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Formel 1

Kolumne

RTL-Zuschauerschwund: Selbst schuld?

Die Formel-1-Verantwortlichen bei RTL sind alarmiert: Die Zuschauerzahlen sind 2014 eklatant gesunken. Gründe dafür gibt es einige...

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Immer weniger Formel-1-Fans schauen zu, wenn Ralf Koenig und Niki Lauda gemeinsam vor der Kamera stehen
Immer weniger Formel-1-Fans schauen zu, wenn Ralf Koenig und Niki Lauda gemeinsam vor der Kamera stehen
Foto: Pan Images
Immer weniger Formel-1-Fans schauen zu, wenn Ralf Koenig und Niki Lauda gemeinsam vor der Kamera stehen
© Pan Images

Eigentlich hätten die TV-Zuschauerzahlen in Deutschland ein deutliches Hoch erleben müssen. Denn mit Mercedes und Nico Rosberg standen gleich zwei Vertreter des bevölkerungsreichsten EU-Landes im Mittelpunkt des WM-Kampfes. Trotzdem sahen sich 2014 im Schnitt nur 4,36 Millionen Menschen die 19 Rennen an. Das ist der schlechteste Wert seit 1994.

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Nun rätseln die Experten über die Gründe. Einerseits sorgte der Wechsel der Motorenformel für viel Unmut. Die neuen, leiseren V6-Turbos stiessen auch innerhalb des Fahrerlagers auf einige Kritik. "Wir müssen das Regelwerk ändern und diese Motoren loswerden, denn die bringen niemandem etwas. Das ist nicht Formel 1", stänkerte etwa Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone. Auch einige Piloten beschwerten sich über den Sound und die Fahrweise, die mit der Einführung der neuen Aggregate nötig wurde.

Selbst bei den Rennorganisatoren und Fans kommt der neue Sound der Königsklasse nicht gut an. Dass die Formel-1-Teamverantwortlichen lieber wiederholt beteuern, dass man sich daran gewöhnen werde, statt den Anliegen der Fans Gehör zu schenken, macht das Ganze auch nicht besser. Hinzu kamen Schnapsideen wie die doppelten Punkte beim letzten Rennen in Abu Dhabi (diese Regel wurde auf 2015 hin zum Glück wieder abgeschafft). Dabei hatte man dieses Element nur eingeführt, damit die WM bis zum letzten Rennen spannend blieb. Doch die meisten Fans halten nicht viel von solchen künstlichen Show-Elementen.

Und dann gibt es auch noch die Seite der Medien: Vielleicht sollte RTL sich überlegen, wie man die Rennen besser verkaufen kann. Ein Blick auf die umfangreiche Vor- und Nachberichterstattung der britischen Kollegen von BBC und Sky Sports F1 zeigt: Tiefgreifende technische Analysen, ungewöhnliche Einblicke hinter die Kulissen und viele unterschiedliche Fahrerlager-Stimmen (nicht nur der britischen Piloten!) kommen beim Publikum gut an.

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Wer in diesem Jahr die Vorberichterstattung zum prestigeträchtigen Monaco-GP auf RTL mitverfolgte, durfte zuschauen, wie RTL-Eigengewächs Joko Winterscheidt erst Autoscheiben putzte und dann den Hafen von Monte Carlo im Schlauchboot unsicher machte. Mit Formel 1 hat das nicht mehr viel zu tun.

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