Lewis Hamilton: Streit mit Bernie Ecclestone

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Bernie Ecclestone hat festgehalten, Lewis Hamilton sei ein fabelhafter Weltmeister. Aber nicht alles, was der Mercedes-Start in den sozialen Netzwerken so tut, gefällt dem Formel-1-Promoter.

Mercedes-Star Lewis Hamilton hat sich vor kurzem den ganzen Frust über den Stand der Dinge in der Formel 1 von der Seele geredet. Dabei sagte der Champion von 2008, 2014 und 2015 unter anderem: «Klar habe ich nicht alle Antworten auf die brennendsten Fragen. Aber ich bin überzeugt, dass vieles verbessert werden kann. Ich habe schon mehrfach darüber gesprochen, wie meiner Meinung nach die Autos aussehen sollten. Weil Rennwagen wie in den 70er oder 80er Jahren nicht nur mir besonders gut gefallen, sondern auch vielen Fans. Es geht darum, dass die Formel-1-Anhänger die Rennwagen wieder toll finden sollen, es geht darum, dass wir mehr mit den Fans interagieren, wie wir die Rennsportfreunde mehr einschliessen können – so wie ich das auf den ganzen sozialen Netzwerken versuche.»

Und genau da gibt es nun Stunk.

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone hat zwar gelobt, Lewis Hamilton sei ein vorbildlicher Weltmeister, weil er so präsent sei. «Ich finde, Lewis Hamilton ist der beste Weltmeister, den wir je hatten. Und warum ist er das? Nicht nur, weil er besser fährt denn je, sondern vor allem deshalb, weil er ein globales Publikum hat. Abgesehen von seinem Talent als Racer ist er da draussen und rührt die Werbetrommel für unseren Sport. Er hat die Anziehungskraft eines Filmstars.»

Um genau zu sein, ist Lewis unter den Piloten auch der Weltmeister der sozialen Netzwerke: Millionen von Fans folgen ihm auf Facebook, Twitter und Instagram.

Bernie Ecclestone weiter: «Ich habe zu Sebastian Vettel gesagt – du solltest tun, was Lewis macht. Einige der heutigen Champions glauben, dass Rennfahren ihr einziger Job sei. Aber es gehört schon etwas mehr dazu. Schaut euch doch an, wie das Jackie Stewart gemacht hat. Ich weiss nicht, wie lange er nicht mehr in Rennwagen sitzt, aber er ist präsent, er hat sein Image gepflegt, er verdient tüchtig Geld, er repräsentiert hervorragend den Sport. So sollte das sein.»

Aber genau diese Präsenz von Hamilton nervt nun den 85jährigen Ecclestone. Es geht um Kurzfilme auf Snapchat – ein kostenloser Instant-Messaging-Dienst zur Nutzung auf Smartphones und Tablets. Dieser Dienst ermöglicht es, Fotos oder Videos zu versenden, die nur eine bestimmte Zeit lang zu sehen sind und dann wieder von selber verschwinden.

Lewis Hamilton hat auch fleissig im Fahrerlager gefilmt und dann gepostet, doch die Filmrechte für entsprechende Aufnahmen werden von «Formula One Management» (FOM) für teures Geld an zahlreiche TV-Stationen verkauft. Da Hamilton diese Rechte nicht besitzt, darf er solche Aufnahmen nicht verbreiten.

Lewis Hamilton bestätigt: «Mein Team hat eine Nachricht erhalten, wonach ich solche Aufnahmen zu unterlassen habe. Anscheinend muss man dafür Geld bezahlen. Das akzeptiere ich.»

Inzwischen melden Snapchat-Nutzer: Ob Hamilton sich immer an die Vorschriften hält, ist nicht ganz klar.

Der englische Rennfahrer kam wegen Snapchat vor knapp zwei Wochen schon in die Schlagzeilen: Die Polizei von Auckland bestätigte damals, dass gegen den Mercedes-Star eine Voruntersuchung eingeleitet worden sei – denn auf zwei Videos, die in sozialen Netzwerken kursierten, war zu sehen, wie der Rennfahrer auf ein Motorrad zugeht und es später im Verkehr bewegt. Die Aufnahmen sind augenscheinlich vom Engländer selber gemacht worden. Während das bei stehendem Bike natürlich kein Problem ist, sieht es bei Fahrbildern von der Autobahn schon etwas anders aus. Die Benutzung von Mobiltelefonen beim Lenken ist in Neuseeland seit 2009 untersagt.

Ein Sprecher der Polizei von Auckland sagte gegenüber dem New Zealand Herald: «Wir dulden es nicht, wenn Personen durch unnötiges Risiko anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet werden.»
Kurze Zeit danach hiess es: Es wird keine Anklage geben, weil die Beweislage zu dürftig sei. Ein Sprecher der Polizei: «Wir werden der Sache nicht weiter nachgehen, weil die Videoaufnahmen keine Grundlage für den Beweis sind, dass ein Vergehen vorliegt. Wir bleiben aber bei der grundsätzlichen Haltung, dass wir den Gebrauch von Handys beim Auto- oder Motorradfahren strikte ablehnen.»

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