Bald Gegner von Rossi? Yamaha baut Roboter-Bike

Von Oliver Feldtweg
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Der Japaner Hiroyuki Yanagi ist der oberste Chef von Yamaha, des zweitgrößten Motorradherstellers der Welt. Er outet sich als Motorsportfan und will mit Yamaha künftig noch mehr Rennsport betreiben.

Seit 1955 werden bei der Yamaha Motor Ltd. Motorräder gebaut, im Vorjahr feierten die Japaner ihr 60-jähriges Firmenjubiläum. Yamaha gewann 2015 in der MotoGP-Klasse die Fahrer-WM, die Marken- und die Team-WM.

2016 liegen Jorge Lorenzo und Valentino Rossi bei Halbzeit 48 beziehungsweise 59 Punkte hinter Honda-Star Marc Márquez.

Hiroyuki Yanagi, CEO von Yamaha Motor Ltd., sprach mit den Kollegen von motogp.com über die sportlich orientierte Philosophie der Marke mit den drei gekreuzten Stimmgabeln.

«Seit unserer Anfangszeit war der Motorradsport ein wichtiger Bestandteil von Yamaha», erklärte Yanagi. «Wir verstehen, dass wir durch das Mitwirken am Rennsport mit den Fans die immense Begeisterung und Zufriedenheit teilen können. Da haben wir mit einer breiten Basis von Kunden etwas gemeinsam. Das ist gut für unser Unternehmen, diese Erfolge kurbeln unsere Verkäufe an, außerdem hilft der Motorsport bei der Entwicklung neuer Produkte. Am Wichtigsten ist aber, dass wir damit unseren Mitarbeitern bei Yamaha viel zusätzliche Motivation geben. Wir bringen den Mitarbeitern bei Yamaha bei, den Gedanken von Herausforderungen anzunehmen, jeder soll sein Bestes geben. Das ist der wahre Bestandteil unserer DNA, unseres Erbguts.»

«Wir treiben durch die MotoGP-Beteiligung unsere Entwicklung voran, die auch den Serienmaschinen zugute kommt», ergänzte Yamaha-Chef Yanagi. «Die Produkte und Technologien, die unsere Rennabteilung entwickelt und vorantreibt, kommen eines Tages auch dem Yamaha-Kunden im Alltagsverkehr zugute. Diese Technologien sehen wir zum Beispiel im R1-Superbike. Das ist ein gutes Beispiel, wie wir heute die Racing-Technology in die Serie integrieren. Da befinden wir uns auch auf dem höchsten Niveau von Production-Bikes. Um diese Vorgänge zu beschleunigen, rotieren viele Ingenieure von der Production-Abteilung in die Rennabteilung. Die Techniker, die Racing-Erfahrung haben, bringen wirklich viel Know-how für die Serienmaschinen mit. Mit diesem Prozess gelingt es Yamaha immer wieder, bei den Serienmaschinen den Unterschied zur Konkurrenz herzustellen. So haben wir uns eine weltweite Führungsrolle erarbeitet.»

Yanagi weiter: «Yamaha kümmert sich aber auch um die nächste Generation von MotoGP-Fahrern. Deshalb unterstützen wir jetzt die VR46-Academy, wo junge Fahrer aus der ganzen Welt trainiert und aufgebaut werden. Damit demonstrieren wir, dass uns der Motorsport langfristig am Herzen liegt und dass wir ihn auch in Zukunft betreiben werden.»

«Aber wir sind auch in anderen Bereichen fortschrittlich tätig, denn wir nähern uns dem Motorradfahren auch mit einem roboter-gesteuerten Zugang. Die Ziele dieses High-Tech-Projekts: Wir wollen verschiedene Engineering- und Technologie-Faktoren entwickeln für die Zukunft, mit denen wir die Fahrer unterstützen können. Dadurch können wir auch die Sicherheit erhöhen. Im ersten Schritt geht es um eine erste Stufe des 'robotic riding systems'. Diese erste Stufe wurde 2015 abgeschlossen. Der zweite Schritt zielt jetzt darauf ab, das Motorrad mit Hilfe eines Autopiloten lenken zu können. Und in einem dritten Schritt wollten wir dann versuchen, dieses selbstfahrende Motorrad gegen Valentino Rossi um die Wette fahren zu lassen», schmunzelt Hiroyuki Yanagi.

«Wir haben in 61 Jahren viele Siege und WM-Titel errungen, wir haben Motorradgeschichte geschrieben», stellt der Yamaha-Boss zufrieden fest. «Wir glauben fest daran, dass wir diese Erfolge auch in Zukunft fortsetzen können. Wir freuen uns darauf, diese Erfahrungen mit unseren Yamaha-Kunden zu teilen, damit ihre Herzen auch in Zukunft höher schlagen. Ich bin wirklich happy und zufrieden mit unseren bisherigen Motorsport-Erfolgen. Wir haben die klare Absicht, unsere Motorsport-Beteiligung für die Zukunft weiter auszubauen.»

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