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Sepang International Circuit: legendäre Test-, Renn- und Schicksalsstrecke

Es hat Tradition: Der offizielle Sepang-Test gilt als offizieller Startschuss und Gradmesser jeder neuen MotoGP-Saison. SPEEDWEEK.com liefert den Stecken-Steckbrief vor der großen Zeitenjagd.

Thomas Kuttruf

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Am 3. Februar wird es wieder laut rund um den Sepang International Circuit. Nach dem dreitägigen Shakedown, bei dem die Testfahrer, Rookies und die Yamaha-Mannschaft am Start waren, wird sich die Anzahl der Athleten nun grob verdoppeln. Lediglich der noch frisch verletzte Fermin Aldeguer (Gresini) sowie der nicht vollständig wiederhergestellte Jorge Martin (Aprilia) werden fehlen.

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Beschwerden wegen Lärm dürften aber ausbleiben. Der Circuit befindet sich in Sichtweite des internationalen Flughafens von Kuala Lumpur. Bis ins Zentrum sind es 30 Minuten, theoretisch. Denn die Verkehrssituation ist grenzwertig. Anpeilzeiten, um sich rund um die beeindruckende Anlage zu bewegen, verdoppeln sich gerne.

Längst hat sich die Anlage im Südwesten des Landes als Testmekka der MotoGP etabliert. Der Startschuss für die Motorrad-WM fiel dort noch im letzten Jahrtausend. Nur einen Monat nach der Eröffnung im März 1999 der vom deutschen Rennstrecken-Architekten Hermann Tilke realisierten Anlage, fand das erste GP-Wochenende statt. Seitdem ist der Zirkus ohne Unterbrechung zu Gast.

Viele Jahre profitierte der Circuit von einer Doppelbelegung mit der Formel 1. Nicht zufällig hieß die Rennstrecke offiziell «Sepang F1 Circuit». Doch 2017 überwarf man sich mit den Promotern der Vierrad-WM. Seit 2018 hat die MotoGP Exklusivstatus, wenn es um eine globale Rennserie geht.

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Der Circuit wird von Piloten aller Rennfahrzeuge verehrt

Der Kunstgriff des Erbauers Tilke: Das 5543 m lange Asphaltband hat einen universellen Charakter und wird von Piloten aller Fahrzeuggattungen für das abwechslungsreiche Layout verehrt. Es steht auch eine Kurvenvariante mit 2,6 km zur Verfügung, doch diese kommt nur für nationale Events zum Einsatz.

Eine Runde bietet alles, was Fahrer lieben – und Ingenieure für ihre Datensammlung wollen. Zunächst bremsen die Piloten der MotoGP mit Kurve 1 eine der engsten Rechtskurven im Kalender an. Es wird von rund 335 auf 70 km/h verlangsamt. Es folgt ein Gefälle, das in eine enge Linkskurve fließt. Handling und Präzision werden dort abgefragt.

Weiter geht es in einem endlos langen Rechtsbogen. Die Anfahrt zu Kurve 4 ist eine Spielwiese für Traktions- und Elektronikspezialisten. Da die Fahrer dort fast einen Kilometer zurücklegen, wirken sich Schwächen gnadenlos auf der Stoppuhr aus. Es folgen mit den Kurven 5 und 6 schnelle Wechselkurven. Aerodynamik und Chassis-Stabilität spielen dort eine große Rolle. Die Anfahrten auf die Kurven 7 und 8 sind eine Aufgabe für den Antrieb. Dort gilt es, weniger als hundert Meter maximal an Tempo zuzulegen.

2011 – Sepang erlangt traurige Berühmtheit

Nach dem engen Bergauf-Linkshaken, den die MotoGP-Bikes im ersten Gang nehmen, wird in großer Schräglage wieder rechts beschleunigt. Kurve 11, eine zuziehende Bergabkurve, ist fahrerisch sehr anspruchsvoll. Traurige Berühmtheit erlangte Kurve 11 im Oktober 2011. Gresini-Honda-Pilot Marco Simoncelli wurde der Sturz in der frühen Phase des Rennens zum Verhängnis. Colin Edwards und Valentino Rossi konnten dem Italiener nicht mehr ausweichen. «SIC58» – schicksalshafterweise heute auch das Kürzel des Sepang International Circuit – starb wenige Stunden nach dem Unfall. Da der Strecke keine Sicherheitsmängel vorzuwerfen sind, geht das Spektakel genauso wie nach dem verheerenden Unfall des Schweizers Noah Dettwiler beim Malaysia-GP 2025 auch in Zukunft weiter.

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Zurück auf die Strecke. Sofort wird wieder auf Stabilität umgeschaltet. Nach einer weiteren schnellen Wechselkurve (12 und 13) wartet Turn 14, die von vielen als Schlüsselstelle empfunden wird.

Andere bezeichnen die zuziehende Kurve 14 schlicht als Rossi-Marquez-Eck. Dort ereignete sich 2015 die legendäre Kollision zwischen den beiden MotoGP-Ikonen, die das Verhältnis zwischen «VR46» und «MM93» nachhaltig zerstörte.

Noch ist die Runde nicht vorbei. Es folgt ein hartes Beschleunigungsstück, fast parallel zur Zielgerade. Erneut wird die 300 km/h-Marke durchbrochen. Kurve 15 zwingt die Fahrer dann wieder zu einer langen Vollbremsung, ähnlich der Zielgeraden. Doch nun geht es volle 180 Grad linksherum. Durch eine leicht nach außen abfallende Strecke ist der Einlenkpunkt schwer zu treffen. Bremsstabilität und ein neutrales Einlenkverhalten machen dort schnell. Auf den letzten Metern zum Zielstrich geht es noch einmal um lange und effiziente Beschleunigung.

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1:56,337 min: Es gilt den Rekord von Bagnaia zu schlagen

Nach drei Tagen ohne Niederschläge während des Shakedown-Tests regnete es am ersten Pausentag kräftig. Spätestens am zweiten Tag dürfte der Kurs wieder die exzellente Qualität in Sachen Haftung erreicht haben. Dem Angriff auf den Streckenrekord, aufgestellt von Pecco Bagnaia im Q2 zum Malaysia-GP 2024, steht nichts mehr im Weg. Es gilt, eine 1:56,337 min zu schlagen.

Getestet wird vom 3. bis 5. Februar, jeweils von 10 bis 18 Uhr (plus sieben Stunden MESZ).

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