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Formel 1Kolumne

Präsentationen: Haben die Rennställe Nachhilfe nötig?

Wieso verzichten die Rennställe eigentlich auf die PR-trächtigen Präsentationen, wie sie früher gängig waren? Wir zeigen, wieso das Verhalten der Teams kurzsichtig ist.

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Das waren noch Zeiten: Die McLaren-Fahrer Mika Häkkinen und David Coulthard 1997 mit den Spice Girls im Alexandra Palace von London
Das waren noch Zeiten: Die McLaren-Fahrer Mika Häkkinen und David Coulthard 1997 mit den Spice Girls im Alexandra Palace von London
Foto: LAT
Das waren noch Zeiten: Die McLaren-Fahrer Mika Häkkinen und David Coulthard 1997 mit den Spice Girls im Alexandra Palace von London
© LAT

Anhand von E-mails unserer Leser merken wir – vielen Fans ist aufgefallen: Mehr und mehr Rennställe verzichten auf die klassischen Teampräsentationen, wie sie früher an teilweise sehr exotischen Orten gängig waren. Warum ist das eigentlich so? Brauchen die Rennställe in Sachen PR Nachhilfe? Die Leser argumentieren: Eine gute Show würde doch gerade heute mit den ganzen sozialen Netzwerken ein enormes Hallo erzeugen.

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Die Frage ist berechtigt.

Das riesige Echo, das Renault anfangs Februar mit seiner Präsentation in Paris erzeugte, beweist – der Hunger der Fans ist gewaltig. Dabei zeigten die Franzosen weder das richtige Auto her noch jene Lackierung, mit welcher sie beim WM-Start am 20. März in Australien ausrücken werden. Es gab auch keine pompöse Show, sondern eher eine nüchternde Präsentation, aber tagelang wurde über Renault geschrieben.

In den letzten Jahren hat es sich in der Formel 1 durchgesetzt, den Wagen entweder im Internet vorzustellen oder kurz in der Boxengasse einer spanischen Teststrecke vorzuzeigen, um dann gleich mit der Testarbeit zu beginnen.

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Die Präsentationen im Internet wie von Ferrari hat ihre Tücken: Immer wieder kommt es vor, dass die Rechner vor dem Ansturm der Fans in die Knie gehen, und dann gucken alle in die Röhre.

Das haben wir auch bei Renault erlebt: Da guckten Millionen von GP-Freunden einer Fehlermeldung zu statt die Worte von Renault-CEO Carlos Ghosn zu hören.

Wieso also keine Sause mehr wie 1997 von McLaren-Mercedes im Alexandra Palance zu London mit den Spice Girls und Jamiroquai? Wieso kein Cirque du Soleil mehr in der Royal Albert Hall von London, als Rahmen für eine Show von Jordan? Wieso keine der grossartigen Präsentationen mehr in Maranello bei Ferrari? Wo sind die sexy Sugababes, die damals als Mechaniker verkleidet einen Sauber-Renner enthüllten?

Die Antwort muss aufgeteilt werden: Zum einen haben wir weniger Autowerke in der Formel 1, daher weniger finanzielle Mittel. Weltweit tätige Geldgeber, die einen solchen Anlass aus der Portokasse bezahlen würde, sind im GP-Sport selten geworden. Zum zweiten setzen sich hier die Techniker gegen die PR-Spezialisten durch. Bis zuletzt wird an den Wagen gearbeitet, oft wird ein Auto sogar in der Box der Testrennstrecke fertig aufgebaut.

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Die neue Sachlichkeit hat auch damit zu tun, dass sich die Rennställe nicht Protzerei vorwerfen lassen wollen; und dass intern die Mittel lieber in die Technik investiert werden als in eine millionenteure Show.

Was die Teams jedoch komplett verkennen: Wenn das halbe Feld für zwei Minuten das neue Auto in die Boxengasse des Circuit de Catalunya-Barcelona stellt, um dann ihre Wagen gleich wieder verschwinden zu lassen, dann gehen all diese Alibiübungen komplett unter. Im Internet ist dann im Minutentakt ein Auto zu sehen, aber schon zehn Minuten später ist die Weltneuheit schon nach unten ins Datennirwana gerückt.

Es ist Spiegel der üblichen Zerstrittenheit und des zersetzenden Egoismus in der Königsklasse, dass sich die Teams nicht absprechen: Würden die GP-Rennställe gestaffelt präsentieren, hätte jeder davon erheblich mehr Aufmerksamkeit in den Medien. Aber dazu müsste man bekanntlich ein wenig über den Tellerrand hinausschauen können.

Die wichtigsten Termine

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Formel-1-Wintertests

22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)

1.–4. März: Spanien (Barcelona)

Formel-1-WM

20. März: Australien (Melbourne)

3. April: Bahrain (Sakhir)

17. April: China (Shanghai)

1. Mai: Russland (Sotschi)

15. Mai: Spanien (Barcelona)

29. Mai: Monaco (Monte Carlo)

12. Juni: Kanada (Montreal)

19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *

3. Juli: Österreich (Spielberg)

10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)

24. Juli: Ungarn (Budapest)

31. Juli: Deutschland (Hockenheim)

28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)

4. September: Italien (Monza)

18. September: Singapur

2. Oktober: Malaysia (Sepang)

9. Oktober: Suzuka (Japan)

23. Oktober: USA (Austin) **

30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)

13. November: Brasilien (Sao Paulo)

27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)

* Strecke noch nicht homologiert

** Finanzierung noch nicht gesichert

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