Carlo Pernat: Zurück zu Aprilia statt zu MV Agusta?

Von Günther Wiesinger
Moto2
Carlo Pernat

Carlo Pernat

Der italienische Rennmanager Carlo Pernat ist für 2019 als Berater von MV-Agusta-Chef Giovanni Castiglioni im Gespräch. Er kann sich aber auch eine Rückkehr zu Aprilia vorstellen.

Der 70-jährige Iannone-Manager Carlo Pernat lief in Silverstone die meiste Zeit mit einer Suzuki-Jacke herum. Gleichzeitig verhandelt er gegenwärtig mit MV Agusta-Geschäftsführer Giovanni Castiglioni über eine Aufgabe als Moto2-Berater für die Saison 2019, er soll quasi als Verbindungsmann zwischen MV Agusta und dem Forward Racing Team agieren.

Carlo Pernat hat schon vor fast 30 Jahren für Giovannis Vater Claudio Castiglioni gearbeitet und damals das Cagiva-500-Projekt mit Piloten wie Mamola, Kocinski und Lawson zum Laufen gebracht.

Wie kann ein MV-Agusta-Berater mit einem Suzuki-Anorak herumlaufen?

«Ich habe noch keinen Vertrag unterschrieben», versicherte Pernat. «Denn ich bin auch mit Aprilia im Gespräch.»

Dort wird 2019 und 2020 Pernats Schützling Andrea Iannone neben Aleix Espargaró fahren. Das Aprilia-MotoGP-Team kommt auch im vierten Jahr nicht vom Fleck, es fehlt an Management-Kapazität.

Aprilia-Renndirektor Romano Albesiano kündigte bei der Teampräsentation 2017 an, der italienische Hersteller peile einen Top-5-Platz in der Gesamtwertung an. Aber dann reichte es nur für den 15. Schlussrang. 2018 liegt Espargaró an 18. Stelle der Tabelle. Selbst Neuling KTM hat den traditionellen Rennstall mit den 54 WM-Titeln gleich im ersten Jahr überflügelt,

Die Liste der Aprilia-Fehlentscheidungen ist unendlich. Melandri, Lowes, Redding – allein die MotoGP-Fahrerwahl erntete immer wieder Kopfschütteln.

Und bei Aprilia erinnert sich wohl jetzt Geschäftsführer Leo Mercanti an die erfolgreiche Zweitakt-Ära mit Renndirektor Jan Witteveen und Teammanager Carlo Pernat, die damals Stars wie Biaggi, Capirossi, Rossi, Melandri und Poggiali an die Weltspitze führten.

Damals fuhr Aprilia einen Titel nach dem anderen und zahllose Siege ein: Sakata, Gramigni, Locatelli, Perugini, Reggiani, Ruggia, Bayle, Chili und viele andere Fahrer triumphierten in der Pernat-Ära auf der Marke aus Noale.

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