Sandro Cortese: «Es gibt nichts schön zu reden»

Von Ivo Schützbach
Vor dem Moto2-Grand-Prix in Indianapolis liegt Sandro Cortese in der WM-Tabelle lediglich auf Rang 14, zuletzt ging er dreimal leer aus. Der Schwabe sucht nicht mehr nach Ausreden.

Für Sandro Cortese hat die Saison 2014 verheißungsvoll begonnen. Er mischte bei den Vorsaisontests meist unter den ersten fünf mit, er startete in Katar als Qualifying-Zweiter (nur 0,020 sec hinter Tito Rabat) zum ersten Rennen – und beendete es als Siebter, sein bis heute bestes Moto2-Ergebnis.

Seither hat der Kalex-Pilot aus dem Dynavolt Intact GP-Team zwar mit weiteren starken Quali-Leistungen brilliert, aber in den Rennen ist der Moto3-Weltmeister von 2012 viel schuldig geblieben.

Inzwischen ist Cortese in der WM-Tabelle auf dem Tiefpunkt angelangt: Rang 14, vor ihm mit Viñales, Salom, Folger und Lowes gleich vier Moto2-Rookies, sogar Haudegen Anthony West liegt vor ihm.

In der ersten Saisonhälfte hat der 24-jährige Berkheimer nur 32 Punkte eingesammelt. SPEEDWEEK.com sprach im Rahmen des Indianapolis-GP mit ihm.

Mitte Juni äußerte dein Teamchef Jürgen Lingg viel Kritik an dir, er sprach von Konzentrationsmängeln. Wie bist du mit den Vorwürfen umgegangen?

Kritik gehört zum Rennsport, das muss man anerkennen. Bis einschließlich Sachsenring ist es ja auch nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. In der ersten Saisonhälfte gibt es nichts schön zu reden. Klar, es war ab und zu Pech dabei, oft war es auch Selbstverschulden. Im ersten Moment herrscht Frust, dann sieht man, dass man selber einen Bock geschossen hat. Kritik muss man annehmen, da fühle ich mich auch von keinem angegriffen. Wenn man Leistung bringt ist alles in Ordnung. Wenn es nicht so läuft, dann versucht man zu suchen woran es liegt.

Hast du rausgefunden woran es liegt? Warum läuft es im Rennen nicht so gut wie im Training?

Das ist schwierig zu sagen. In Barcelona habe ich den Bock geschossen, Assen war ein Pokerspiel, Sachsenring war ein schlechtes Qualifying, ich bin aber gut im Rennen vorgefahren. Wir sind generell nicht so weit weg. Es fehlt nur einmal die Bestätigung, dass wir es hinbekommen, dann klappt es. Wir haben kein großes Problem, sonst könnte ich im Training nicht schnell fahren. Ich muss es jetzt einfach mal auf den Punkt bringen, ich habe das Material und das Team dazu, ich weiß, ich kann es. Klar ist es hart zu warten bis es mal klappt. Aber ich kann das jetzt nicht übers Knie brechen.

Du bist ja wahrscheinlich der Erste der sich Gedanken darüber macht, wieso du aus der ersten Reihe startest und im Rennen Zehnter wirst?

Ja, das ist so. Vielleicht bin ich im Moment noch nicht so weit. Vielleicht kriege ich es auf eine Runde hin, vielleicht auf fünf, aber nicht auf die Renndistanz. Da muss ich Realist sein, das akzeptieren und weiterarbeiten. Wenn ich weiterhin gute Qualifyings fahre kommt der Tag – hoffentlich nicht zu spät –, an dem ich alles umsetze. Da gibt es nichts anderes, ich muss fahren, fahren. Ich bin fit, körperlich gut in Schuss – wieder. Am Anfang der Saison war das schon ein Problem, so ein Fersenbeinbruch zieht sich lange hin, das war meine schlimmste Verletzung. In Brünn habe ich mir die Hand gebrochen, das war irgendwann okay, weil die Hand durch die Platte stabilisiert war. Mittlerweile ist das Fersenbein verheilt, ich schaue nach vorne und versuche aus dem zu lernen, was wir in der ersten Saisonhälfte nicht so hinbekommen haben.

Deinen Platz bei Dynavolt Intact GP hast du für 2015 sicher?

Wir sind am arbeiten, ich denke schon.

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