Mahindra: Topfahrer sind weg, neue Überflieger?

Von Günther Wiesinger
Moto3
Jerez-Test im November: Die Mahindra-Neulinge Bagnaia vor Guevara

Jerez-Test im November: Die Mahindra-Neulinge Bagnaia vor Guevara

Mahindra hat mit Miguel Oliveira und Brad Binder die zwei besten Fahrer verloren. Jetzt sollen es Talente wie Bagnia, Guevara und Tonucci richten. Eskil Suter nimmt Stellung.

Das Moto3-Werksteam von Mahindra Racing blieb in der Saison 2014 hinter den Erwartungen. Miguel Oliveira kam über den zehnten WM-Rang nicht hinaus, er erreicht mit Platz 3 nur einen Podestrang. Teamkollege Arthur Sissis blieb sogar völlig punktelos und wurde deshalb im August durch den Italiener Andrea Migno ersetzt, der immerhin einen achten Platz herausfuhr.

Die positive Überraschung aus Sicht von Mahindra bildete der Südafrikaner Brad Binder, der WM-Elfter wurde und für das Ambrogio-Kundenteam immerhin einen zweiten Platz (Sachsenring) und einen dritten Platz (Motegi) erkämpfte.

Mahindra hatte sich mehr erwartet, auch Konstrukteur Alex Giussani, der vor einem Jahr ankündigte, man werde die Motorleistung um 4,5 PS erhöhen und somit den Anschluss zu KTM finden.

Immerhin tummelten sich 2014 acht Mahindra-Fahrer im Feld, denn neben Ambrogio fuhren auch CIP und das Team Italia auf der indischen Marke, deren Motorräder bei der Schweizer Engineering-Company Suter Racing Technology gebaut werden.

Mahindra hat die Konsequenzen aus dem schwachen Abschneiden gezogen, das Werksteam wurde zugesperrt, das inoffizielle Werksteam und Entwicklungsteam bildet jetzt die Mapfre-Aspar-Truppe von Jorge Martinez mit den Piloten Francesco Bagnaia, Red Bull-Rookies-Cup-Gesamtsieger Jorge Martin und Juanfran Guevara.
CIP tritt mit Tatsuki Suzuki und remy Gardner an, das San Carlo Team Italia mit Matteo Ferrari und Stefano Manzi, Ambrogio mit Daryn Binder und Alessandro Tonucci.

Oliveira und Binder wurden ins Red-Bull-KTM-Ajo-Team gelockt, somit kamen Mahindra die besten Fahrer abhanden.

Immerhin gibt es 2015 neun statt acht Mahindra-Fahrer im Feld.
Firmenchef Eskil Suter nat natürlich bei der Fahrerwahl der Mahindra-Team kein Mitspracherecht, er will das Transfergeschehenen deshalb nicht kommentieren.

«Wir konzentrieren uns auf die technische Weiterentwicklung und versuchen, unsere Aufgabe noch besser zu erledigen», stellt der Schweizer fest. «Wir sind vor einem Jahr etwas zu konservativ vorgegangen. Wir hätten noch mehr Leistung im Köcher gehabt, sind aber auf Sicherheit gegangen. Das hat sich bezahlt gemacht, damit wir keine Ausfälle haben. Dieses Ziel haben wir erreicht, von der Standfestigkeit her ist das ganze Jahr problemlos gelaufen. Aber wir hätten gern mehr Leistung gehabt. Doch unsere Techniker haben über den Sommer gut gearbeitet. Für 2015 sollte es punkto Konkurrenzfähigkeit für die Moto3-WM gut aussehen.»

Doch das Fahreraufgebot für 2015 sieht nicht allzu verheissungsvoll aus. Die Mapfre-Aspar-Fahrer Bagnaia und Guevara landeten in der WM-Tabelle 2014 auf dem 16. und 17. Rang.

«Dass Martinez jetzt das Werksteam bildet, ist wahrscheinlich ein guter Schritt. Die Mahindra-Manager haben sich dazu sicher ihre Überlegungen gemacht. Es ist eine logische Sache. So kann man sich darauf konzentrieren, ein gutes Motorrad zu bauen.»

Was sagt Eskil Suter zum Fahreraufgebot? «In der Moto3-WM sind Vorhersagen immer schwierig. Es gibt viele junge Fahrer, es gibt immer wieder Talente, die sich sprunghaft verbessern. Die jungen Wilden entwickeln sich oft sehr schnell... Es kann passiert, dass ein ganz Junger das zweite oder dritte Rennen gewinnt, dann einen Überflieger darstellt und die ganze Saison über vorne mitfährt. Man kann nichts vorhersagen. Auch wenn wir auf dem Papier keine Über-Favoriten haben, könnten wir ein paar positive Überraschungen erleben. Es ist sicher möglich, mit dem einen oder anderen Fahrer ganz vorne mitzufahren.»

Das Drehzahllimit sinkt für 2015 von 14.000/min auf 13.500/min, dadurch werden die Karten teilweise neu gemischt.

«Wir haben sicher einen guten Schritt gemacht. Aber was die Konkurrenz gemacht hat, kann ich nicht wissen», ist sich Eskil Suter bewusst. «Das wäre Wahrsagerei. Im Endeffekt sehen wir beim ersten Rennen in Katar, wer den nötigen Speed hat, um vorne mitzufahren.»

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