MV Agusta mit Forward: GP-Comeback mit Hindernissen

Von Günther Wiesinger
Moto2

Forward-Teambesitzer Giovanni Cuzari möchte gerne die seit Jahren in Finanzproblemen steckende Firma MV Agusta zu einem GP-Comeback überreden. Aber Kalex verkauft die Namensrechte nicht.

Herber Rückschlag für das gebeutelte Forward Racing Team von Giovanni Cuzari, das für die Moto2-WM 2018 den Italiener Stefano Manzi und den Brasilianer Eric Granado engagiert hat und eine Zusammenarbeit mit dem MV Agusta-Werk einfädeln will.

Da MV Agusta bis zum Saisonstart 2018 kein eigenes Rolling Chassis für die Honda CBR 600RR-Einheitsmotoren bauen kann, wurde Hersteller Kalex angefragt, ob man die Motorräder in der nächsten Saison unter der Bezeichnung MV Agusta einsetzen dürfe.

MV Agusta hätte dann bei der FIM auch eine eigene Konstrukteurslizenz gekauft.

So einen Deal für Namensrechte hatte das italienische Japan Italy Racing-Team (JiR) von Luca Montiron drei Jahre lang mit der Firma «Motobi» betrieben, er hat in dieser Zeit Bikes des japanischen Hersteller TSR eingesetzt – mit dessen Einwilligung.

Kalex, inzwischen zum fünften Mal hintereinander Marken-Weltmeister in der Moto2 und seit 2013 (Pol Espargaró) auch immer Lieferant des Fahrer-Weltmeisters, wird aber in so eine Vereinbarung nicht einwilligen und den Namen nicht verkaufen.

«Wir werden keine Namensänderung zulassen. Falls das für Forward zwingend notwendig ist, müssen sie sich nach einem Hersteller umschauen, der das akzeptiert», stellte Kalex-Geschäftsführer Alex Baumgärtel heute gegenüber SPEEDWEEK.com fest.

Forward müsste sich aber relativ rasch mit einem der existierenden Hersteller einigen – also mit Suter, Speed-up, Tech3 oder NTS.

Forward ist seit 2014 in der Moto2-WM mit Kalex unterwegs.  Lorenzo Baldassarri gewann 2016 den Misano-GP für die Mannschaft von Cuzari, der vom «Tribunale di Milano» in erster Instanz zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt wurde – wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Geldwäsche.

Zur Erinnerung: KTM hat die neue Moto2-Maschine 1,5 Jahre lang entwickelt und getestet, ehe sie im März 2017 in Katar in der Weltmeisterschaft debütiert hat.

Für MV Agusta würde es auch keinen Sinn machen, jetzt noch ein Moto2-Chassis für Honda zu bauen, während die anderen Hersteller längst die ersten Prototypen für die Triumph-765-ccm-Dreizylinder-Motoren startklar machen, die 2019 in die WM kommen.

Das italienische Werk dürfte in der Moto2-WM 2018 auch keine Chassis auf Basis der Dreizylinder-Supersport-WM-Maschine F3 675 einsetzen, mit der MV bis Ende 2015 antrat. Es muss sich in der Moto2-Klasse um reinrassige Prototypen-Chassis handeln.

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