Lewis Hamilton (Mercedes) in Tränen: «Für die Fans!»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton sank nach der Pole neben seinen Silberpfeil nieder

Lewis Hamilton sank nach der Pole neben seinen Silberpfeil nieder

​So berührt haben wir Lewis Hamilton selten erlebt. Der vierfache Champion schämte sich seiner Tränen nicht, nachdem er in Silverstone die Pole-Position erkämpft hat. «Liebe Fans, das ist für euch.»

Da rollten die Tränen: Lewis Hamilton hat vor seinem geliebten Publikum in Silverstone seine sechste Pole-Position hier herausgefahren, seine 76. Pole in der Formel 1. Schon 2007, 2013, 2015, 2016 und 2017 stand der Mercedes-Star auf dem besten Startplatz, damit hat er den Heim-GP-Pole-Rekord von Ayrton Senna (in Brasilien) eingestellt. Es ist die vierte Pole von Hamilton in dieser Saison nach Australien, Spanien und Frankreich. Hamilton schämte sich seiner Tränen nicht: «Ihr Fans seid die Besten! Ich habe für euch alles gegeben.»

Das musste Hamilton auch, um den aufsässigen Sebastian Vettel abzuschütteln. 1:25,892 min für Lewis, 1:25,936 min für Sebastian, das deutet auf ein grandioses Duell am Sonntag hin. Hamilton weiss: «Das war heiss mit Ferrari. Ich hoffte so sehr, dass ich das schaffen kann, ich bin sehr dankbar. Wo ich die entscheidende Zeit gutgemacht habe? Keine Ahnung! Ich bin noch immer wie benommen.»

«Ferrari hat uns unter Druck gehalten. Woher haben die nur diesen Speed genommen? Ich musste wirklich alles aus mir rausholen und dies auf einer so technischen Strecke. Ich konnte die Fans sehen, ich konnte sie hören, ich wollte mich für sie zerreissen. Ich bin so froh, dass ich ihnen diese Pole schenken konnte.»

«Hier in Silverstone muss alles stimmen: Abstimmung, Abtrieb, Top-Speed, du darfst keinen Fehler machen. Der Abstand zu Ferrari ist so gering, dass ich wusste – ich muss eine fast perfekte Runde fahren, um Vettel abzufangen. Der Druck war gewaltig. Es war ein Ritt auf der Rasierklinge, keine Rennstrecke der Welt fühlt sich so an, wenn du beispielsweise Copse voll nimmst und dann in Maggotts und Becketts stichst. Auch die Stowe ist der Hammer. Das kommt im Fernsehen gar nicht so richtig rüber. Als ich über die Ziellinie fuhr, betete ich, dass es gegen Sebastian reicht. Mir fiel ein Riesenstein vom Herzen, als das feststand.»

«Ich habe das Privileg, so viele beste Startränge herauszufahren, aber das hier ist eine der besten Pole-Positions. Ich zitterte, als ich aus dem Wagen stieg. Alles kam zusammen: Die Fans, mein Team, die Runde, das sind Gefühle, die du ganz selten hast.»

«Morgen wird es wohl noch heisser als heute. Ich erwarte ein ganz anstrengendes Rennen mit einem heissen Tanz gegen Ferrari, von der Startampel bis ins Ziel. Wir fahren hier mit Rückenwind: Das ist unsere Heimstrecke, ganz viele Mitarbeiter haben ihre Familien da, jeder ist vom Gedanken beseelt, in Silverstone zu gewinnen, und genau das ist unser Ziel.»

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