Sünder Fenati in Reihe 1: Stars erteilen Absolution

Von Ivo Schützbach
Romano Fenati

Romano Fenati

Im September 2018 sorgte Romano Fenati weltweit für Schlagzeilen, als er in Misano einem Gegner bei 160 km/h in die Bremse griff. In Spielberg brillierte der Italiener mit der schnellsten Zeit im Moto3-Qualifying.

Das unverantwortliche Manöver vom Moto2-Rennen in Misano 2018, bei dem Romano Fenati seinem Gegner Stefano Manzi auf den Vorderradbremshebel griff, schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Italiener, der 2017 im Snipers-Team Moto3-Vizeweltmeister war und damals drei Saisonsiege feierte.

Fenati war ursprünglich für ein Jahr gesperrt worden, dann wurde die Strafe so geändert, dass er dieses Jahr fahren kann. Für den 23-Jährigen ist die Saison 2019 eine Chance zur Wiedergutmachung. Er muss das Vertrauen der Fans, Medien und Teams zurückgewinnen und darf sich nichts mehr zuschulden kommen lassen.

In Spielberg brauste Fenati zum ersten Mal seit dem 26. August 2017 in Silverstone wieder in die erste Startreihe und feierte seine vierte Pole-Position in der Moto3-Klasse. Aufgrund von Bestrafungen wird er das Rennen am Sonntag (Start 11 Uhr) allerdings von Startplatz 3 hinter John McPhee und Tatsuki Suzuki in Angriff nehmen müssen.

«Ich bin so glücklich, als hätte ich die Weltmeisterschaft gewonnen», erzählte Fenati. «Diese Pole löst große Emotionen aus, letztlich ist sie aber nicht wichtig, sondern das Rennen am Sonntag. Es wird eine große Führungsgruppe geben, es herrscht immer ein Riesenchaos. In den ersten Rennen dieses Jahr tat ich mir immer sehr schwer in den ersten beiden Kurven, inzwischen haben wir uns etwas verbessert. Deshalb hoffe ich, dass ich im Rennen eine Chance habe. Mein guter Startplatz wird mir dabei sicher helfen.»

Romano Fenati hat für seine Verfehlungen gebüßt, seine starke Leistung in Österreich hat ihm viel Respekt eingebracht – und Lob von den Stars.

«Romano hat verstanden, dass es nicht das Beste war, was er letztes Jahr getan hat», sagte MotoGP-Weltmeister Marc Marquez. «Für junge Fahrer ist es schwierig, mit allem klarzukommen, was auf der Rennstrecke geschieht. Gewisse Dinge geschehen, weil es an Erfahrung fehlt. Er hat daraus gelernt, ist zurück und ich bin glücklich darüber, weil er viel Talent hat. In der Moto3-Klasse hat er das bereits gezeigt, in Zukunft wird er es auch in der Moto2-Kategorie beweisen.»

Vizeweltmeister Andrea Dovizioso ergänzte: «Es freut mich, ihn zurück zu sehen. Ich glaube sogar, dass er noch schneller sein kann, als er momentan zeigt. In den bisherigen Rennen hatte er aus verschiedenen Gründen Probleme, die nur er kennt. Er hat das Potenzial, um so gut wie in jedem Rennen um den Sieg zu kämpfen.»

«Jeder macht gute Sachen und Fehler», meinte Fenati abschließend. «Das Wichtigste im Leben ist, dass es voran geht.»

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