Sachsenring: Trauer um Ex-Pressechef Wolfgang Wirth

Von Günther Wiesinger
Moto3
Im Jahr 2011: Stefan Bradl mit Wolfgang Wirth

Im Jahr 2011: Stefan Bradl mit Wolfgang Wirth

Im Alter von 77 Jahren ist Wolfgang Wirth seiner schweren Krankheit erlegen. Sachsen verliert einen der renommiertesten GP-Berichterstatter.

Eine bedauerliche und wahrlich traurige Nachricht erreicht uns aus Sachsen: Wolfgang Wirth, jahrelang Pressechef des Motorrad-GP auf dem Sachsenring und journalistisches Urgestein, ist gestorben.

Noch vor zehn Tagen traf ich Wolfgang Wirth im Media Centre des Sachsenrings, ich unterhielt mich jedem Tag mit ihm, noch am Sonntag zeigte und erzählte er mir, wie er auf SPEEDWEEK.com unsere Meldung zum GP von Finnland für 2018 gelesen habe. Er wirkte neugierig, aufmerksam und war immer auf der Suche nach interessanten Neuigkeiten.

Über seine schwere Krankheit verlor Wolfgang kein Wort, aber er wirkte müde und träge, das Herumlaufen und Recherchieren machte ihm sichtlich Mühe.

Wolfgang Wirth war 30 Jahre lang Mitarbeiter im Sportressort der «Freien Presse» in Chemnitz. Er kam aus Langenchursdorf und begleitete den GP-Sport nach der Wiedervereinigung bei den meisten europäischen Rennen mit viel Fachkenntnis und Begeisterung und journalistischer Professionalität. Steve Jenkner, Dirk Heidolf und etliche andere GP-Fahrer aus den neuen Bundesländern sowie das Racing Team Germany standen im Mittelpunkt seiner Berichterstattung. Aber auch die Titelgewinne von Stefan Bradl 2011 und von Sandro Cortese 2012 begleitete der allseits beliebte Wolfgang Wirth trotz seines fortgeschrittenen Alters aufmerksam als Reporter mit.

Für alle Fahrerlager-Besucher galt Wolfgang Wirth als echte Persönlichkeit, er wurde allseits respektiert. Er verdiente früher sein Geld als Lehrer und brachte es sogar bis zum Kreisschulrat, aber
hauptberuflich war WW immer Motorsportfan. Er agierte auf dem Sachsenring einst auch Streckensprecher und sass auch bei kleineren Rennen wie in Frohburg vor dem Mikrofon. Als Journalist widmete er sich dankenswerterweise auch der Förderung der Motorsport-Jugend.

Wolfgang Wirth verfasste zudem auch Bücher wie «Die Sachsenring-Story» und «Das ist der Sachsenring».

Ein Grand Prix auf dem Sachsenring ohne Wolfgang Wirth ist kaum vorstellbar.

Unser Mitgefühl gilt Wolfgang Wirths Frau und seinen Angehörigen.

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