Romain Grosjean: «Dann erlaubt das Nachtanken wieder»

Von Otto Zuber
Romain Grosjean

Romain Grosjean

Haas-Routinier Romain Grosjean hat eine einfache Antwort auf die Frage, wie man die Formel 1 wieder zu einer grösseren Herausforderung für die GP-Stars machen kann. Er plädiert für ein Comeback der Tankstopps.

Im Rahmen des GP-Wochenendes in Kanada beklagte sich Lewis Hamilton darüber, dass die heutigen Formel-1-Autos keine echte Herausforderung für die Piloten darstellen. «Ich möchte Rennwagen, aus denen ich nach einem Rennen komplett erschöpft aussteige, so als hätte ich einen Marathon absolviert. Heute ist das so, dass ich glatt zwei oder gar drei Renndistanzen fahren könnte, kein Problem», erklärte der fünffache Champion.

Und Hamilton betonte auch: «Die Formel 1 sollte ein Sport für echte Männer sein. Heute kommen diese jungen Burschen, und es fällt ihnen leicht, das Limit zu finden. So sollte es nicht sein. Es sollte irrsinnig schwierig sein, so schwierig, dass nur die Besten das schaffen. DAS wäre meine Formel 1.»

Für Haas-Routinier Romain Grosjean steht fest: Mit den aktuellen Autos und Reifen ist das nicht möglich. Der Genfer hat eine einfache Lösung für das Problem. «Kürzlich unternahm ich ein Kart-Abenteuer mit Freunden», erzählte er dem Kollegen von «Ekstra Bladet». «Und ich war hinterher geschaffter als nach einem Formel-1-Rennen. Das lag daran, dass ich die ganze Zeit pushen konnte, und keinen Sprit sparen musste.»

«Heutzutage müssen wir in der Formel 1 Sprit sparen. Ausserdem müssen wir in erster Linie die Reifen schonen – und das die ganze Zeit. In Barcelona hatte ich das Gefühl, dass wir nur 50 Prozent des Fahrzeugpotenzials genutzt haben», klagte Grosjean. «Deshalb ist die Antwort einfach: Wenn das Rennen wie das Qualifying wäre und wir aus jeder Runde das Beste aus dem Auto holen müssten, dann wären unsere Nacken am Ende richtig geschafft. Wir würden Müde werden und die Konzentration würde sinken.»

«Aber wenn wir die ganze Zeit vom Gas müssen, um Sprit zu sparen und die Reifen zu schonen, wie soll das für den Körper und Geist noch ermüdend sein?», fragte der 33-Jährige, der als Lösung die Rückkehr der Tankstopps vorschlägt: «Wir brauchen Autos, in denen man richtig Gas geben kann – und die Wiedereinführung der Tankstopps, sodass wir beim Start nicht mehr 100 sondern 30 bis 40 kg Sprit an Bord haben. Dann sind wir sicher einige Sekunden schneller, wenn nicht mehr, und das Fahren wäre anstrengender.»

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