Fragen nach Chaos-Sprint: Hätte Sieger Marc Marquez bestraft werden müssen?
Nach dem chaotischen Sprint-Rennen in Jerez de la Frontera wurde hinter den Kulissen noch diskutiert – das Resultat wurde trotz einer umstrittenen Szene mit Sieger Marc Márquez bestätigt. Zurecht.
Der vierte MotoGP-Sprint der Saison wird fraglos in die MotoGP-Geschichte eingehen. Einsetzender Regen brachte am Samstagnachmittag in Jerez de la Frontera einen in jeder Hinsicht spektakulären Rennverlauf. Nach 12 extrem kurzweiligen Runden
Was die enthusiastischen Fans auf den Tribünen nicht realisiert hatten: Ihr gefeierter Nationalheld hatte im Chaos auf seiner improvisierten Fahrt zum Motorradwechsel nach dem Sturz in Kurve 13 nicht den dafür vorgesehenen Korridor in Richtung Boxengasse benutzt.
Der Weltmeister ging auf die entscheidende Szene unmittelbar nach der Zieldurchfahrt in seinem TV-Interview ein. Marquez erklärte, nach dem Ausrutscher habe er extra gewartet, bis das Feld vorbei war, um dann doch noch die Box ansteuern zu können. Was der neunfache Champion nicht erwähnte, war die dafür benutzte Route: «MM93» räuberte übers Gras in die Boxengasse und zum Motorradwechsel.
Um zu klären, ob Marc Marquez sich nach seinem Abflug regelkonform verhalten hatte, verlangten mehrere MotoGP-Teams eine offizielle Stellungnahme von den verantwortlichen Rennkommissaren um Chef Simon Crafar.
Auslöser der Anfrage war das Regelhandbuch. Das besagt: «…the rider must turn into pits on the designated turning point…». Was auf Deutsch so viel bedeutet wie, dass die Fahrer die Boxengasse über die definierte Einfahrt erreichen müssen.
Doch des Weiteren ist im Regelhandbuch der MotoGP ebenfalls definiert, dass bei der Boxeneinfahrt nur die zur Strecke liegende innere weiße Linie nicht gekreuzt werden darf. Die äußere Markierung darf sehr wohl überfahren werden. Und: Entschließt sich ein Fahrer dazu, diesen Weg in die Boxengasse zu nehmen, macht er sich nur dann eines Vergehens schuldig, wenn er im entsprechenden Streckensektor weniger als eine Sekunde Zeit verloren hat.
Marc Marquez büßte dagegen viel Zeit ein, dank Sturz. Zudem ließ er das Feld passieren und überfuhr Boxeneinfahrt von außen. Auch eine Gefährdung war nicht zu erkennen. Entsprechend kompakt fiel die Antwort der Regelhüter aus: Es gäbe keine Grundlage, um einen Regelverstoß von Marc Márquez zu bewerten. So skurril die Situation inmitten des verrückten Jerez-Sprints auch schien – der Sieger hieß zurecht Marc Marquez.
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