John McPhee: «Freue mich, nach Hause zu kommen»

Von Frank Aday
Moto3

Brünn-Sieger John McPhee musste nach seinem schweren Sturz auf Phillip Island aufgrund seiner Verletzungen noch einige Wochen in Australien bleiben. Nun darf er zurück nach Europa reisen.

Das Team Peugeot Motocycles Saxoprint der Transportunternehmer Ingo und Florian Prüstel musste in Valencia auf den verletzten John McPhee verzichten. Der Schotte musste bis Anfang Dezember in Australien bleiben, wo der Brünn-Sieger sich beim Grand Prix am 23. Oktober einen Daumenbruch an der linken Hand, aber auch einen Riss in der Lunge zugezogen hatte. Wegen seiner Lungenverletzung konnte McPhee vorerst nicht zurück nach Europa fliegen. Doch nun darf McPhee nach Großbritannien reisen. Vor seinem Rückflug gab der WM-22. den Kollegen von «motogp.com» noch ein Interview.

John, wie geht es dir?

Ich fühle mich gut. Ich hatte am Freitag eine zweite Operation am Daumen, die gut verlief. Die Lunge, weshalb ich natürlich noch hier bin, fühlt sich von Tag zu Tag besser an. Nur wenn ich versuche zu trainieren, merke ich, dass es noch nicht ganz in Ordnung ist. Schmerzen habe ich keine. Ich hatte an meiner Hand zwei Operationen und benötige noch eine Kontrolluntersuchung, wenn ich wieder in Großbritannien bin.

Du warst jetzt fast zwei Monate in Australien.

Es war ganz sicher nicht das, was ich geplant hatte, aber Melbourne war sehr schön, es ist nicht der schlechteste Platz, um hängen zu bleiben. In den ersten drei Wochen war ich wirklich sehr froh, dass mich Familienmitglieder und Freunde besuchten. Aber die letzten sieben bis zehn Tage gingen einfach nicht vorbei. Ich bin froh, wenn ich jetzt wieder heim darf, es fühlte sich wie eine sehr lange Zeit an, denn es war nicht geplant. Natürlich fühlt es sich anders an, wenn du denkst, du kommst nach drei Wochen wieder heim, aber dann werden acht Wochen daraus. Aber Melbourne ist ein schöner Platz. Die erste Woche nach dem Unfall war ich im Krankenhaus, aber danach durfte ich raus und konnte mir die Stadt ansehen.

Wie würdest du die Saison 2016 beurteilen, auch wenn sie für dich etwas früher als gedacht zu Ende ging?

Es war ein schwieriges Jahr. Das Motorrad war neu für mich, zudem war ich auch von einem neuen Team umgeben, da hatten wir doch einiges zu tun. Ich denke, nach drei oder vier Rennen machten wir einen Schritt nach vorne und befanden uns nicht mehr in einer so schwierigen Situation wie noch in Katar. Dann kam die Mitte der Saison... Und der Sieg in Brünn war für Peugeot, für mich und auch für das Team ein großer Erfolg. Denn das war etwas, wovon wir nicht dachten, dass wir es in diesem Jahr erreichen können. Ab diesem Punkt machte es «klick» und lief ein wenig besser. Auf Phillip Island waren wir von Beginn an stark. Ich denke, wir hätten um einen Podestplatz kämpfen können.

Wie fühlten sich die letzten Runden vor deinem Sieg in Brünn an?

Es war lange her, dass ich ein Rennen angeführt hatte. Es war die erste Chance, dass ich einen Grand Prix gewinnen konnte. Das Erste, was du machen willst, wenn du den großen Abstand nach hinten siehst, ist langsamer zu fahren und vorsichtiger zu sein, aber besonders bei solchen Bedingungen kannst du schnell die Konzentration verlieren. Als ich sah, dass es zwölf Sekunden waren, versuchte ich ruhig zu werden, aber als ich dann kurz vor Schluss den großen Rutscher hatte, legte ich wieder einen Zahn zu und fuhr schneller. Es war etwas, von dem ich schon als kleiner Junge geträumt habe. Es dann zu erreichen, fühlte sich großartig an.

Du bist nun Grand Prix-Sieger und auf dem Weg zur vollständigen Genesung, was kommt als nächstes?

Einer der Ärzte sagte zu mir, es passiert schnell, dass man hier so stecken bleibt wie ich, aber wenn man es überstürzt, kann es sein, dass man gleich wieder Probleme hat. Also werde ich die nächsten Wochen etwas ruhiger angehen. Ich muss schauen, dass ich trotzdem meine Fitness wieder steigern kann, das werde ich über Weihnachten angehen. Dann fliege ich im Januar nach Girona, um dort mit Chaz Davies zu trainieren. Nächstes Jahr bin ich wieder in einem neuen Team und zurück auf Honda. Ich möchte versuchen, mehr Rennen zu gewinnen und konstanter zu werden. Ich glaube, wir sind jetzt lange genug im Grand Prix-Sport, um zu wissen, wie es funktioniert und was wir machen müssen. Also gehe ich mit dem Anspruch in das nächste Jahr, dass wir von Anfang an vorne dabei sind.

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