Marc VDS dominiert: «Es wird keine Stallorder geben»

Von Jordi Gutiérrez
Moto2
In der Moto2-WM hat das Marc VDS-Team fünf von sechs Rennen gewonnen, Tito Rabat und Mika Kallio dominieren die WM. Interview mit Teammanager MIchael Bartholemy.

Fünf Siege in sechs Rennen, in der Moto2-WM mit Tito Rabat und Mika Kallio klar überlegen auf den Rängen 1 und 2, die Bilanz von Marc VDS Racing in der Saison 2014 kann sich sehen lassen.

SPEEDWEEK.com hat sich mit MarcVDS-Teammanager Michael Bartholemy unterhalten.

Michael, die Saison hätte für euch nicht besser beginnen können?

Ja, fünf Siege und fünf Pole-Position in sechs Rennen, dazu zehn von zwölf möglichen Podestplätzen... Es stimmt schon, wir dürfen sehr zufrieden sein.
Besonders zufrieden bin ich, weil wir mit beiden Fahrern vorne sind. Wir haben nicht nur einen schnellen Fahrer, sondern zwei. Das haben wir in diesem Jahr zeigen können.
Ich denke, das Team funktioniert gut. Die Stimmung ist gut.
Die Veränderungen, die wir im Winter an den Motorrädern versucht haben, haben sich bei beiden Fahrern trotz unterschiedlicher Fahrstile bewährt. Es wäre nicht einfach, noch besser abzuschneiden, als wir es momentan machen.
Wir müssen in dieser Richtung weiterarbeiten und weiter versuchen, so stark wie möglich zu sein. Wir möchten in der ersten Hälfte der Meisterschaft so viele Punkte wie möglich einfahren. Das war unser Ziel.
Danach werden wir sehen, wo wir im Endeffekt landen werden.

Wie schnell hat sich Tito im Team eingelebt? Wir gross war die Umstellung für das Team, erstmals mit einem Spanier anzutreten?

Es ist natürlich nicht so einfach, wenn du einen neuen Fahrer hast. Aber wir haben im November noch zweimal mit Tito getestet. Wir mussten zueinander finden... Das war ein bisschen kompliziert vom Fahren her, vom Menschlichen her, von den Ideen her. Es hat etwas Zeit gebraucht.
Aber ab dem ersten IRTA-Test Anfang Februar in Valencia waren wir eigentlich dort, wo wir hinwollten. Dann hat das Motorrad so gepasst, wie wir es haben wollten.
Nach diesem Test ist alles in einem guten Rhythmus abgelaufen.
Natürlich war vor dem ersten Rennen noch eine Portion Ungewissheit übrig. Wie wird das am ersten Rennwochenende mit dem neuen Fahrer sein? Wie wird es mit der Nervosität aussehen? Aber es hat alles super gepasst. Wir haben mit Tito und Mika in Katar die Ränge 1 und 2 erreicht. Das war ein Superresultat.

Liegen die bisherigen Ergebnisse über den Erwartungen?

Hm. Heute erwische ich mich manchmal bei dem Gedanken: Wann kriegen wir die erste Backpfeife? Wann hauen wir einmal daneben?
das wird uns in diesem Jahr genau so passieren, wie es anderen Teams auch passiert. Ganz klar.
Aber momentan verläuft die Saison besser als erwartet.
Ich habe zwar erwartet, dass wir vorne mit dabei sind. Aber ich habe auch andere Fahrer auf der Liste gehabt, wie zum Beispiel Nakagami, Lüthi und Terol. Das sind Fahrer, die momentan nicht so vorne dabei sind, wie man vor der Saison gedacht hat.

Was passiert, wenn Rabat und Kallio – jetzt durch 22 Punkte getrennt – am Saisonende gegeneinander um den Titel fighten: Wird es dann irgendwann eine Stallorder geben?

Ich habe beim Le Mans-GP einmal beide Fahrer an einen Tisch gesetzt, da haben wir diese Situation besprochen. Auch die beiden Chefmechaniker waren dabei. Wir haben klargestellt: Es wird bei Marc VDS niemals eine Stallorder geben, solange wir mit beiden um den Titel fahren.
Nur wenn wir im Laufe der Saison sehen, dass ein Fahrer ein bisschen schwächelt und keine Titelchancen mehr hat, dann werden wir ihm sagen, er soll dem andern ein bisschen helfen. Aber so lange es so läuft wie jetzt, werden wir nicht mit einer Stallorder eingreifen.
Wichtig ist: Wir sollten an jedem Wochenende versuchen, beide Fahrer ins Ziel zu bringen, am besten mit 45 Punkten in der Tasche. Das wäre wichtig für das Team. So möchten wir weitermachen bis zum Finale in Valencia.

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