Jürgen Lingg/Intact: Trauriges Fazit der Saison 2017

Von Günther Wiesinger
Moto2

Die Saisonbilanz des Dynavolt Intact-Moto2-Teams fällt enttäuschend aus. Teamchef Jürgen Lingg setzt jetzt auf Neuling Xavi Vierge und hofft, dass Marcel Schrötter bis Februar fit wird.

Das deutsche Dynavolt Intact-GP-Team brachte in der Moto2-WM 2017 die Fahrer Marcel Schrötter und Sandro Cortese nur auf die Gesamtränge 17 und 18.

In der Saison 2016 feierte das Team mit Jonas Folger noch einen GP-Sieg in Brünn, dazu zweite Plätze in Jerez und auf dem Sachsenring sowie dritte Ränge 3 in Las Termas und Sepang. Folger schloss die WM mit 167 Punkten als Gesamtsiebter ab.

2017 kassierten Schrötter (50 Punkte) und Cortese (43) in 18 Rennen gemeinsam nur 93 Punkte.

Für die Saison 2018 kehrt das Intact-Team von Suter wieder zu Kalex zurück, Cortese wird durch den Spanier Xavi Vierge ersetzt, der Teammanager Jürgen Lingg seit einiger Zeit stark beeindruckt.

Der WM-Elfte ist erst 20 Jahre alt und hinterließ auch bei den November-Tests (noch auf der Suter) in Jerez und Valencia einen starken Eindruck.

Nach dem Heimrennen in Deutschland sah es für das deutsche Dynavolt-Intact-GP-Team noch recht erfreulich aus. Marcel Schrötter hielt sich dicht hinter Aegerter als zweitbester Suter-Fahrer auf dem zehnten WM-Rang.

Doch dann erlitt der Bayer beim Enduro-Training mit Jack Miller in Australien Mitte Juli einen Kahnbeinbruch. Er bestritt dann noch das 8h-Rennen in Suzuka und klagte am folgenden Wochenende beim Brünn-GP über heftige Schmerzen. Schrötter wurde nach Platz 26 am Freitag vom Team für die restlichen zwei Tage beurlaubt und zur Operation geschickt. Er musste dann auch auf Spielberg, Silverstone und Misano verzichten und schaffte im Herbst nur noch zwei 13. Ränge. Er fiel in der WM-Tabelle auf Platz 17 zurück.

Dynavolt-Intact-Teamprinzipal Jürgen Lingg war vor dem Brünn-GP überzeugt, Schrötter sei wieder im Vollbesitz seiner Kräfte und einsatzbereit. Aber die Schmerzen begleiteten den Suter-Fahrer sogar noch bei den privaten Tests in der zweiten November-Hälfte.

Jürgen, Marcel Schrötter war nach dem Sachsenring-GP WM-Zehnter mit 44 Punkten. In der zweiten Saisonhälfte hat er wegen seines Kahnbeinbruchs nur sechs Punkte gesammelt. Warum hat sich diese Verletzung als so langwierig erwiesen?

Ich habe mit vielen Leuten über solche Kahnbeinverletzungen gesprochen, unter anderem mit Nobby Ueda. Auch mit Jake Dixon und Danny Kent, die beiden hatten auch schon Kahnbeinbrüche. Sie haben nach sechs Wochen fast beschwerdefrei fahren können. Bei Nobby Ueda hat es sich viel länger hingezogen.

Hätte der Bruch gleich operiert werden müssen – und nicht erst nach 8h-Rennen von Suzuka?

Man hat mir gesagt, die verspätete Operation sei kein Problem gewesen, weil der Bruch noch nicht aufgegangen war.

Aber auf so eine Verletzung reagiert jeder Fahrer anders. Da kann man nichts machen. Das war jetzt einfach Pech.

Bei Marcel war es besonders ärgerlich. Denn er befand sich in einem Aufwärtstrend. Er war schon beim Jerez-GP gut, er war Achter in Texas und nachher Sechster in Jerez. Es war nur eine Frage der Zeit, bis er ein gutes Ergebnis einfährt, bis Sachsenring hat er es aber nie aufs Papier gebracht, nachher hat er sich halt verletzt. Das war schon ärgerlich.

Wird die Lehre daraus sein, dass du deine Fahrer nicht mehr ohne weiteres für so einen 8h-WM-Lauf frei gibst?

Ja, das müssen wir uns künftig gut überlegen. Vor allem muss auch die Kommunikation besser sein, wenn er weg ist.

Aber das haben wir intern schon besprochen.

Aber für 2018 musst du dir wegen Schrötters Kahnbeinverletzung keine Sorgen machen? Oder fürchtest du: Wenn der Bruch nach vier Monaten noch schmerzt, kann es auch im Februar noch zu Beschwerden kommen?

Das kann man nicht sagen. Wirklich nicht.

Aber Marcel ist jung, und er macht alles dafür. Er macht Physiotherapie und wird sich jetzt mal ein bisschen erholen.
Ich denke, dann wird es im Februar schon funktionieren. Das hoffen wir auf jeden Fall.

Xavi Vierge hat bei den November-Tests deine Erwartungen erfüllt?

Ja, ich war beeindruckt. Das hat mir gut gefallen. Vor allem seine Herangehensweise, wie sie arbeiten, wie fokussiert er ist.

Er ist körperlich topfit. Das passt auch.

Für seine 20 Jahre ist er schon sehr professionell. Er arbeitet auch gut mit seinem Crew-Chief zusammen. Er hat Antonio Jimenez von Tech3 mitgebracht. Der hat schon MotoGP-Erfahrung, er war bei Gresini-Honda.

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