Sonderheft zum 1000. Grand Prix: Ganz grosses Kino

Von Mathias Brunner
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​Die Formel 1 hat es verpasst, den 1000. Grand Prix in angemessener Form zu würdigen. Zum Glück haben Michael Schmidt: Der langjährige GP-Berichterstatter setzt der Königsklasse ein Denkmal.

Die Formel 1 ist beim Grossen Preis von China 1000 WM-Läufe alt geworden. Serien-CEO Chase Carey kann das schönreden vom Morgen bis zum Abend, aber Shanghai war für das Jubiläum ein jämmerlicher Rahmen: Ein paar Memorabilien im Fahrerlager, ein einsamer Lotus 49 mit Damon Hill auf der Bahn – und das soll bitteschön die grosse Feierstunde der motorsportlichen Champions League sein? Nein, in Wahrheit war das eine verpasste Chance.

Die Lieb- und Hilflosigkeit der Formel-1-Führung zeigte sich auch beim Rennprogramm in China. Bis auf einen Artikel war das Hausmannkost wie immer, nichts Besonderes, nichts Feierliches, nichts Königsklassiges. Aber alle Fans dürfen sich zum Glück auf Michael Schmidt verlassen – der langjährige Grand-Prix-Berichterstatter in Diensten von auto, motor und sport hat zum 1000. Grand Prix der Formel 1 ein Denkmal erschaffen, ganz grosses Kino.

Ich weiss nicht, wie viele Stunden mein Kollege Schmidt in dieses Werk investiert hat. Ich weiss nur: Ein Verkaufspreis von 9,90 Euro für das Sonderheft zum Jubiläum der Formel 1 ist ein echtes Schnäppchen.

Schmidt zeigt die ganze Faszination der Formel 1: Zum Glück verliert sich der erfahrene Journalist nicht in Statistiken (auch wenn wir davon die Wichtigsten finden), sondern setzt ganz gezielt Schwerpunkte. Denn um 1000 Rennen mit 775 Piloten, 33 Weltmeistern 73 Rennstrecken und 164 Teams alle zu würdigen, hätte ein Mehrbänder herausgebracht werden müssen. Wir denken da eher an 1000 Seiten als an 164.

Nein, Schmidt setzt gezielt Ausrufezeichen, etwa immer dann, wenn die Formel 1 wieder ein Hundert voll hatte, also beim 100. Grand Prix, beim 200. und so fort. Dazu wurden alle zwanzig noch lebenden Weltmeister interviewt. Sie blicken auf den grössten Tag ihrer GP-Karriere zurück: als sie Champion wurden. Auch die anderen Weltmeister werden geehrt, die ganz Grossen, mit welchen ein Gespräch leider nicht mehr möglich ist: Juan Manuel Fangio und Jim Clark, Ayrton Senna und Michael Schumacher. Klar kommt auch Formel-1-Baumeister Bernie Ecclestone zu Wort.

Schmidt ist klug genug zu wissen: Die Faszination Formel 1 erwächst nicht nur aus den Siegern, der Sport lebt auch von den Eintagsfliegen und Verlierern, von Skurrilitäten und tragischen Helden.

Das hervorragend bebilderte Heft widmet sich ausführlich den besten Rennställen der Historie – Ferrari und McLaren, Williams und Lotus, Mercedes-Benz und Red Bull Racing. Viele Formel-1-Fans sind von der Raumfahrttechnik der Königsklasse gefesselt. Auf diesen Aspekt geht das Sonderheft ausführlich ein und zeigt neun der erfolgreichsten Rennwagen im Detail. Hinter diesen erdgebundenen Geschossen standen die hellsten Köpfe der Branche, wie Colin Chapman oder Adrian Newey. Die Engländer erhalten den gebührenden Raum.

Fazit – was die Formel 1 selber verpasst hat, holt Michael Schmidt nach: So gehört die Königsklasse zum 1000. Grand Prix gefeiert. Holen Sie sich am Kiosk dieses Sonderheft, Sie werden es nicht bereuen.

Formel 1 – 1000 Grands Prix
Champions, Rennen, Technik
Edition auto motor und sport
164 Seiten
Mehr als 500 Fotos
Für 9,90 Euro im Fachhandel

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