daniel Ricciardo in der dritten Kurve. Der Australier hatte eine Strafversetzung um zehn Positionen hinnehmen müssen, weil er mit einer neuen MGU-H-Einheit ausgerückt war.

Doch damit nicht genug, auch Romain Grosjean und Esteban Ocon gerieten aneinander, wobei der Force India-Pilot das Nachsehen hatte und ausfiel – genauso wie Kevin Magnussen und Stoffel Vandoorne, die sich beim Start in die Haare kriegten und beide nicht mehr weiterfahren konnten. Die Wiederholung der Aufnahmen zeigte, dass der Belgier nichts dafür konnte, Magnussen erwischte sowohl seinen Renner als auch jenen von Ricciardo.

Der frühere GP-Pilot und heutige Sky Sports F1-Experte Martin Brundle kommentierte angesichts des Crashs von Grosjean und Ocon trocken: Erst ging Romain der Grip aus, dann das Talent, dabei räumte er Esteban ab.» Und zum Unfall von Magnussen und Vandoorne: «Da kann der McLaren-Pilot nichts dafür.» Die Regelhüter kündigten an, den Unfall zwischen Magnussen, Ricciardo und Vandoorne nach dem Rennen zu untersuchen.

Sebastian Vettel bleibt in Führung

Während Vandoorne einen Weg zurück ins Fahrerlager suchte, hatte sich Vettel hinter dem Safety-Car eingereiht. Hinter dem Ferrari waren Bottas, Räikkönen, Verstappen, Alonso, Massa, Pérez, Nico Hülkenberg, Carlos Sainz und Pierre Gasly auf den weiteren Top-10-Positionen unterwegs. Marcus Ericsson, Brendon Hartley, Lance Stroll, Hamilton, Pascal Wehrlein, Grosjean und Ricciardo folgten den schnellsten Zehn.

Beim Restart in der fünften Kurve konnte Vettel die Führungsposition verteidigen, Massa holte sich derweil den fünften Platz von Alonso, während sich Hamilton auf den zwölften Rang vorarbeitete, gleich darauf aber wieder eine Position verlor, weil Stroll an ihm vorbeizog. Vettel gab an der Spitze Gas und war in Runde 6 mehr als eineinhalb Sekunden von seinem ersten Verfolger im Silberpfeil entfernt.

Hamilton arbeitete sich inzwischen an Stroll vorbei und auch Ericsson schaffte es, den Williams-Rookie zu überholen. Ricciardo schnappte sich derweil die 15. Position von Wehrlein und jagte daraufhin Hartley. Vettel drehte an der Spitze derweil eine schnellste Rennrunde nach der anderen.

Aufholjagd von Hamilton und Ricciardo

Hamilton und Ricciardo machten mit ihrer Aufholjagd weiter und in Runde 15 war der Weltmeister bereits auf der siebten Position unterwegs, während Ricciardo bereits den zehnten Platz belegte. Wie ernst es Hamilton mit der Aufholjagd war, zeigte auch dessen Funkspruch, in dem er sich darüber erkundigte, ob Vettel an der Spitze davonziehen würde.

In Umlauf 20 arbeitete sich Hamilton an Alonso vorbei, eine Runde später schnappte er sich die fünfte Position von Massa. Auch Ricciardo machte weiter und schaffte es – relativ kampflos – in der ersten Kurve an Hülkenberg vorbei. Auf der anderen Seite der Wohlfühlskala fand sich Grosjean wieder, der für den Start-Crash mit Ocon eine 10-Sekunden Strafe aufgebrummt bekam. Der Genfer war zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon auf Position 17 und damit als Letzter unterwegs.

An der Spitze wurde es in der 29. Runde wieder spannend, denn dann bog Vettel an die Box ab. Bottas hatte seinen Reifenwechsel einen Umlauf vorher absolviert und versuchte, die Boxengassen-Ausfahrt zu passieren, bevor Vettel wieder auf die Strecke kam. Der Deutsche hatte aber Glück und kam knapp vor dem Finnen wieder auf die Bahn.

Verstappen bog in der gleichen Runde wie Vettel an die Box ab, Räikkönen kam einen Umlauf später rein und überliess damit die Führung in der 30. Runde Hamilton – der das Rennen aus der Boxengasse in Angriff hatte nehmen müssen! Der Brite hatte allerdings im Gegensatz zu den restlichen Top-4-Kandidaten noch keinen Stopp eingelegt.

Aus von Brendon Hartley

Zur Rennmitte führte Hamilton das Feld noch an, erst in Runde 44 holte sich der Weltmeister an der Spitze frische Reifen und kam auf Position 8 wieder raus. Vettel übernahm damit wieder die Führung vor Bottas, Räikkönen und Verstappen.

Massa, Ricciardo, Alonso, Pérez und Hülkenberg komplettierten die Top-10, Sainz, Wehrlein, Grosjean, Gasly, Ericsson und Stroll komplettierten das Feld. Hartley hatte zwei Umläufe vor Hamiltons stopp aufgeben und seinen Toro Rosso-Renner zum zweiten Mal in Folge vorzeitig abstellen müssen. Diesmal schaffte es der Neuseeländer immerhin zurück an die Box.

Nicht nur Hamilton gab weiter Gas, auch Ricciardo hatte noch lange nicht genug. Der Australier schnappte sich in der 48. Runde den siebten Platz von Alonso und zog einen Umlauf später an Massa auf Position 6 vorbei. Grosjean absolvierte zähneknirschend seine Strafe, während Räikkönen die Lücke zum Zweitplatzierten Bottas verringerte. Auch Hamilton machte im Vergleich zu Vettel Boden wett – zumindest wenn er keine Überrundungen vornehmen musste.

Hamilton schaffte es erst an Ricciardo und in Runde 60 nach einem gescheiterten Überholversuch schliesslich auch an Verstappen vorbei und damit auf den vierten Platz hinter Leader Vettel, Bottas und Räikkönen. Zehn Runden vor Schluss trennten nur sieben Sekunden die ersten Vier. Dahinter belegten Verstappen, Ricciardo, Massa, Alonso, Pérez, Hülkenberg, Sainz, Gasly, Wehrlein, Stroll, Ericsson und Grosjean die weiteren Plätze.

Verstappen versuchte einen weiteren Stopp bei seinem Renningenieur durchzubringen, doch der war auch nach einer Diskussion nicht begeistert von dieser Idee. Der 20-Jährige setzte sich schliesslich durch und holte sich in der 63. Runde frische Supersofts ab. Wegen seines grossen Vorsprungs auf seinen ersten Verfolger konnte er die fünfte Position halten.

Am Ende durfte Vettel seinen fünften Saisonsieg und den 47. GP-Triumph seiner Karriere bejubeln. Hinter dem vierfachen Champion sorgte Polesetter Valtteri Bottas mit dem zweiten Platz für Schadensbegrenzung. Dahinter reihten sich Räikkönen und Hamilton ein, die in den letzten Runden für Unterhaltung gesorgt hatten.

Verstappen, Ricciardo, Massa, Alonso, Pérez und Hülkenberg komplettierten die Top-10. Sainz, Gasly, Ericsson, Wehrlein, Grosjean und Stroll belegten die weiteren Ränge. Der Kanadier hatte zwei Runden vor dem Rennende grösste Probleme, weil sich sein linker Vorderreifen aufgelöst hatte.

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