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Manor: Rückkehrer bald aus der Insolvenz entlassen?
In England kursiert: Noch heute wolle Insolvenzverwalter «FRP Advisory» verkünden, dass der frühere Marussia-Rennstall nicht mehr betreut werde – weil das Team Investoren gefunden hat.
Formel 1
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Vier Monate lang haben die Insolvenz-Spezialisten der Firma "FRP Advisory" aus London den im vergangenen Oktober in die Zahlungsunfähigkeit geschlitterten Marussia-Rennstall betreut. Nun melden englische Zeitungen: noch heute wolle die Firma verkünden, dass der Rennstall – nunmehr unter der Bezeichnung Manor – nicht mehr betreut werden. Weil das Rennteam nunmehr in die Hände einer Investorengruppe um den britischen Geschäftsmann Justin King gelegt sei, den früheren Leiter der Supermarktkette Sainsbury.
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Ab Oktober musste Marussia den letzten drei Rennen der Saison (USA, Brasilien, Abu Dhabi) fernbleiben, weil die Schuldenlast von rund 43 Millionen Euro zu gross geworden war. Ein Versuch, am WM-Finale von Abu Dhabi teilzunehmen, so wie das dem inzwischen kollabierten Caterham-Team gelangt, der scheiterte für Marussia im letzten Moment. Teamchef John Booth und Teammanager Graeme Lowdon haben im Hintergrund stets weitergearbeitet. Nun scheinen sie belohnt zu werden: mit Geld von Investoren rund um den Multimillionär Justin King (53) und unter dem Namen Manor soll das Comeback gelingen – im Manor-Werk von Dinnington laufen die Arbeiten an einem 2015er Marussia-Renner. Das Team hatte die Design-Daten des alten Renners behalten, selbst wenn gewisses Material von Marussia veräussert worden ist. Das Team hatte auch immer Zugang zum Manor-Werk von Dinnington (drei Autostunden nördlich von London), also ist der Verlust des Gebäudes in Banbury (an Haas F1) kein so herber Rückschlag wie viele bis heute vermuten.
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Ein Manor MNR1 (der erneut mit Ferrari-Motor ausgerüstet sein soll) muss nun den normalen Ablauf jedes Formel-1-Autos absolvieren: Konzept, Teilebau, Aufbau, Crash-Test. Selbst wenn das Geld für ein Comeback vorhanden wäre, ist dies im Hinblick auf den nahen Saisonbeginn eine Herkulesaufgabe.
Arbeitskräfte wieder einzustellen, ist dabei noch das kleinste Problem, denn es sind genügend Facharbeiter auf der Suche nach einem Job. Die Finanzierung ist eine andere Sache. Und Manor muss auch zahlreiche Lieferanten überzeugen, wieder an Bord zu kommen. Viele davon sind in den letzten Jahren nur schleppend oder gar nicht bezahlt worden, und diese gebrannten Kinder werden mit grosser Wahrscheinlichkeit lediglich gegen Vorkasse arbeiten. Wer als Lieferant verschiedene Rennställe bedient, wird Manor nicht prioritär behandeln.
Zur Erinnerung: Manor kann es sich erlauben, drei Rennen pro Saison auszulassen (so wie das 2014 schon der Fall gewesen ist). Anders gesagt: Manor muss sicherstellen, dass die Autos zum China-GP (12. April) geschickt werden, denn von dort wird die Formel-1-Fracht direkt nach Bahrain transportiert, dem vierten Lauf der Saison. Und fürs Rennwochenende in der Wüste von Sakhir vom 19. April MUSS Manor bereit sein.
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