Sieger Jack Miller (KTM): «Jetzt so weitermachen»

Von Günther Wiesinger
Moto3
Sieger Jack Miller wendet sich Brad Binder zu, rechts Alex Mabou

Sieger Jack Miller wendet sich Brad Binder zu, rechts Alex Mabou

Nach dem vierten Saisonsieg liegt Jack Miller in der Moto3-WM wieder 19 Punkte vor Alex Márquez (Honda). «Jetzt bin ich happy», strahlte der 19-jährige Australier.

Vierter Saisonsieg, 19 Punkte Vorsprung auf Alex Márquez, da atmete Jack Miller erleichtert auf. Er hat die Honda-Truppe endlich wieder in die Schranken gewiesen.

Jack, wie hart war es, Brad Binder in Schach zu halten? Es ging ziemlich knapp zu?

Ja, definitiv. Brad war das ganze Rennen hindurch stark. Ich konnte ihn im Turn 1 immer hören, er hat gebremst wie ein Tier... Ich hörte ständig, wie dicht er hinter mir war. Ich stand natürlich unter Druck, denn hier auf dem Sachsenring kannst du auf den grossen TV-Screens genau beobachten, was sich hinter dir abspielt. Es gibt so viele Stellen auf der Strecke, wo du dir ganz klar ein Bild machen kannst. Du weißt dann genau, wie dicht die Verfolger hinter dir sind.
Ich habe dadurch beobachtet, wie die Gruppe mit Alex Márquez zurückgefallen ist. Bei Rennmitte ging es nur noch um Brad und mich. Ich war eigentlich recht happy, als ich sah, dass Brad hinter mir lag. Das war mir lieber als ein anderer, der womöglich irgendeinen Blödsinn veranstaltet hätte. Brad war wirklich sanft und fair unterwegs.

Aber es war mir klar, dass er in der letzten Runde noch einmal angreifen würde, und ich habe mich nicht getäuscht. Aber ich habe wirklich extrem spät gebremst. Es gelang mir, die Linie zu halten und mit einem Sieg ins Ziel zu kommen.
Aber das war mit viel Stress verbunden. Ich musste in den letzten Runden arg pushen, denn ich wusste, er wird den Druck weiter verschärfen. Ich sah auch, dass Márquez die Verfolgergruppe anführte. Ich wusste, er will uns wieder einholen. Es gab also Druck für mich... Aber jetzt bin ich froh, wieder gewonnen zu haben.

Hast du gewusst, dass Rins und Fenati gestürzt waren?

Ja, den Sturz von Rins habe ich auf dem TV-Schirm im Replay gesehen. und den Crash von Fenati hat mir die Box mitgeteilt.
Ich wusste also, dass die beiden draussen waren. Ich wusste aber auch, dass Márquez noch in Reichweite lag. Efren lag in sechster Position...

Was ist spannender – so ein Start/Ziel-Sieg wie heute oder ein Kampf mit zehn Gegnern?

Das hängt davon ab... Wenn du wie in Le Mans die Positionen von 1 bis 10 wechselst, dann ist das unterhaltsam... Das macht mehr Spass. Aber wenn du nur zwei oder drei Gegner hast wie heute, kann es auch nett sein.
Es war ein schönes Rennen. Aber 27 Runden hier, das ist eine grimmige Distanz. Die linke Seite des Körpers beginnt irgendwann zu schmerzen. Ich denke, morgen werde ich gehen wie ein alter Mann.

Du bist in der WM wieder 19 Punkte voran?

(Er lacht). Ja, es ist zwar nicht so gut wie der Vorsprung, den ich schon hatte... Aber wir werden uns jetzt bemühen, diesen Vorsprung zu halten. Wir haben bei den letzten drei Rennen viele kostbare Punkte hergeschenkt. Jetzt müssen wir schlau fahren und ein bisschen ruhiger fahren. Ich lerne bei jedem Rennen dazu. Meine Erfahrung wird grösser und grösser.

Kann es sein, dass du bei den letzten Rennen ein bisschen durch die Diskussionen um deine Zukunft abgelenkt warst? Moto2, MotoGP – alles steht zur Debatte.

Nein, ich bin ein Typ, wenn ich mal den Helm auf dem Kopf aufgesetzt habe, vergese ich alles. Vielleicht bin ich ein bisschen dämlich... Ich weiss nicht. Ich kann das aus meinem Hirn verbannen.
Wo meine Zukunft liegt, weiss ich nicht. Ich bin froh, dass ich jetzt mit dem KTM-Team die Weltmeisterschaft anführe. Für mich ist ein Traum wahr geworden. Jetzt wollen wir das bis zum Saisonende so beibehalten.

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