Niklas Ajo: «Ich will den ersten Podestplatz holen»

Von Isabella Wiesinger
Moto3
Der finnische Teambesitzer-Sohn Niklas Ajo hat sich 2014 mit seiner Moto3-Husqvarna endgültig in der Weltspitze etabliert. Aber er hat noch grosse Ziele.

«Ich arbeite hart daran, dieses Jahr meinen ersten Podiumsplatz zu erreichen», sagt Niklas Ajo. Der Finne hat in dieser Saison mit der Werks-Husqvarna einen Schritt vorwärts gemacht, obwohl er in Assen eine Verletzung am rechten Knöchel erlitten hat, während er um einen Podiumsplatz kämpfte.

Avant-Tecno-Husqvarna-Ajo-Fahrer Niklas Ajo verbessert sich stetig in der Moto3-Weltmeisterschaft. In seiner vierten Saison im Grand-Prix-Sport ist der Finne ein fester Bestandteil der vordersten Gruppe.

Fünfter und nur 0,260 Sekunden hinter dem Gewinner in Italien und Achter in Katalonien, nachdem er bis zur letzten Runde um den zweiten Platz gekämpft hatte – Niki sieht Fortschritt durch viel Arbeit.

Beim Unfall in den Niederlanden, wieder als er um den zweiten Platz kämpfte, zig sich Ajo eine Knöchelverletzung zu. Er musste sich einer Operation unterziehen, weshalb er das neunte Rennen in Deutschland verpasste.

Auf einer Liste von 1 bis 10: Welche Note würdest du dir selbst für die erste Hälfte der Saison geben?

Ich würde mir eine 8 geben. Zu Beginn waren die Resultate nicht so gut, wie wir gehofft hatten. Aber nach dem Argentinien-GP wurden wir viel konstanter und kamen näher an die Top-Platzierungen. Bei manchen Rennen hatten wir auch Pech.

Hast du erwartet, dass du zu diesem Zeitpunkt der Saison an der Spitze mitkämpfen kannst?

Ja, nach den Tests hatte ich sogar mehr von mir erwartet. Am Katar-Wochenende war ich ein bisschen enttäuscht. Von da an haben wir uns viel Mühe gegeben, um weiter vor zu kommen. Die Resultate wurden besser, obwohl Austin nicht allzu gut war, da wir Probleme mit den Reifen hatten. In Argentinien sind uns grosse Fortschritte gelungen. Danach haben wir so weiter gemacht und sind im Training, im Qualifying und in den Rennen konstant geblieben. Wir haben ein gutes Jahr.

Wie weit bist du von der OP genesen?

Während der letzten Tage geht es mir schon viel besser.
Der Level in der Moto3 ist jetzt sehr hoch, so dass man nie wissen kann, was das Wochenende bringt. Wir können alle schwierige Rennen haben, so wie Jack Miller in Barcelona. Meine letzten zwei oder drei Rennen waren gut, aber wir müssen realistisch bleiben, unseren Job machen und schauen, was passiert.

Welches war 2014 bisher dein bestes Rennen?

Ich glaube das Rennen in Barcelona. Es war das erste, wo wir ganz vorne mitgefahren sind. Wir haben im Qualifying den fünften Platz geholt und waren immer nah an der Spitze. Ich vergesse natürlich auch die Rennen in Assen und Mugello nicht, wo wir ebenfalls eine gute Performance abgeliefert haben.

Und welches war das schlechteste?

Das schlechteste war ohne Zweifel das erste Rennen in Katar. Wir haben gekämpft und alles gegeben, was wir konnten. Wir haben versucht, meinen Fahrstil und das Set-Up zu verändern, aber es war ein Desaster. Es war das erste Rennwochenende des Jahres und ziemlich komisch, weil wir ein neues Team hatten, mit Erkki Siuokola, Oscar Reina und neuen Mechanikern.
Wie auch immer: Aus diesem Rennen haben wir für den Rest der Saison gelernt und deshalb haben wir uns auch so sehr verbessert.

Was sind die Stärken des Husqvarna-Motorrads?

Der grösste Vorteil ist, dass der Motor der KTM und der Husqvarna nicht derselbe ist wie vorher. Unsere Gegner waren sehr stark, vor allem was den Motor betrifft, aber ich glaube, dass wir Fortschritte gemacht haben, weil wir letztes Jahr ein paar Probleme hatten. Am meisten verbessert haben wir die Bremsen. Wir können jetzt sehr stark und spät bremsen.

Was erwartest du vom Rest der Saison?

Ich arbeite daran, meinen ersten Podiumsplatz zu erreichen; das ist mein Hauptziel. Wir versuchen immer, unser Bestes zu geben, jedes Wochenende. Wir sind nahe dran und haben gute Chancen aufs Podium zu kommen. Rennen sind unvorhersehbar, darum gibt es zwischen dem zehnten Platz und dem Sieg oft nicht viel Unterschied. Wir wissen, dass wir, wenn wir uns genug Mühe geben, unsere Belohnung kriegen.

Was brauchst du, um diesen ersten Podiumsplatz zu erreichen?

Ich glaube, dass wir in den letzten paar Rennen unseren Eindruck in der ersten Reihe hinterlassen haben.
Um zu gewinnen oder um aufs Podium zu kommen, muss man da vorne dabei sein. Aber du musst dich anstrengen und bei jeden Rennen kämpfen, wobei du sehr aggressiv sein musst. Du musst die anderen respektieren, aber du musst auch etwas wagen, damit du aufs Podium kommst. Normalerweise sind ein Haufen Leute in der vordersten Gruppe, also müssen wir kämpfen, aber auch ein bisschen Glück haben – weil alles zählt und alles perfekt sein muss.

Glaubst du, dass das Level dieses Jahr höher ist als letzte Saison?

Ja, dieses Jahr ist mit Sicherheit härter. Unser Bike ist sehr ähnlich wie das, das letztes Jahr die Weltmeisterschaft gewonnen hat. Wir haben das Set-up verbessert, was es uns möglich gemacht hat, im Qualifying am schnellsten zu sein.

Wer wird die Moto3-Weltmeisterschaft gewinnen?

Ich tippe auf Jack Miller. Er ist gut in Form und sehr stark. Ihm liegen viele Möglichkeiten offen. Die kommenden Rennen werden schwierig und wettbewerbsfähig und wir werden versuchen, mit der Spitze mitzuhalten. Aber ich glaube, dass der Titel an Jack gehen wird.

Was machst du während der Sommerpause, ausser deinen Knöchel zu schonen?

Ich fahre Fahrrad und Motorrad fahren, weil ich es muss. Ich werde einige Tage bei Workshops teilnehmen, wo ich Dinge probieren werde und ich werde auch mit meinen Freunden Motocross und Supermoto fahren. Das ist meine Art zu entspannen. Ich freue mich darauf, wieder auf das Motorrad zu steigen; das ist die beste Sache. Ich werde mich mehr anstrengen, um in Indianapolis in perfekter Form anzukommen.

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