Leopard-KTM: Aufwärtstrend nach Eklat in Jerez

Von Günther Wiesinger
Moto3
Nach den verheerenden Ergebnissen der ersten vier Rennen kam es zwischen Leopard Racing und KTM in Jerez zu einem Donnerwetter. In Le Mans sahen die Ergebnisse besser aus.

Das durch die Erfolge von Danny Kent im Vorjahr verwöhnte Leopard Racing-Team kam schwer angeschlagen zum GP de France nach Le Mans. In der Moto3-Klasse lagen die Piloten Joan Mir (25 Punkte), Andrea Locatelli (24 Punkte) und Fabio Quartararo (9 Punkte) nur auf den WM-Rängen 11, 12 und 19.

In der Moto2-Tabelle sah es nicht viel besser aus: 14. Kent (mit zehn Punkten), 19. Oliveira mit 5 Punkten. Der Moto3-Vizweltmeister aus Portugal hatte bei den ersten drei Rennen drei Nuller kassiert; Moto3-Weltmeister Kent ebenfalls.

Im Winter hatte Lundberg noch ausposaunt: «Unsere Fahrer können um Spitzenplätze fighten.»

Schon beim Katar-GP hatte sich bei Moto3-Ausrüster KTM lautstarker Unmut geregt, weil Leopard-Technical Director Cristian Lundberg die Set-up-Empfehlungen aus Oberösterreich ignorierte und bei der Abstimmung eigene Wege ging.

In Jerez kam es deswegen und wegen der fortgesetzten Misserfolge zum einem ersten Eklat.

Pit Beirer, Head of Motorsport bei KTM, hält mit seiner Meinung nicht mehr hinter dem Berg. «Lundberg ist der einzige Cheftechniker in einem Moto3-Team, der bisher alle unsere Setting-Vorschläge ignoriert hat. Nachher sagt er, er habe keine Referenzen.»

Auch Paco Sanchez, Manager von Joan Mir, ist der Kragen geplatzt.
Er machte seinem Ärger in Jerez gegenüber Massimo Vergini und Sandro Quattrini deutlich Luft.

Denn am Samstag in Jerez sagte Flavio Becca zu Joan Mir, er sei sehr enttäuscht von ihm; wenn er so weitermache, werde er ihn feuern.

Bei Leopard Racing wird so ein Gehabe gegenüber 17-jährigen Talenten und WM-Rookies offenbar als Motivationsspritze betrachtet.

Mir-Manager Paco Sanchez zeigte sich danach sehr entrüstet. Es kam dann zu einem Meeting mit KTM-Rennchef Pit Beirer, weil Sanchez wissen wollte, warum Mir in einem Training 25. sei und im nächsten 6.

Dabei legte Pit Beirer ganz klar seine Meinung auf den Tisch. Er liess durchblicken, es sei im Leopard-KTM-Moto3-Team wochenlang technisch in die falsche Richtung gearbeitet wurde. Die Lundberg-Truppe habe völlig andere Settings verwendet als die anderen, erfolgreichen KTM-Teams wie zum Beispiel Red Bull KTM Ajo, Sky VR46 und Schedl GP Racing.

Es kam dann in Jerez zu einer hitzigen Diskussion zwischen Sanchez (er managt auch Maverick Vinales und Julián Simón), Lundberg und den Mechanikern von Joan Mir, wobei der Mannschaft klar gemacht wurde, dass die Misserfolge nicht an den Fahrern lagen, sondern von der Technikmannschaft zu verantworten waren. Paco Sanchez: «Ich bin überzeugt, dass Fabio Quartararo und Joan Mir Topfahrer sind.»

Paco Sanchez wollte nach diesem Eklat am Sonntag in Jerez noch ein Gespräch mit Teambesitzer Flavio Becca und seinem Statthalter Massimo Vergini führen, aber sie hatten das Jerez-Fahrerlager bereits vor dem Ende des MotoGP-Rennens verlassen.

Nach einem langen Telefongespräch mit Massimo Vergini wurde ein Test für Aragón am letzten Montag vereinbart, bei dem erstmals seit einiger Zeit wieder zwei KTM-Techniker zugegen waren. Denn die Manager von Locatelli und Mir hatten strikt verlangt, endlich einmal die von KTM verlangten Settings zu probieren.

Der Erfolg: Fabio Quartararo mischte in Le Mans im Qualifying auf Platz 8 mit, Locatelli startete als 14. Nur bei Joan Mir hielt sich der Fortschritt nach einem Sturz in Grenzen: Startplatz 24.

Im Rennen sammelten die drei Leopard-Piloten immerhin 16 Punkte ein, das beste Ergebnis gelang Lokalmatador Fabio Quartararo mit Platz 6.

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