Ferrari: Vettel-Strafe, anderer Halo, besserer Motor

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel

Sebastian Vettel

​Sebastian Vettels erste Reaktion auf den Getriebewechsel und die Strafe: «Oh, Mist.» In der Ferrari-Box wurde der neue Kopschutz Halo ausprobiert.

Ferrari ist in der Formel 1 immer ein Thema, kein Rennstall fasziniert die Massen so wie die roten Renner aus Maranello. Auf dem Red Bull Ring gibt die Scuderia gleich aus verschiedenen Gründen zu reden.

Zunächst einmal ist in Österreich ein modifizierter Kopfschutz Halo gezeigt worden. Die erste Version wurde ja vor knapp vier Monaten im Rahmen der Wintertests in Barcelona präsentiert, damals handelte es sich um eine reine Attrappe aus Kohlefaser. Wie auch bei der jüngsten Version (inzwischen aus Titan) besteht der Sinn des Tests darin, die Sicht für den Fahrer zu testen. Denn die neue Ausgabe des Halo (Heiligenscheins) wurde in seiner Form leicht verändert. Mit Version 1 war es möglich, dass der Helm des Piloten mit den Streben in Berührung kommt.

Am Donnerstag fanden in der Ferrari-Box Versuche statt, wie schnell ein Fahrer mit aufgesetztem Halo von den medizinischen Fachkräften aus dem Wagen geholt werden kann.

Nach dem Baku-GP wurden bei einer endoskopischen Untersuchung des Getriebes von Sebastian Vettel Schäden entdeckt. Die Ergebnisse der Inspektion drängen den Verdacht auf: Wenn der vierfache Weltmeister diese Kraftübertragung weiter verwendet, geht das Getriebe im Abschlusstraining oder im Rennen mit hoher Wahrscheinlichkeit kaputt.

Vettel wird daher im freien Training mit einem älteren Getriebe fahren und für Samstag ein neues eingebaut erhalten – damit ist die Strafe von fünf Rängen zurück in der Startaufstellung unvermeidlich.

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene sagt bei den Kollegen der Gazzetta dello Sport: «Ich habe Sebastian angerufen und ihm gesagt, was uns mit dem Getriebe blüht. Er meinte: „Oh, Mist.“ Dann war es eine Weile ruhig am Telefon. Bis Seb sagte: „Maurizio, dann müssen wir halt im Rennen viele Gegner überholen.“ Was willst du einem Piloten sagen, der so auf eine Hiobsbotschaft reagiert? Da fühlst du dich verpflichtet, ihm ein besseres Auto hinzustellen.»

Für das Wochenende in Österreich glaubt der Ferrari-Steuermann: «Der Abstand zu Mercedes ist nicht dramatisch. Unser Auto ist gut. Aber es ist nicht einfach abzustimmen. Es reagiert sehr markant auf die kleinste Veränderung.»

Arrivabene hatte in Aserbaidschan angekündigt, dass sein Team in vielen Bereichen nachlegen werde. Für Österreich ist die Rede von einem schärferen Sprit von Kraftstoffpartner Shell. Auch der Generator der kinetischen Energie (MGU-K, motor generator unit kinetic) sei verbessert worden, um eine effizientere Energiesammlung zu erreichen.

Das würde bedeuten, dass Ferrari (wie zuletzt in Kanada) weitere der so genannten Token (Entwicklungswertmarken) verwendet hätte. Zur Erinnerung: Ferrari hat vor dem Grand Prix in Montreal für die Entwicklung am Turbolader zwei der so genannten Entwicklungswertmarken (Token) investiert, das Gleiche tat übrigens auch Honda. Während bei den Italienern der Schwerpunkt auf mehr Power lag, bezog sich die Verbesserungen der Japaner auf eine nachhaltigere Nutzung der Energierückgewinnung. Gemäss Informationen der FIA hat Ferrari nun für die restliche Saison nur noch vier Token für die Entwicklung übrig (mit den Verbesserungen für Österreich wären es noch zwei oder drei). Mercedes hat noch elf Token zum Entwickeln zur Verfügung, Honda noch zwölf, am meisten Spielraum hat Renault: Hier sind bislang erst elf Token verbraucht worden, ganze 21 haben die französischen Techniker noch. Renault will anfangs Oktober die nächste Evolutionsversion ihres 1,6-Liter-V6-Turbo bringen.

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