Max Biaggi: Platzt sein neues Moto3-WM-Team mit KTM?

Von Johannes Orasche
Moto3
Max Biaggi

Max Biaggi

Was SPEEDWEEK.com bereits am Montag meldete, ist jetzt Tatsache: Der sechsfache Weltmeister Max Biaggi hat bisher keine Moto3-Startplätze für 2018 erhalten.

Das geplante Moto3-Team des vierfachen 250-ccm-Weltmeisters droht plötzlich zu einem Rohrkrepierer zu werden, in Silverstone folgt die Entscheidung.

In der Sommerpause zeigte sich Max Biaggi frohen Mutes und bestätigte vielerorts die Planung eines Moto3-Teams für die Saison 2018.

Biaggis Ziel ist es, junge, neue Talente in die Moto3-WM einzuführen. Auch die zwei gewünschten Teamplätze hatte der 46 Jahre alte Römer von WM-Promoter Dorna bereits vor Monaten formlos und mündlich zugesichert bekommen. Nach dem Fiasko um seinen bisherigen Partner Mahindra wollte «Il Imperatore» seine Moto3-Talente künftig auf KTM-Bikes ausrücken lassen.

Bereits in Brünn waren sich KTM-Renndirektor Pit Beirer und Biaggi einig. Alles schien gut zu laufen, obwohl der Italiener recht forsch auftrat und auf Anhieb von den Mattighofenern beste Betreuung, am liebsten gar Nummer-1-Status, forderte. Was aber das Reglement gar nicht erlaubt. Alle Fahrer und Teams müssen gleich behandelt werden. Einige seiner zuletzt gestellten Detailforderungen in den Gesprächen argumentierte Biaggi mit Ratschlägen seines persönlichen Anwalts. KTM war bereit, das Projekt mit Motorrädern zu unterstützen.

Am Silverstone-Wochenende ist Nennschluss, dann werden wie jedes Jahr die beantragten Team- und Fahrerplätze für 2018 vom Selektions-Komitee (zusammengesetzt aus Dorna, FIM und IRTA) bestätigt. Mittlerweile ist durchgesickert, dass WM-Promoter Dorna einen Rückzieher gemacht hat und Biaggi die zwei Teamplätze doch nicht zur Verfügung stellen will. Schon beim Österreich-GP in Spielberg war von dieser Entscheidung zu hören.

Biaggi hat sich bereits vor Tagen schmollend zurückgezogen. Er spricht zwar am Telefon, will zu seinem Projekt aber keine offizielle Stellungnahme abgeben. Der Römer möchte der endgültigen Entscheidung von Dorna und IRTA nicht zuvorkommen. Aus Madrid gab es auf Anfrage zum Thema Biaggi bisher keine Stellungnahme.

Als Fahrer wollte Biaggi nach eigenen Angaben den Spanier Jaume Masia (16) verpflichten, mit dem er bereits im Juli einen Vorvertrag geschlossen hat. Biaggi hatte dies auch gegenüber der IRTA bereits kundgetan. Zweiter Wunschpilot war der Südafrikaner Darryn Binder. Sowohl Binder als auch Masia sind von Biaggi längst wieder freigestellt worden. Der verletzte Südafrikaner (Daumenbruch bei einem Crossunfall vor dem Brünn-GP) wird jetzt beim Team Platinum Bay Real Estate KTM ausgerechnet von Masia ersetzt. «Wenigstens war ich einer der Ersten, der das Talent von Masia erkannt hat», ließ sich Biaggi am Mittwoch entlocken.

Ein Aus des Biaggi-Planes wäre in mehrfacher Hinsicht bitter. Der einstige Superstar hat weltweit  immer noch einen sehr hohen Bekanntheitsgrad, verfügt über private Geldgeber und hat längst auch in eine notwendige Struktur mit LKWs und allem Drum und Dran investiert.

Zudem pikant: Auch Biaggis ehemaliger Erzfeind Valentino Rossi setzt in der Moto3-Klasse mit seinem SKY VR46-Team auf KTM-Motorräder.

Fakt ist: Sollte es im Selektions-Komitee nicht einen finalen Schwenk geben, wird Biaggi als Teambesitzer in der WM leer ausgehen.

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