Martinez-Team: Honda oder KTM statt Mahindra?

Von Günther Wiesinger
Moto3
Bei Honda könnte ein Aderlass stattfinden, bis zu acht von zwölf Bikes könnten in der WM im schlimmsten Fall verloren gehen. Dafür denkt Teamchef Jorge Martinez an einen Markenwechsel.

Honda könnte in der Moto3-Weltmeisterschaft einige prominente Kundenteams verlieren. Leopard Racing ist mit einem Drei-Fahrer-Team bereits zu KTM abgesprungen. Das freut die Österreicher in erster Linie, weil neben Joan Mir und Andrea Locatelli nächstes Jahr auch der vielgerühmte Franzose Fabio Quartararo bei Leopard und somit KTM fahren wird.

Obwohl Quartararos Glanz in letzter Zeit etwas verblasst ist, er wird im Estrella Galicia 0,0-Honda-Team von Emilio Alzamora von Jorge Navarro in den Schatten gestellt, der letztes Jahr bei Marc VDS im August den Belgier Livio Loi ersetzte.

Als zweiten Fahrer will Alzamora für nächstes Jahr Aron Canet verpflichten, den Leader der Junioren-WM.

Lange Zeit machte sich Alzamora Hoffnungen auf Enea Bastianini, dessen Manager-Onkel Francesco in Phillip Island eine Einigung mit Fausto Gresini signalisierte – und am Sonntag neue Streitigkeiten mit dem Teamchef begann.

Gresini drohte beim Australien-GP mit dem Zusperren seines Moto3-Teams, wenn Bastianini weggeht. Inzwischen fragt er sich, ob er sich den Spiessrutenlauf mit Bastis Familie weiter antun soll.

Dann wären bei Honda zwei weitere Moto3-Motorräder weg.
Mit dem Racing Team Germany werden aller Voraussicht zwei weitere Bikes abhanden kommen, wenn die Deutschen demnächst endgültig das Handtuch werfen sollten.

Dazu steht noch der Deal mit dem niederländischen RW Racing Team auf wackligen Beinen, denn die Truppe von Jarno Janssen könnte zu Peugeot/ Mahindra wechseln, Livio Loi steht als Fahrer fest, der zweite Fahrer könnte John McPhee werden.

Somit wäre das Honda-Moto3-Aufgebot in der WM im «worst case» um acht Fahrer ärmer!

Das würde bedeuten: Vier statt zwölf Fahrer für das Weltmeister-Team von 2014 (Alex Márquez) und vermutlich auch 2015 (Danny Kent).

Bisher sind nur das Ongetta Rivacold-Team (zwei Saisonsiege mit Antonelli) bei Honda sicher, dazu Estrella Galicia 0,0.

Aber die HRC-Manager Nakamoto und Suppo halten Ausschau nach weiteren Teams.

Und da könnte sich eine Überraschung anbahnen: Das Mapfre Aspar-Team von Jorge Martinez (2015 mit Bagnaia, Martin und Guevara) hat zwar einen Drei-Jahres-Vertrag mit Mahindra und bildet für die Inder das offizielle Werksteam, die Maschinen sind aber nicht besonders konkurrenzfähig, eher schwächer als 2013 und 2014.

Schuld daran ist eine Gewaltentrennung bei der Entwicklung, die bis inklusive 2014 bei Suter Racing in Turbenthal/CH von Ing. Alex Giussani erledigt wurde. Im November 2014 hat Mahindra Racing ein Kompetenzzentrum in Besozzo bei Varese eröffnet, dort führt Davide Borghesi ein umstrittenes (und erfolgloses) Regime.

«Dort wird nur Zeit und Geld vergeudet», sagte Aspar-Sportdirektor Gino Borsoi im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Wir haben für 2016 Bedingungen an Mahindra gestellt und Vorschläge gemacht. Wir verlangen, dass Alex Giussani wieder die alleinige Verantwortung für die technische Weiterentwicklung erhält.»

Dass es Jorge Martinez ernst ist mit einer Trennung von Mahindra beweist ein anderes Meeting: Er hat sich in Australien auch bei KTM-Moto3-Projektleiter Christian Korntner nach Material für 2016 erkundigt.

Bisher ist beim Mapfre-Team keine Entscheidung gefallen. Borsoi: «Vielleicht machen wir auch mit Mahindra weiter.»

Ein Wechsel von Aspar zu Honda wäre ein bisschen delikat: In der MotoGP wechselt Martinez gerade nach zwei Honda-Jahren zurück zu Ducati. Und im Juli 2014 entschied er sich enttäuscht für Mahindra, weil ihm Honda nicht die gleichen Voraussetzungen bieten wollte, die Alzamoras Estrella Galicia 0,0-Team geniesst.

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