Jos Verstappen: «Max ist bereit für Red Bull Racing»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Max und Jos Verstappen

Max und Jos Verstappen

​Alles in der Karriere von Max Verstappen verläuft im Eilzugtempo: Formel-1-Debüt mit 17 Jahren, mit 18 nun Debüt für das Siegerteam Red Bull Racing in Spanien.

Was war das Geschrei gross, als Red Bull Mitte August 2014 einen mutigen Schritt tat: Rennsportchef Dr. Helmut Marko stellte die Weichen, dass der Niederländer Max Verstappen als 17-Jähriger in Australien 2015 sein Formel-1-Debüt gibt. Viele hielten den Sohn des früheren GP-Piloten Jos Verstappen für zu unerfahren, aber Max blieb cool – er zeigte bei Toro Rosso eine tolle erste Saison, atemraubende Überholmanöver, kühles Blut, er wurde zur Entdeckung der Saison und WM-Zwölfter.

Ein gutes halbes Jahr später ist der nächste Schritt vollzogen: Red Bull Racing-Pilot Daniil Kvyat kehrt zu Toro Rosso zurück, statt dessen wird der junge Verstappen ins Siegerteam von Red Bull geholt. Diese Beförderung war immer geplant, nur kam sie vielleicht etwas früher als die meisten Formel-1-Experten vermutet hätten.

Papa Jos Verstappen ist freilich davon überzeugt, dass sich sein Sprössling auch jetzt nicht aus der Ruhe bringen lassen wird. «Klar bin ich sehr stolz und überglücklich, dass Max die Chance erhält, sich in einem Top-Team zu beweisen», sagt der 44-Jährige auf der Webpage seines Sohnes. «Es war immer unser Ziel, diesen Schritt zu machen. Und ich glaube, die Leistungen von Max bei Toro Rosso hatten einen massgeblichen Einfluss auf die Entscheidung.»

«Der Übergang kommt auch für uns früher als erwartet, aber ich habe keinen Zweifel: Max ist für Red Bull Racing bereit, er hat das mehrfach unter Beweis gestellt. Und Gelegenheiten muss man beim Schopf packen, so wie wir das schon mit Toro Rosso gemacht haben.»

«Max macht wenig Fehler, er zeigt eine steile Lernkurve, er fährt starke Rennen, er macht Punkte.»

Die Verstappens sprechen auch von einem neuen Vertrag, den sie bei Red Bull unterzeichnet haben. Jos Verstappen, WM-Zehnter 1994: «Es handelt sich um ein langfristiges Abkommen, das war uns wichtig. Red Bull hat Max die Möglichkeit gegeben, früh sein Formel-1-Debüt geben zu dürfen. Wir wollten dieses Vertrauen mit Loyalität belohnen. Red Bull gibt uns den Eindruck, hier zuhause zu sein.»

«Auf Max kommt nun einiges zu: Er muss sich in sein neues Umfeld einleben, er muss ein anderes Auto kennenlernen, es gibt andere Arbeitsabläufe. Er wird behutsam beginnen und Schritt um Schritt auf die Suche nach den Grenzen gehen. Red Bull Racing gibt uns diese Zeit. Als Nahziel soll Max Rennen zu Ende fahren und Punkte machen.»

Vom Erfolgsdruck will der 107fache GP-Teilnehmer Jos Verstappen nichts wissen: «Druck? Was heisst hier schon Druck? Druck hat ein junger Fahrer immer. Das war doch im vergangenen Jahr auch so, als Max mit 17 Jahren sein Debüt gegeben hat. Jeder hat sich das ganz genau angeschaut, und doch hat Max eine gute Saison gefahren. Er soll einfach so weitermachen wie bisher.»

«Alle wissen, dass RBR ein siegfähiges Chassis bauen kann, im Juni debütiert der kraftvollere Motor. Das ist nicht nur fürs ganze Team positiv, auch für Max. Nach nicht einmal eineinhalb Jahren ist der Schritt in eines der drei besten Formel-1-Teams geschafft – was wollen wir mehr?»

Max Verstappen würde darauf vielleicht antworten: Papa ablösen. Denn noch immer ist Jos Verstappen mit zwei dritten Plätzen bei Benetton der erfolgreichste niederländische Formel-1-Fahrer. Wir würden nicht darauf wetten, dass dies bis zum Schluss der Saison 2016 Bestand haben wird.

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