Fünf Gründe für ein Hoch auf die Langbahn

Kolumne von Rudi Hagen
Langbahn-GP
Speedway und/oder Langbahn, das ist hier nicht die Frage. Es geht allein darum, warum man Fan von Langbahnrennen sein kann. Wobei mit Langbahnen sowohl Gras- als auch Sandbahnen gemeint sind.

Der Langbahnsport hat in Deutschland eine lange Tradition. Obwohl die Zahl der deutschen Bahnen in den vergangenen Jahrzehnten aus verschiedenen Gründen zurück gegangen ist, werden heute noch auf folgenden Gras- oder Sandbahnen Rennen ausgetragen (von Nord nach Süd): Teterow, Hechthausen, Rastede, Scheeßel, Mulmshorn, Schwarme, Werlte, Vechta, Wagenfeld (bisher nur Ostertraining), Osnabrück, Bielefeld, Lübbenau, Lüdinghausen, Melsungen, Bad Hersfeld, Heringen, Angenrod, Altrip, Zweibrücken, Herxheim, Memmingen, Dingolfing, Plattling, Willing, Berghaupten, Pfarrkirchen, Haunstetten, Mühldorf und Hertingen.

Langbahnrennen zählen nach wie vor zu den Randsportarten. Das Medieninteresse ist im Vergleich zu anderen Sportarten bis auf punktuelle Ausnahmen gering und viele Veranstalter klagen über nachlassenden Zuschauerzuspruch bei ihren Rennen. Das Publikum dagegen bemängelt des Öfteren die schleppende Rennabfolge oder auch sogenannte «Prozessionsrennen» aufgrund großer Leistungsunterschiede der Fahrer, sowie Dreck und Staub auf den Rängen.

Aber es gibt immer noch genügend Fans, die den Langbahnsport geradezu lieben. SPEEDWEEK.com listet fünf mögliche Gründe dafür auf, die Langbahn hochleben zu lassen.

1. Die Geschwindigkeiten:

Die Geschwindigkeiten auf der Langbahn sind zum Teil atemberaubend, das sorgt auch bei den Außenstehenden für Adrenalinschübe. Die Langbahn-Motorräder sind beim Start so schnell wie Formel-1-Rennwagen und entwickeln auf langen Geraden Geschwindigkeiten bis zu 180 km/h. Berücksichtigt man die Gegebenheiten wie mehr oder minder ebene Untergründe auf Gras oder Sand und die unterschiedlichen Kurvenradien der Bahnen, sind die Rennverläufe von Bahn zu Bahn sehr unterschiedlich. Vor allem die erste Kurve verläuft bei den Rennen oftmals spektakulär.

2. Die Vielfalt der Klassen:

Auf der Langbahn sieht man eine Vielfalt von Rennklassen, wie die internationalen und die nationalen Solisten, den Nachwuchs in den Abstufungen vom Alter der Jugendlichen und dem Hubraum der Motoren in den Klassen Junioren C, B und A, sowie die internationalen und nationalen Seitenwagen.

3. Die Seitenwagenklassen:

Langbahn ohne Seitenwagen? Das geht eigentlich gar nicht. Die spektakuläre Teamarbeit auf den kippeligen Dreirädern ist einfach spektakulär und fasziniert das Publikum seit eh und je. Otto Bauer, Michael Datzmann, Heinz Pagel, Josef Onderka, Thomas Kunert und Karl Keil, der heute noch fährt, um nur einige zu nennen, sind als deutsche Top-Fahrer in der Historie der 500er-Seitenwagenklasse beispielhaft zu nennen, die zur Popularität des Gespann- und damit auch des Langbahnsports beigetragen haben. Die amtierenden Deutschen Meister Markus Venus/Markus Heiß aus Pfarrkirchen und Markus Brandhofer/Tim Scheunemann vom AMC Haunstetten werden 2019 einen neuerlichen Anlauf in Richtung Europameisterschaft unternehmen.

4. Oldies und Exoten:

Neben den herkömmlichen Rennklassen kann man im Rahmenprogramm von Langbahnrennen auch mal sogenannte Exoten bewundern, wie die 1000er-Gespanne aus England, Oldieklassen (Solisten und Gespanne) sowie mit der European Veteran Longtrack Series (EVLS) eine gut funktionierende Serie. Der ein oder andere Veranstalter versucht auch schon mal, mit Enduro- oder Speedkartsrennen neues Publikum an die Bahn zu holen.

5. Weltmeister Martin Smolinski:

Deutschland hat mit Martin Smolinski den neuen Langbahn-Weltmeister in seinen Reihen, einen Fahrer mit Charisma, einer, auf den man stolz sein kann, einen echten Racer, einer, der Lust auf mehr macht.

Nachdem die Langbahn-Europameisterschaft 1971 zur Langbahn-Weltmeisterschaft erhoben wurde (eine eigene Grasbahn-EM wurde 1978 eingeführt), waren deutsche Fahrer in der Folge hier sehr erfolgreich. Gerd Riss wurde achtmal Weltmeister (1991, 1996, 1999, 2001, 2004, 2007, 2008, 2009), Karl Maier (1980, 1982, 1987, 1988) und Robert Barth (2002, 2003, 2005, 2006) je vier Mal. Egon Müller, der 1983 Deutschlands bisher einziger Speedway-Weltmeister wurde, errang den Titel auf der Langbahn dreimal (1974, 1975, 1978). Gerd Riss’ Sohn Erik gelang das Kunststück zweimal (2014, 2016). Je einmal konnten Alois Wiesböck (1979), Tom Dunker (1997) und 2018 Martin Smolinski sich den WM-Titel auf der Langbahn sichern.

Martin Smolinski will seinen Titel 2019 verteidigen. Die Fans können sich auf die Grands Prix in Herxheim (30. Mai), La Reole (F, 15. Juni), Mühldorf (7. Juli), Morizes (F, 7. September) und Roden (NL, 22. September freuen).

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