Mahindra Racing: Gelingt 2015 noch der erste Sieg?

Von Isabella Wiesinger
Moto3

Die Mahinda-Fahrer schafften in der ersten Saisonhälfte nur einen Podestplatz. Aber Rennchef Muffadal Choonia zeigt sich optimistisch.

Mahindra hat für 2015 erstmals das Mapfre-Aspar-Team als offizielles Werksteam auserkoren, dort fahren Francesco Bagnaia und Jorge Martin. Dazu sind beim Team Italia Matteo Ferrari und Stefano Manzi unterwegs, beim Outox Reset Drink-Team fahren Darryn Binder und Alessandro Tonucci.

Die Saison verlief bisher nicht besonders verheissungsvoll. Bagnaia ist WM-Zehnter mt 55 Punkten, er war Dritter in Le Mans. Weitere Podestplätze für Mahindra Racing – Fehlanzeige. Martin liegt mit zwölf Punkten auf dem 22. WM-Rang, Manzi und Ferrari haben je einen Punkt ergattert, sie liegen in der WM auf den Rängen 27 und 28. Die restlichen Mahindra-Fahrer sind punktelos.

Und das im vierten Jahr in der Moto3-WM von Mahindra Racing.

Wir haben Muffadal Choonia, den CEO von Mahindra Racing, um eine Stellungnahme zur aktuellen Situation gebeten.

Wie schätzen Sie die bisherige Moto3-WM-Saison ein?

Ich glaube, es war eine positive erste Hälfe der Saison, weil wir bei den meisten Rennen um Podiumsplätze kämpfen konnten. Wir konnten unser Potenzial oft unter Beweis stellen, auch wenn wir nicht immer alles geben konnten. Ich hoffe, dass einige unserer Rookie-Fahrer in der ​zweiten Hälfte der Saison bessere Ergebnisse erzielen werden.
Ich bin zufrieden mit der Leistung des Mahindra-MGP3O-Motorrads, ​das ganz vorne mitmischen kann.

Was sind die grössten Veränderungen, die seit Beginn der Saison an der MGP3O vorgenommen wurden?

Das ist wohl das Set-up. Es ist schwierig, wegen der ​Beschränkungen, jetzt noch grosse Veränderungen am Motorrad vorzunehmen, aber wir haben versucht, auch am Motor noch ein paar Dinge zurechtzubiegen.
2015 ist das erste Jahr, in dem wir mit unserem neuen Werksteam, dem Mapfre Team Mahindra, arbeiten. Jedes neue Team braucht Zeit, um sich an ein gewisses Motorrad zu gewöhnen, aber das Team geht sehr gut mit dem Gesamtpaket um. Wir haben auch an der Motor-Mapping-Strategie und an der ​Auspuffanlage gearbeitet, wobei wir verschiedene Kombinationen ausprobiert haben.

Gibt es in der übrigen Saison Rennstrecken, auf denen Sie die MGP3O wettbewerbsfähiger sehen als die anderen Motorräder in der Moto3?

Die Bikes der unterschiedlichen Fabrikanten sind alle ähnlich leistungsstark. Es gibt Strecken, auf denen gewisse Marken besser sind als andere, aber es ist schwierig eine einzelne Strecke zu nennen, auf der ein besondere​s ​Werk schneller ist als ein anderes. Es liegt grösstenteils am Können des Fahrers und des Teams, um das Set-up des Motorrads so hinzubekommen, dass der Fahrer das Maximum aus dem Paket herausholen kann.
Also kann ich keine Strecke nennen, auf der wir sicherlich einen Vorteil haben. Es kommen aber ein paar Circuits, auf denen wir in der Vergangenheit gute Resultate holen konnten. Dazu gehören Motegi und Sepang. Ich denke, die Mahindra ist reif genug, überall auf der Welt gute Ergebnisse erzielen zu können.

Was erwarten Sie vom Rest der Saison?

Wir wollen uns weiterhin verbessern. Ziel ist es, ​bei jedem Rennen um Podiumsplätze kämpfen zu können. Vor allem in den Qualifyings müssen wir stärker werden – das ist meine höchste Erwartung an den Rest der Saison. Es würde mir gefallen, wenn wir uns immer unter den Top 6 qualifizieren würden.

