Ana Carrasco: Die Dame blamiert deutsche Talente

Von Günther Wiesinger
Moto3
Ana Carrasco aus dem Calvo-Team

Ana Carrasco aus dem Calvo-Team

Ana Carrasco kam als unbeschriebenes Blatt in die WM, anfangs wurde sie belächelt. Jetzt ist Öttl, Alt, Finsterbuch und Co. das Lachen vergangen.

Rosa Startnummer, rosa Sturzhelm – die 16-jährige Ana Carrasco will ihren männlichen Kontrahenten deutlich zeigen, wer ihnen da gerade um die Ohren fährt. Die Calvo-Teamkollegin von Maverick Viñales hatte schon bei den Testfahrten aufhorchen lassen, seit sie im Februar eine reinrassige Werks-KTM fährt. Im November in Almeria war sie noch mit einem Prototyp aus dem Red-Bull-Rookies-Cup abgespeist worden.   

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In der Spanischen Moto3-Meisterschaft (CEV) hatte Ana nur sporadisch ihr Talent aufblitzen lassen. Es fehlte an Erfahrung, sie fuhr in keinem professionellen Team – auch das Motorrad war nicht konkurrenzfähig.

Erst am 10. März ist die aus Murcia stammende kleine Spanierin 16 Jahre alt geworden. Aber den jungen Männern macht sich bereits ordentlich Kopfzerbrechen.

Auch den Deutschen.

Manche drehen sich aber nicht zu ihr um – weil sie vor ihnen ist.

Bei ihrem WM-Debüt in Katar beginn Ana verhalten. Nach den drei freien Trainings hielt sich die Newcomerin aus dem Team Calvo unter 32 Teilnehmern wegen schweren Abstimmungsproblemen nur an 31. Stelle – mit 5,2 Sekunden Rückstand auf Salom.

Im Qualifying am Samstag waren die technischen Probleme gelöst, also drehte die dunkelhaarige KTM-Pilotin gehörig auf. Sie sicherte sich Startplatz 23 und rückte bis auf 3,2 Sekunden an die Salom-Bestzeit heran.

Die hoffnungsvolle deutsche Jugend war blamiert: Finsterbusch, Öttl und Alt – alle waren langsamer. Sogar Jack Miller, deutscher 125-ccm-Meister 2011 und schon 2012 in der WM unterwegs, war nur 0,3 sec schneller und stand nur zwei Plätze weiter vorne.

Starker Auftritt im Rennen
Im Rennen agierte die nervenstarke Ana Carrasco vorbildlich, sie fuhr bei ihrer schnellsten Runde (2.09,357 min) so schnell wie Öttl, der 17. wurde, Alt und Finsterbusch waren langsamer.  

Mit Rang 20 gelang ein recht eindrucksvolles GP-Debüt, im Team herrschte Zufriedenheit. «Ich bin sehr zufrieden, denn für das erste Rennen ist es ein sehr gutes Ergebnis; vor allem nach all den Problemen, die wir im Laufe des Wochenendes hatten. Wir haben viel mit dem Team gearbeitet und am Ende waren wir in ganz guter Form und zeigten ein gutes Rennen. Ich habe mit einer Gruppe gekämpft und sie das ganze Rennen lang angeführt. Leider ist mir am Ende ein kleiner Fehler passiert, so dass sie mich wieder überholen konnten. Ich bin aber sehr zufrieden und wünsche mir, dass ich beim nächsten Rennen in Texas weiter lernen kann.»

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