F1-CEO Chase Carey: «Es muss sich etwas ändern»

Von Adam Cooper
Formel 1

​In Abu Dhabi feierte Formel-1-CEO Chase Carey seinen 63. Geburtstag. Süss war danach nur die Torte, nicht aber das WM-Finale. Der US-Amerikaner sagt: «Abu Dhabi zeigt, was sich ändern muss.»

Für den britischen Sky-GP-Experten Martin Brundle steht fest: «Abu Dhabi war eine langweilige Prozession, da gibt es nichts schön zu reden. Aber vielleicht sind wir auch ein wenig verwöhnt. Wir haben 2017 ein paar wirklich spektakuläre Rennen erlebt, nun war ausgerechnet das Finale wenig unterhaltsam. Aber ich vergleiche es immer mit Fussball. Es gibt hochdramatische Partien und dann gibt es eben zwischendurch mal ein langweiliges Gekicke, das mit 0:0 endet.»

Formel-1-CEO Chase Carey hätte sich zu seinem 63. Geburtstag in Abu Dhabi wohl auch lieber ein packendes Autorennen gewünscht als eine Torte. Im Rahmen der Preisverleihungen des British Racing Drivers’ Club (BRDC) gibt der US-Amerikaner zu: «Der Rahmen in Abu Dhabi ist makellos, eine tolle Organisation. Aber das Rennen ist nicht gewesen, was wir mit unserem Sport den Fans bieten wollen. Die Vertreter aller Rennställe würden mir da zustimmen.»

«Wie das zu ändern ist, darüber gehen die Meinungen natürlich auseinander. Aber Abu Dhabi hat gezeigt, was sich ändern muss, und auch hier herrscht Einstimmigkeit – wir müssen die Action verbessern und den Sport fesselnder gestalten. Wir müssen in die Lage kommen, dass mehr Teams gewinnen können als nur die besten drei. Wir müssen das Element der Unberechenbarkeit zurückbringen.»

Carey ist sich im Klaren darüber, dass viele Änderungsvorschläge bei vielen langjährigen Fans auf Widerstand stossen könnten: «Es ist naheliegend, dass die eingefleischten Fans jene Formel 1 lieben, mit der sie aufgewachsen sind. Das ist ja letztlich der Grund, warum sie dem Sport so lange treu geblieben sind. Diese Fans bilden die Grundlage unseres Publikums, die Historienkenner unter den GP-Freunden sind uns sehr wichtig. Aber wir wollen auch neue Fans anziehen, eine neue Generation von Zuschauern.»

«Wir haben die Helden, wir haben die Technik, wir haben eine tolle Marke. Es gibt keine andere Show, welche mit dieser Kombination aus High-Tech, Speed und tollen Persönlichkeiten Millionen von Fans so in ihren Bann zieht. Aber wir glauben: Wir können ein gutes Produkt noch viel besser machen.»

«Und das beginnt nun mal mit dem Geschehen auf der Rennstrecke. Wir wollen erreichen, dass die meisten Rennen dazu werden, was die Fans von der Formel 1 erwarten – ein grandioses Spektakel.»

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