Welche Aufgaben werden im neuen Entwicklungszentrum in Italien erfüllt?

Das Entwicklungszentrum in Italien kümmert sich in erster Linie um das Mahindra-Racing-Moto3-Projekt. Dabei arbeiten wir mit einigen sehr interessanten Firmen zusammen, die wichtiges Fachwissen und gute Ideen einbringen. Das neue Zentrum ​macht sich ​für uns bezahlt, da wir das Motorrad stark verbessern und die Entwicklung strukturierter organisieren konnten. Vor allem die Reaktionszeit konnte im Entwicklungszentrum deutlich verkürzt werden, worüber wir besonders glücklich sind. Die Arbeit im Zentrum wird massgebend für unseren Erfolg in der Weltmeisterschaft sein.

Aus der Sicht des Konstrukteurs und nicht des Teams: Was hat sich im Vergleich zu früheren Jahren verändert?

Die grösste Veränderung hat im Track Support Team stattgefunden. In früheren Jahren war das Team eine Erweiterung des Mahindra-Werkteams, aber jetzt gibt es klar abgegrenzte Funktionen. Wir arbeiten ausschliesslich mit Kundenteams und natürlich mit Aspar, unserem Werksteam, aber sind trotzdem noch unabhängig.
​Jetzt steht unser Track Support Team mehr unter Druck, da es das Gelernte und die Inputs der Werksmaschinen in die Kundenteams übertragen soll. Das ist jetzt schwieriger als früher, da jedes Team seine eigenen Ideen hat und das Set-up der Motorräder für jeden Fahrer anders sein soll.

Besteht immer noch wachsendes Interesse an der MotoGP in Indien?

Und wie! Der Sport wird in Indien immer beliebter. Wir sehen regelmässig Berichte über MotoGP-Ergebnisse in Zeitungen, aber auch online. Wir warten alle auf den Tag, an dem die MotoGP endlich nach Indien kommt – das würde den Fans gefallen. Wir erhalten viele Anfragen auch über Facebook, Twitter und all unseren anderen Social-Media-Plattformen, in denen Fans Interesse am MotoGP-Sport zeigen.

In welcher Hinsicht profitiert die Zweiradabteilung von Mahindra vom Rennprogramm?

Wir haben begonnen, ​enger mit der Zweiradabteilung von Mahindra zu arbeiten. Ihr Präsident hat nun auch einen führenden Posten im Mahindra Racing Vorstand. Das ist ein weiterer Schritt, die beiden Mahindra Teams einander näher zu bringen.
Wir arbeiten auch an zukünftigen Projekten aus einer technischen Perspektive zusammen. Die Marketing-Vorteile nutzen wir bereits in Indien; bald präsentieren wir unser erstes Hochleistungsmotorrad. Die Zweiradabteilung von Mahindra wird davon stark profitieren – dank der Zusammenarbeit mit Mahindra Racing. Das Entwicklungszentrum in Italien wird helfen, auf der technischen Seite eine positive Entwicklung nach vorne zu machen.

Schaut sich der Vorsitzende der Mahindra Gruppe, Mr. Anand Mahindra, die Rennen an?

Ja, und das macht mich noch nervöser als wenn die Fahrer auf der Strecke draussen sind. Er schickt mir nach fast jedem Tag eines Rennwochenendes ein E-Mail, um zu fragen was passiert ist und was richtig und was falsch lief. Er ist wohl selbst der grösste Fan von Mahindra und allgemein ein grosser Fan der MotoGP.

Mahindra kam einem Sieg in der ersten Hälfte der Saison schon sehr nahe. Wann ​können wir mit einem Sieg rechnen?

Das könnte an jedem Rennsonntag passieren, wenn man schaut, wie oft wir dem Ziel so nahe waren. Ich hoffe, dass wir es diese Saison noch schaffen, aber es ist schwierig zu sagen, wann.
In der Moto3 ist es oft schwierig, den Sieger vor der letzten Runde zu erkennen – und Glück spielt eine grosse Rolle in den Rennen. Aber kurz gesagt: Ja, ich hoffe, dass wir diese Saison noch einen Mahindra-Sieg erleben werden, weil wir definitiv das Potenzial dazu haben.

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