Lewis Hamilton und John Surtees: Von Königin geehrt?

Von Mathias Brunner
Formel 1
John Surtees 2013 in Monza mit seiner Tochter Edwina und Lewis Hamilton

John Surtees 2013 in Monza mit seiner Tochter Edwina und Lewis Hamilton

Queen Elizabeth II. ehrt Persönlichkeiten mit Verdienstorden, jeweils zu Neujahr und zur Geburtstagsfeier im Juni. Sind Formel-1-Champion Lewis Hamilton und Rennlegende John Surtees dabei?

Mit Spannung warten viele Briten auf den 1. Januar 2015 – wenn das Königshaus jeweils verkündet, wer mit Auszeichnungen rechnen darf. Der «Most Excellent Order of the British Empire» wurde erstmals 1917 von König Georg V. gestiftet. Der jüngste der britischen Ritterorden wird in fünf Stufen vergeben: vom niedrigsten (Member of the British Empire, MBE), über den «Officer of the British Empire» (OBE) und den «Commander of the British Empire» (CBE) bis zum «Knight Commander» (oder «Dame Commander») sowie dem «Knight Grand Cross» (oder «Dame Grand Cross»). Nur die beiden letzten Kategorien kommen der Erhebung in den Adelsstand gleich und die Träger dürfen sich fortan «Sir» oder «Dame» nennen.

Lewis Hamilton erhielt 2008 einen MBE, nun – glauben viele britische Fans – ist nach dem zweiten WM-Titel des Engländer ein OBE fällig. Wie jedes Jahr warten viele Rennfans auch darauf, ob die Zwei- und Vierradlegende John Surtees endlich der überfällige Ritterschlag zuteil wird.

Mit 39 Jahren wurde 2013 Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner einer der jüngsten Vertreter aus der Formel 1, welche für den «Order of the British Empire» (OBE) nominiert wurden. Unter Horner war Red Bull Racing vier Mal in Folge als Team und auch mit dem Star-Piloten Sebastian Vettel Weltmeister geworden. Wie die meisten Ehrenzeichen des Königreichs wird der OBE gemäss einer Nominierung durch den Premierminister vergeben, obschon jedermann einen Vorschlag an die Regierung einreichen kann, wer geehrt werden soll.

Die Ehrung von Horners Verdiensten erschien durchaus angemessen, vielmehr regt sich in der britischen Rennsport-Gemeinde oft Kritik daran, wer bisher nicht ausgezeichnet worden ist.
Ein kurzer Überblick: Zum Sir wurden in den vergangenen Jahren unter anderen ernannt – Jack Brabham, Frank Williams, Jackie Stewart und Stirling Moss; zum «Commander of the British Empire» (CBE) Colin Chapman, Nigel Mansell, John Cooper, Robin Herd, David Richard und Ron Dennis; zum OBE Adrian Newey, Ross Brawn, Jim Clark, Graham Hill, John Surtees, Damon Hill, Alain Prost (einer der seltenen Ausländer), Keith Duckworth, Professor Sid Watkins, Malcolm Wilson und Murray Walker; zum MBE (Member of the British Empire) schliesslich Lewis Hamilton, Jenson Button, David Coulthard, Derek Bell oder John Watson.

Zwei der herausragenden Formel-1-Techniker der 80er und 90er Jahre sind dabei ignoriert worden: John Barnard und Patrick Head, die mit McLaren und Williams ungleich mehr WM-Titel eroberten als Christian Horner mit Red Bull Racing.

Ebenso wird in Grossbritannien anhaltend kritisiert, dass John Surtees – der einzige Weltmeister auf zwei und vier Rädern – noch nicht zum Sir ernannt wird. Eine Internet-Aktion für Surtees blieb ohne Erfolg.

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