SBK-Finale: Wet-Race oder doch nicht? Die Erklärung!

Von Esther Babel
IDM Superbike
Viele Fahrer, viele Meinungen

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Beim letzten Rennen der IDM Superbike auf dem Hockenheimring hatte es vor dem Start kurz geregnet. In der Startaufstellung kam es dann zu Verzögerungen. Dem einen gefiel das, dem anderen nicht.

Während des Rennens der IDM Supersport 600 hatte es Ende September auf dem Hockenheimring kurz geregnet. Anschließend stand das letzte Rennen der Superbike-Klasse auf dem Plan. Der Titel war bereits vergeben, auch der Vize stand mit Julian Puffe bereits fest. Also Zeit, um noch ein wenig zu pokern.

In den vorderen Startreihen sah man im Grid so einiges an Reifen-Kombinationen. Erwan Nigon, bekannt dafür, nach Jahren in der Langstrecken-WM mit allen Wassern gewaschen zu sein, tauchte mit Trockenreifen in der Startaufstellung auf. Kurz später entschied sich in den ersten Reihen auch Marc Moser für diese etwas riskantere Variante. Die Reifenwahl ist bei den Teams Fahrersache.

Das Rennen wurde als Regenrennen deklariert, auch wenn von oben kein nasser Nachschub mehr kam. Ein als Regenrennen angezeigtes Rennen wird in der Regel nicht mehr abgebrochen, egal was von oben kommt. Bei einem erneuten Regenschauer hätten dann die Herrschaften mit den Trockenreifen eben Pech gehabt.

Während unter anderem Nigon und Moser auf eine normale Dauer der Startaufstellung spekulierten, wandte sich unter anderem Dominic Schmitter, der nach dem Reverse Grid nun auf der Pole-Position stand, an die Rennleitung. Es war ersichtlich, dass der Asphalt von Minute zu Minute auftrocknete und der Schweizer schlug eine kurze Pause vor, um die Sicherheit der Fahrer zu erhöhen.

Erst wurde das Schild Wet Race gezeigt, dann wurde das Schild wieder zurückgezogen und das Startprozedere abgebrochen und der Start verschoben. Sehr zum Ärger der riskikofreudigeren Fahrer. «Damit ist mein ganzer Vorteil dahin», ärgerte sich Nigon. Da niemand genau wusste, wie lang die Verzögerung dauern sollte, begann hektische Betriebsamkeit in der Startaufstellung. Wohl dem, der mit viel Personal unterwegs war. Andere dagegen schafften die Arbeiten nicht in der zur Verfügung stehenden Zeit, oder waren mit eine wilden Reifen-Kombi und Regen-Set-up unterwegs.

Nach einiger Zeit wurde das Rennen gestartet. Doch Fragen blieben dennoch offen. «Was meint ihr zum letzten SBK-Rennen?», fragt ein Forumsteilnehmer bei Racing4fun.de. «Dass sie, obwohl von Anfang an als wet race deklariert, den Start, obwohl alle im Grid standen, abgebrochen haben, um die Möglichkeit zu geben auf Slicks zu wechseln? Ich finde es gegenüber den Fahrern, die gepokert haben und gleich mit Slicks in die Startaufstellung gefahren sind, nicht okay. Wet race ist wet race, und wer bei den Reifen verwachst hat, hat eben Pech. Gab keinen Grund den Start zu verzögern.» Andere wiederum begrüssten die Verzögerung, um die Sicherheit der Fahrer zu erhöhen.

IDM-Serienmanager Normann Broy erklärt bei SPEEDWEEK.com, was es mit dem Startprozedere in Hockenheim auf sich hatte.

SPEEDWEEK.com: «Es war ja so, dass das Rennen zuerst als Wet Race deklariert war.»

Normann Broy: «Korrekt.»

«Aus welchem Grund genau wurde dann das Startprozedere abgebrochen?»

«Die Entscheidung war nicht leicht, musste aber unverzüglich getroffen werden. Für uns steht die Gesundheit der Fahrer hier an oberster Stelle. Der Start wurde aus Sicherheitsgründen verzögert. Die Strecke war noch feucht und trocknete aber sukzessive ab. Ein Großteil der Fahrer stand bereits auf Slicks und wollte auch so ins Rennen gehen - was aufgrund der schnell wechselnden Wetterbedingungen auch nachvollziehbar war. Hätten wir das Rennen zur geplanten Startzeit aufgenommen, als die Strecke noch nass war, wären Unfälle in der ersten Kurve vorprogrammiert - gerade in der Anfangsphase ein sehr hohes Risiko.»

«Warum wurde dann das Wet Race wieder zurückgezogen?»

«Wurde es nicht, für das Rennen spielte das aber auch eine eher untergeordnete Rolle. Seit Mitte der Saison wurde die Regelung zu den Reifenstickern modifiziert (Speedweek berichtete am 22.06.19). Damit ist es für die Reifenwahl irrelevant, ob die Session als "wet" oder "dry" deklariert wird. Wet Race bedeutet in dem Sinne lediglich, dass das Rennen aufgrund sich später ändernder Wetterbedingungen theoretisch nicht abgebrochen wird.»

«Gab es eine Anzeige, wie lange sich der Start verschiebt? Es haben ja alle die Räder gewechselt, aber manche trauten sich nicht mehr ans Regenfahrwerk dran, weil keiner so genau wusste, wie lange noch Zeit ist. Oder haben die einfach die Anzeige verpasst?»

«Eine separate Anzeige dafür gibt es nicht. Aber es werden 5min/3min/1min/30sec - Tafeln im Grid gezeigt - immer gerechnet auf den Start zur Warm up - Runde. Die Verzögerung betrug in Summe knapp 10 Minuten, wobei ab dem Zeigen des 3-Minuten-Boards nicht mehr am Motorrad gearbeitet werden darf.»

«Was sagst Du zu der Kritik von den Fahrern, die schon im Vorfeld Slicks aufgezogen hatten und damit auch ins Wet Race gestartet wären. Die fanden jetzt die Verzögerung nicht so toll.»

«Da gibt es verschiedene Aussagen. Es gab genügend Fahrer, die ohnehin auf Slicks gestartet sind - und die waren aus Gründen der Sicherheit sehr glücklich über diese Entscheidung. Wie bereits oben erwähnt: für uns hat die Sicherheit der Fahrer oberste Priorität.»

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