Ayrton Senna Teil 1: Den Magier verlässt das Glück

Von Petra Wiesmayer
Formel 1

Heute vor genau 20 Jahren verunglückte Ayrton Senna in Imola tödlich, und nicht nur bei Formel-1-Fans ist der Brasilianer unvergessen. SPEEDWEEK.com erinnert in einer kleinen Serie an den dreifachen Weltmeister.

1. Mai 1994, 14:17 Uhr: Als der Williams von Ayrton Senna in der Tamburello-Kurve in Imola in die Mauer einschlägt, scheint sich nicht nur in Brasilien die Sonne zu verdunkeln. Auch Millionen Fans des vielleicht besten Rennfahrers aller Zeiten wird dieser Tag wohl für immer im Gedächtnis bleiben. Heute, 20 Jahre später, hat sich die Welt zwar weitergedreht, vergessen ist der Brasilianer aber keineswegs.

Der Grand Prix von San Marino 1994 ist als das vielleicht schwärzeste Wochenende der Formel 1 in die Geschichte eingegangen. Bereits am Freitag hatte Rubens Barrichello einen schweren Trainingsunfall, bei dem er, wie durch ein Wunder, mit einem gebrochenen Arm und einer gebrochenen Nase davon kam. Clay Regazzoni sagte später: «Rubens Barrichello hat am Freitag das letzte Quäntchen Glück der Formel 1 aufgebraucht.»

Nur einen Tag später brach beim Simtek des Österreichers Roland Ratzenberger im Qualifying bei Tempo 315 der Frontflügel ab. Der Einschlag in die Betonmauer bei seinem erst dritten Formel 1-Rennen endete für den 31-jährigen tödlich.

Trotzdem wurde das Rennen am 1. Mai wie geplant gestartet. Ayrton Senna auf der Pole Position, Michael Schumacher neben ihm auf Startplatz 2. Senna gewann den Start und ging vor Schumacher in die erste Kurve. Dahinter knallte der Lotus von Pedro Lamy in den weiter vorne stehen gebliebenen Bennetton von J.J. Lehto. Zwei Räder flogen über den Zaun und verletzten neun Zuschauer.

Das Rennen wurde mit dem Saftey-Car neutralisiert, um die Strecke von Trümmern zu befreien. Den Neustart gewann Ayrton Senna abermals und führte knapp vor Michael Schumacher. Dann, in der siebten Runde, um 14 Uhr 17, wurde das Rennen abgebrochen. Sennas Williams-Renault war bei 310 km/h in der Tamburello-Kurve von der Strecke abgekommen und in die Mauer gekracht.

Ayrton Senna hatte in seiner Karriere einige schwere Unfälle gehabt. Von den 161 Rennen, die er im Laufe seiner Formel-1-Karriere bestritt, schied er 24 Mal durch Kollisionen, Dreher oder Unfälle aus. Allein bei seinem Überschlag in Mexiko 1991 bei Tempo 260 muss eine ganze Schar Schutzengel am Werk gewesen sein, als er unverletzt unter dem Wrack seines McLaren herausgezogen werden konnte.

Als wäre die Sonne vom Himmel gefallen

Dieses Mal hatte das Glück ihn verlassen. Der offizielle Todeszeitpunkt wurde von der Klinik in Bologna mit 18 Uhr 40 angegeben. Der wohl beste Rennfahrer aller Zeiten war tot und selbst Bernie Ecclestone gab zu, dass Michael Schumacher sicher nicht sieben Mal Weltmeister geworden wäre, wäre Senna nicht verunglückt.

Die Nachricht vom Tod des Brasilianers ging wie eine Schockwelle um die ganze Welt. «Es ist, als würde die Sonne vom Himmel fallen», hatte Gerhard Berger, Sennas ehemaliger McLaren-Teamkollege und Freund den Unfall kommentiert und damit Millionen Menschen aus der Seele gesprochen.

Ayrton Senna war nicht nur ein begnadeter Rennfahrer, es war seine Persönlichkeit und sein Charisma, sein Siegeswille, seine Mischung aus unbeirrbarem Glauben an Gott und kaum zu bändigenden Emotionen, seine gnadenlose Fahrweise und seine analytische Intelligenz, seine Liebe und sein Einsatz für Straßenkinder, die ihn zu einem ganz besonderen Menschen machten. Ein Mensch, der in den Herzen aller seiner Fans und ganz besonders in den Herzen aller, die ihn kannten, für immer einen speziellen Platz haben wird.

Bei der Beerdigung in São Paulo säumten Millionen verzweifelter Menschen die Straßen und viele weitere Millionen weltweit weinten zuhause an den Fernsehschirmen.

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