Deutscher in der Superbike-WM: Reiterberger sieht Tulovics Chance
Die Superbike-WM 2026 startet ohne deutschsprachigen Teilnehmer. Markus Reiterberger analysiert bei SPEEDWEEK.com die Situation und bescheinigt Lukas Tulovic gewisse Chancen.
Seit Philipp Öttls Rückkehr in die Supersport-WM im Winter 2024/2025 gibt es keinen deutschen Stammfahrer mehr in der Superbike-WM. Mit Dominique Aegerter verließ Ende 2025 der letzte deutschsprachige Pilot die höchste seriennahe Kategorie. Aktuell stehen für die neue Saison neun Italiener, vier Briten, drei Spanier sowie jeweils ein Portugiese, Australier, Türke, Thailänder und US-Amerikaner fest.
Markus Reiterberger zählt zu den wenigen Deutschen, die in der Superbike-WM Top-5-Ergebnisse erzielen konnten. Der Bayer bringt es auf insgesamt 75 Rennstarts in der Serie und kennt das Geschäft bestens. In der jüngeren Vergangenheit unterstützte er BMW als Testfahrer und sprang zuletzt 2024 als Ersatzpilot ein.
Wir haben uns bei «Reiti» erkundigt, welcher Fahrer der nächste Deutsche in der Superbike-WM sein könnte. «Tulovic hat eine realistische Chance, weil er letztes Jahr echt stark war», erklärte Reiterberger gegenüber SPEEDWEEK.com und lobte die Leistungen seines Landsmanns.
Bei Tulovic stimmen aus Reiterbergers Sicht die Voraussetzungen. «Er hat ein gutes Paket», sagt der 31-Jährige, der Tulovics Wildcard-Einsatz beim Saisonfinale in Jerez genau verfolgte. In der Saison 2026 will Tulovic versuchen, seinen Titel in der IDM (jetzt Euro Moto) zu verteidigen. Der 25-Jährige startet erneut für Ducati Frankfurt und pilotiert eine Panigale V4 R.
WM-Gaststarts sind angedacht, hängen jedoch auch vom Saisonverlauf ab. Da Ducati derzeit am absoluten Limit arbeitet, um die Rennteams in den verschiedenen Superbike-Meisterschaften rechtzeitig mit Material für 2026 zu versorgen, ist aktuell nicht absehbar, ob sich für Tulovic eine WM-Chance ergibt. Auch Finanzierung, Organisation und das benötigte Personal stellen den IDM-Champion vor große Herausforderungen.
Dass es abgesehen von Tulovic in Deutschland derzeit nicht besonders rosig aussieht, weiß auch Reiterberger, der in der Euro Moto auf «Tulo» trifft. Ebenfalls am Start ist Ex-Grand-Prix-Pilot Marcel Schrötter, der für 2026 keine attraktive Option in der Supersport-WM hatte.
«Abgesehen von Tulovic gibt es aktuell ein Defizit an Fahrern. In der Nachwuchsförderung müssen wir stärker angreifen. Der Sprung aus den nationalen Serien ist wirklich schwierig», bedauert Reiterberger.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach