Frédéric Vasseur (Renault): Regeln 2017 als Chance

Von Mathias Brunner
Formel 1
Frédéric Vasseur

Frédéric Vasseur

​Cyril Abiteboul ist zwar Geschäftsleiter von Renault Sport, aber das Tagesgeschäft auf den Rennstrecken wird ein anderer leiten: Der langjährige ART-Teamchef Frédéric Vasseur.

Frédéric Vasseur hat so viel erreicht in seiner Motorsportkarriere, dass es im Grunde nur eine Frage der Zeit war, bis er in der Formel 1 landet. Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff bezeichnete den Franzosen als «einen der cleversten Menschen, welche ich in dieser Branche kennengelernt habe».

Der 46jährige Vasseur ist seit Jahren erfolgreich in den Formelsport-Nachwuchsklassen unterwegs: Gemeinsam mit Nicolas Todt (Sohn des FIA-Präsidenten Jean Todt) betreibt er den Rennstall ART Grand Prix, mit dem er sowohl in der GP2 als auch in der GP3 mehrere Titel eingefahren hat – und zwar gemeinsam mit den späteren GP-Piloten Nico Rosberg (2005), Lewis Hamilton (2006), Nico Hülkenberg (2009), Esteban Gutiérrez (2010) und Valtteri Bottas (2011). 2015 wurde McLaren-Zögling Stoffel Vandoorne mit ART GP2-Meister.

Vasseur hat keine Formel-1-Erfahrung, wenn er nun den Posten des Sportdirektors im Renault-Werksrennstall übernommen hat, aber die hatte Eric Boullier auch nicht, als er 2010 das GP-Team von Renault leitete (heute ist er McLaren-Teamchef).

Um ein Haar wäre Vasseur schon 2010 in der Formel 1 gelandet, als drei neue Rennställe im GP-Sport antraten. Caterham, HRT und Marussia taten das allerdings im Glauben, dass bald eine Budgetobergrenze eingeführt werden würde, aber die kam nie. Ergebnis: Die drei Teams krebsten am Schluss des Feldes umher und gingen dann pleite. Nur Marussia konnte als Manor aus dem Scherbenhaufen gerettet werden und ist 2016 noch dabei.

Frédéric Vasseur meint: «Mir war letztlich lieber, in einer unteren Kategorie um Siege und Titel zu kämpfen als in der Formel 1 hinterher zu fahren.»

Nun ist er doch im Grand-Prix-Sport angekommen, und nicht in irgendeiner Form, sondern als Chef vor Ort für das Werksteam von Renault. Mehr Ehre für die «grande nation» geht nicht.

Frédéric Vasseur weiss jedoch, dass er sehr viel Arbeit vor sich hat, wie er in den Gruppeninterviews bei der Teampräsentation in Paris zugibt: «Zunächst einmal ist klar, wenn wir die Teams vom Stand 2010 und 2015 miteinander vergleichen – der Rennstall hat einige Schlüsselfiguren verloren. Was mich hingegen freut: In diesem Rennstall ist nie vergessen worden, wie man effizient arbeitet. Selbst im vergangenen Jahr, als die Situation nicht rosig war, wurden einige tolle Ergebnisse eingefahren, vor allem der dritte Rang von Romain Grosjean in Spa-Francorchamps. Dem Team waren die Hände gebunden, was die Weiterentwicklung des Rennwagens anging. Vor diesem Hintergrund wurde gute Arbeit geleistet.»

Renault-CEO Carlos Ghosn hat die Ziele der Franzosen klar umrissen: Man ist nicht in die Formel 1 zurückgekommen, um das Feld zu füllen, mittelfristig soll Renault unter die besten drei Rennställe vorstossen, nach drei Jahren soll der Anschluss an die Spitze gefunden sein.

Frédéric Vasseur gibt zu bedenken: «2017 kommt ein wichtiger Schritt auf uns zu. Wir haben eine erhebliche Umstellung beim Reglement, das muss für uns eine wichtige Gelegenheit sein. Ich muss nun entscheiden, wie ich die Ressourcen verteilen will, denn es könnte eine gute Idee sein, mit dem Projekt 2017 sehr früh zu beginnen. Auf der anderen Seite wollen wir auch 2016 gute Ergebnisse erreichen. Wenn wir mit dem aktuellen Auto zu sehr die Zügel schleifen lassen, besteht die Gefahr, dass die Mitarbeiter die Motivation verlieren. Es muss für uns möglich sein, mit beiden Projekten Vollgas geben zu können.»

Die späte Umstellung bei den Piloten (Pastor Maldonado raus, Kevin Magnussen rein) ist gemäss Frédéric Vasseur kein Problem. «Es wäre höchstens eines geworden, wenn wir zwischen den Piloten einen Unterschied von 20 oder 25 Kilogramm hätten. Das ist aber nicht der Fall. Wir haben nun ein junges Fahrertrio, und das ist durchaus in meinem Sinne. Ich bin mit jungen Piloten immer gut gefahren.»

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out
15. Februar: Roll-out Mercedes (Silverstone, unbestätigt)
17. Februar: Red Bull Racing (in London, Team-Farben)
21. Februar: Präsentation McLaren-Honda (Ort unklar)
22. Februar: Präsentation HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Williams (Circuit de Barcelona-Catalunya)
22. Februar: Präsentation Manor (Circuit de Barcelona-Catalunya)
1. März: Neuer Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests
22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)
1.–4. März: Spanien (Barcelona)

Formel-1-WM
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (Sakhir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montreal)
19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Budapest)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Suzuka (Japan)
23. Oktober: USA (Austin) **
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Sao Paulo)
27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)
* Strecke noch nicht homologiert
** Finanzierung noch nicht gesichert

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