Mercedes-Teamchef Toto Wolff: Das sind Formel-1-Autos, nicht wie zuvor Wale
Die Stimmung ist gut bei Mercedes nach dem ersten Wintertest auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Aber wie üblich dämpft Teamchef Toto Wolff (54) die Erwartungen der Fans.
In den vergangenen Monaten war oft davon die Rede, dass Mercedes mit den 2026er Antriebseinheiten die Hausaufgaben am besten gelöst habe. An Hörensagen hat Mercedes-Teamchef Toto Wolff ohnehin nie geglaubt.
Der 54-jährige Östereicher sagt: «Was ist Barcelona passierte, das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass so viel im Bereich der Leistungsdifferenzierung künstlich aufgebauscht wird. Ich habe in Spanien niemanden gesehen, der in dieser Hinsicht einbricht.»
«Ich bin wirklich froh, dass es für uns gut gelaufen ist, im Sinne davon wie Chassis und Antriebseinheit harmonieren. Wir hatten drei solide Tage, auf die wir aufbauen können.»
Gegner haben nicht voll aufgedreht
«Allerdings haben wir noch kein vollständiges Bild des Kräfteverhältnisses, weil Max Verstappen nie auf schnellen Runden war und weil Ferrari und McLaren gewiss nicht alles gezeigt haben, was sie draufhaben.»
«Ich würde also nie so weit gehen und sagen – das war alles grossartig von uns. Denn wir wissen nicht, wie gut das war. Es ist schön, wenn dein Fahrer der Favorit der Wettanbieter ist, docb wir haben noch nicht bewiesen, dass wir ein Paket haben, das gut genug ist, um den Titel zu holen.»
In Bahrain ist alles anders
«Wir waren noch nicht bei Hitze unterwegs wie in Bahrain, wir waren noch nicht auf rauem Asphalt wie in Bahrain, und beides war für uns in der Vergangenheit schwierig. Ich bin ohnehin der Glas halb leer-Typ. In dieser Phase der Saisonvorbereitung bin ich stets vorsichtig und argwöhnisch.»
Schon oft falsche Erwartungen
«Ich bin immer skeptisch, was die Leistungsfähigkeit angeht. Ich habe meine Erwartungen schon zu oft falsch gesetzt und möchte einfach nicht in Bahrain oder Melbourne feststellen müssen, dass wir nicht das sind, was wir dachten, dass wir sein würden.»
Wie sieht der Wiener diese neue Rennwagengeneration? Toto weiter: «Ich sehe jetzt keine schlechten Punkte, und versuche hier nicht, ein Produkt besser darzustellen, als es ist. Ich finde wirklich, die Autos sind fantastisch so wie sie aussehen, spektakulär. Sie sehen jetzt wieder aus wie Formel-1-Autos, nicht wie die Wale der Vergangenheit. Ästhetisch sind sie sehr gelungen, und ich mag das Motorenkonzept, besonders was den Boost betrifft.»
Toto Wolff: «Es wird mehr Überholmanöver geben»
«Ich glaube, wir werden aufgrund der verschiedenen Werkzeuge, welche den Piloten zu Verfügung stehen, mehr Überholmanöver erleben; und das in Bereichen, wo wir das jetzt nicht unbedingt erwarten würden.»
«Klar geht es immer ums schnellste Auto, aber 2026 erleben wir diese zusätzliche Dimension des intelligenten Fahrens und der Taktik, das finde ich für die Formel 1 spannend.»
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