Teamchef Toto Wolff: Wo Mercedes-Benz wirklich steht

Von Rob La Salle
Formel 1
Toto Wolff am Wagen von Valtteri Bottas

Toto Wolff am Wagen von Valtteri Bottas

​Mercedes-Benz dominiert die neue Turbo-Ära der Formel 1: Vier WM-Titel in Folge. Teamchef Toto Wolff sagt, wo er seinen Rennstall vor dem Formel-1-Saisonbeginn in Melbourne (Australien) sieht.

Für die meisten Formel-1-Experten steht nach den Wintertests in Spanien fest: Mindestens etwas hat Bestand – wo Mercedes ist, da ist vorne. Besonders die Dauerläufe der Silberpfeile waren überaus eindrucksvoll. Und das Team macht nicht den Eindruck eines Rennstalls, der von vier WM-Titeln in Folge gesättigt ist.

Teamchef Toto Wolff (46) bestätigt: «Wir sind heiss darauf, wieder Rennen zu fahren. Die Schritte der vergangenen Monate waren nur der Anfang auf dem Weg zum Saisonstart 2018 – vom Aufbau des Autos über das erste Anlassen bis zur Präsentation in Silverstone und den Testfahrten in Barcelona. Jetzt ist es an der Zeit, herauszufinden, was wir zu bieten haben: Wie heisst es so schön? „When the flag drops, the bullshit stops.“»
 
Für den Wiener steht fest: «Im vergangenen Jahr ging es sehr eng zu, und es gab keinen Moment, in dem wir es uns hätten leisten können, sich zurückzulehnen. Ferrari hat hart gekämpft, und es gab ein echtes Duell zwischen Silber und Rot. Dieses Jahr verheisst einen vielversprechenden Dreikampf zwischen Ferrari, Red Bull Racing und uns. Jeder in Brackley und Brixworth hat in den vergangenen Monaten extrem hart gearbeitet, um sicherzustellen, dass wir mit dem bestmöglichen Boliden in diesen Kampf gehen.»
 
Der Wiener hat den 2017er Renner als eine Diva bezeichnet, aber nach den Testfahrten scheinen die weniger angenehmen Seiten eines Rennautos verschwunden zu sein. Der vierfache Formel-1-Champion Lewis Hamilton sprach von einem Wagen ohne Schwächen.

Toto Wolff bleibt auf der Hut: «Unsere beiden Fahrer scheinen mit dem neuen Auto relativ zufrieden zu sein, aber wir müssen erst noch herausfinden, wie es sich im Ernstfall schlägt. Die Verringerung bei der Anzahl der Power Unit-Komponenten bedeutet, dass die Zuverlässigkeit in der Saison 2018 erneut eine wichtige Rolle spielen wird. Bei den Testfahrten sah unsere Zuverlässigkeit gut aus, aber wir müssen vorsichtig sein, bevor wir daraus irgendwelche Rückschlüsse ziehen. Obwohl wir in Barcelona eine gute Kilometerzahl mit dem neuen Auto absolviert haben, kamen dabei viele Komponenten noch nicht einmal annähernd an die Lebensdauer heran, die sie während der Saison zurücklegen müssen.»
 
«Wir gehen die neue Saison mit der gleichen Entschlossenheit, dem gleichen Teamgeist und dem gleichen Schwung an, der uns in der Vergangenheit ausgezeichnet hat. Jeder von uns weiss, dass die letztjährigen Weltmeister-Titel Teil der Vergangenheit sind: Für die Erfolge von gestern können wir uns heute nichts mehr kaufen. Eine neue Saison fühlt sich wie die Besteigung des Mount Everest an: Wir haben es in der Vergangenheit schon erfolgreich geschafft, aber im Moment befinden wir uns zunächst nur im Basislager. Es wird ein steiniger Weg mit dem gleichen Ziel, aber unterschiedlichen Herausforderungen, die wir im Verlauf meistern müssen. Genauso wie unsere Gegner beginnen wir diese lange Saison mit null Punkten und wir müssen unser Bestes geben, um auch in diesem Jahr erfolgreich zu sein.»

Die wichtigsten Termine 2018

Testfahrten innerhalb der Saison (alle Teams)
15./16. Mai: Circuit de Barcelona-Catalunya
31. Juli/1. August: Hungaroring

Pirelli-Tests 2018
17./18. April: Shanghai – Force India
19./20. April: Fiorano – Ferrari (nur Regenreifen)
15./16. Mai: Barcelona – McLaren und Haas
30./31. Mai: Le Castellet – Mercedes (nur Regenreifen)
14./15. Juni: Vallelunga – Toro Rosso
10./11. Juli: Silverstone – Red Bull Racing und Williams
5./6. September: Le Castellet – McLaren (nur Regenreifen)
20./21. September: Le Castellet – Mercedes und Ferrari
9./10. Oktober: Suzuka – Renault
30. Oktober: Mexiko-Stadt – Sauber

Formel-1-WM
25. März: Australien (Melbourne)
8. April: Bahrain (Sakhir)
15. April: China (Shanghai)
29. April: Aserbaidschan (Baku)
13. Mai: Spanien (Barcelona)
27. Mai: Monaco (Monte Carlo)
10. Juni: Kanada (Montreal)
24. Juni: Frankreich (Le Castellet)
1. Juli: Österreich (Spielberg)
8. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
22. Juli: Deutschland (Hockenheim)
29. Juli: Ungarn (Budapest)
26. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
2. September: Italien (Monza)
16. September: Singapur
30. September: Russland (Sotschi)
7. Oktober: Japan (Suzuka)
21. Oktober: USA (Austin)
28. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
11. November: Brasilien (São Paulo)
25. November: Abu Dhabi (Insel Yas)

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