Aki Ajo über Austin: «Besseres Ergebnis war möglich»

Von Günther Wiesinger
Moto3

Darryn Binder hat in Austin die ersten drei Punkte in dieser Saison für das Team Red Bull Ajo-KTM geholt. Das ist erfreulich, aber nicht genug, wie Teammanager Aki Ajo nach dem dritten WM-Lauf betont.

In der 2012 neu eingeführten Moto3-Klasse erleben wir seit dem ersten Jahr ein erbittertes Duell KTM gegen Honda. KTM hat die Fahrer-WM 2012 mit Sandro Cortese, 2013 mit Maverick Viñales und 2016 mit Brad Binder gewonnen, dazu die Marken-WM 2012, 2013, 2014 und 2016.

Das Team Red Bull Ajo-KTM hat von 2012 bis inklusive 2016 immer um den Titel gekämpft – mit Cortese, Salom, Miller und Oliveira und Binder. Nur 2017 ging die Kampagne schief: 15. Bendsneyder. 18. Antonelli.

Besonders drückend war die Überlegenheit von KTM in der Saison 2016. Der Südafrikaner Brad Binder gewann den Titel auf der Red Bull-KTM des Ajo-Teams mit 319 Punkten, er ließ Honda-Pilot Enea Bastianini um 142 Punkte hinter sich. In der Saison 2015 sah es knapper aus: Da unterlag Ajo-Schützling Miguel Oliveira (KTM) gegen Danny Kent nur knapp 254 zu 260.

Doch 2017 hat das Honda-Imperium zurückgeschlagen – mit Mir, McPhee, Martin, Canet und Romano Fenati trafen fünf Honda NSF 250RW-Piloten auf den ersten fünf Plätzen ein. 


Andrea Migno aus dem SKY VR46-Team sorgte 2017 für den einzigen KTM-Sieg – in Mugello. Red Bull KTM-Teambesitzer Aki Ajo hat sich schon oft aus offenbar aussichtslosen Situationen heraus manövriert. Brad Binder war 2016 auch kein heißer WM-Kandidat. Jack Miller vor der Saison 2014 ebenfalls nicht, Sandro Cortese vor dem Titelgewinn 2012 schon gar nicht.

Deshalb traute man Aki Ajo 2018 mit Darryn Binder einiges zu. Doch der Weltmeister-Bruder aus Südafrika hat in drei Rennen nur drei Punkte kassiert – für Rang 13 in Texas.

2008 hat Ajo Motorsport die 125er-WM sogar mit Mike di Meglio gewonnen. Der Franzose war im Jahr davor WM-17. mit 42 Punkten. Bei Ajo sammelte er ein Jahr später 262 Punkte ein – und den WM-Titel.

In der Saison 2018 tritt das Ajo-Team in der Moto3-WM nur mit einem Fahrer an – mit Darryn Binder, der in Texas endlich die ersten drei Punkte kassierte. «Wir haben unsere ersten Moto3-Punkte der Saison geholt und darüber freuen wir uns natürlich», fasst Ajo zusammen.

Der Teammanager fügt aber auch gleich an: «In gewisser Hinsicht habe ich das Gefühl, dass wir in Austin ein besseres Ergebnis hätten holen können.» Dies, weil Darryn Binder in den freien Trainings auf dem Circuit of the Americas stark unterwegs war.

Der Chef des Ajo-Teams tröstet sich: «Das Wichtigste ist, dass wir uns nun Schritt für Schritt verbessern. Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit und der Einstellung, die Darryn an den Tag legt, deshalb sind wir überzeugt, dass das Beste noch vor uns liegt.»

Auch Darryn Binder selbst erklärte nach dem Rennen selbstkritisch: «Ich erwischte einen ziemlich guten Start, mit dem ich mich an die Spitzengruppe herften wollte. Doch dann unterlief mir in der ersten Kure ein grosser Fehler, weil ich zu früh zu viel wollte. Der 13. Platz ist nicht das beste Ergebnis und ich denke ich hätte besser abschneiden können.»

Aki Ajo hat in der Moto3-WM immer wieder Talente vom Red Bull Rookies-Cup direkt in die WM gebracht – von Sissis über Kent bis zu Hanika und Bendsneyder. Aber keiner hat bei Red Bull KTM wirklich den Durchbruch geschafft.

Die meisten Ex-Rookies fahren jetzt auf Honda: Das war 2017 bei Joan Mir der Fall, jetzt bei WM-Leader Jorge Martin, bei Di Giannantonio, Bastianini sowie Sasaki und Koba. Und daran hat sich wenig geändert. Mit dem letztjährigen Rookies-Cup-Gewinner Kazuki Masaki fährt ein Moto3-WM-Rookie auf KTM – beim RBA-Team.

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